Links der Woche – KW 11

Diese Woche widmen wir uns in den Links der Woche aus aktuellem Anlass der Wiener Polizei und erst nächste Woche detaillierten Analysen der Steuerreform. Neben einer Geschichte im Falter zu einem schweren Zwischenfall in der Silvesternacht mit der Wiener Polizei verweisen wir auch auf den Blog des Menschenrechtsanwalts Georg Bürstmayer, der dazu rät, dem Problem nicht mit Naivität zu begegnen.

Außerdem: Amazon stellt mit seinen Methoden zur Einschüchterung der Gewerkschaft Ver.di so manche Staatspolizei in den Schatten; Tripadvisor möchte keine Kritik an sexistischem Verhalten lesen und Lukas Oberndorfer schreibt auf fm4 in einem ausführlichen Artikel über das Scheitern der Sparpolitik, stellt historische Vergleiche an und erklärt die rechtlichen Grundlagen des Rettungsprogramms.

Polizei

Die Wiener Polizei ist erneut im Kreuzfeuer der Kritik, seit ein Video kursiert, das die unverhältnismäßige Gewalt einer ganzen Einheit der Polizei gegenüber einer einzelnen Frau in der Silvesternacht zeigt. Heinz Tatzelt, der Generalsekretär von Amnesty International, erhebt im Kurier schwere Vorwürfe gegen die Wiener Staatsanwaltschaft: in dem Fall wie auch in vielen anderen Fällen seien Schilderungen der Polizei systematisch unüberprüft und im Wortlaut übernommen worden. Die ganze Geschichte aus der Silvesternacht gibt es im Falter.

„Seien sie vernünftig. Haben Sie Angst vor dieser Polizei“ argumentiert aus dem Anlass der Menschenrechtsanwalt Georg Bürstmayer auf seinem Blog.

„Rechtspopulistische Bewegungen wie Pegida sind Ausdruck tiefsitzender, archaischer Ängste.“ Johann Schülein, Professor für Wirtschaftssoziologie und Allgemeine Soziologie an der WU Wien spricht im Standard zu den psychoanalytischen Hintergründen von Pegida und Co.

Unternehmen

Wer bei Amazon streikt wird eingeschüchtert. Die Gewerkschaft Ver.di streikt seit zwei Jahren, und Amazon fährt schwere Geschosse auf: die Inaktivität von MitarbeiterInnen wird per Handscanner im Minutentakt verfolgt. Wenn man ein Paar Minuten inaktiv ist, wird man zu einem Gespräch gebeten, schreibt die Welt.

Christina Fowler schreibt in einem Kommentar im Guardian darüber, wie Tripadvisor Kritik an sexistischem Verhalten löscht.

Gerald Oberansmayr über die Involvierung der Hypo-Alpe-Adria in die Finanzierung des kroatischen Sezessionskrieges 1991 – 1995 in der Neopresse.

Politik

Für den amerikanischen Kongress hat vor kurzem der 17-jährige Nicholas Rubin eine interaktive und praktische Seite erstellt, auf der Parteispenden an die einzelnen Mitglieder gelistet sind. Das Motto ist: Some are blue, some are red, all are green – denn Grün ist die Farbe der Dollarnoten. http://allaregreen.us. In Österreich entsteht derzeit auf www.parteispenden.at ein Transparenzportal rund um die Finanzen österreichischer Parteien. Auch da ist das Ziel, Gelder, die an Partein fliessen, so aufzubereiten, dass sich alle selbst ein Bild machen können.

F. Luebberding blickt vier Jahre zurück zum Zeitpunkt der Kehrtwende der deutschen Bundeskanzlerin in Sachen Atomausstieg.

Letzte Woche haben wir einen Artikel zur Privatisierung der britischen Bahn geteilt, die derzeit Großbritannien beschäftigt. Nun besagt eine Studie des britischen Meinungsforschungsinstitut YouGov, dass die britische Bevölkerung den Staat in vielen Bereichen Privaten als Eigentümer vorzieht. In der Studie wurde zum Beispiel auch die Haltung zur Verwaltung von Postwesen, Schulen, Straßen und Spitälern abgefragt. Heraus kam, dass die Mehrheit wesentlich weniger pragmatisch tickt als angenommen: ‚whatever works‘ ist nur in einem Fall die meistgewählteste Option, und das ist bei den Eigentumsverhältnissen von Banken.

Wirtschafts- und Finanzpolitik

„Classical economics has no framework through which to understand ‚wild‘ markets, even though their existence is so obvious to the layman.“ Eine wunderbare Polemik von Jean-Philippe Bouchaud über den Irrglauben perfekter Märkte und rationaler Markteilnehmer_innen. Im Nature – Magazin.

Laut Peter Michael Lingens heisst Österreichs Finanz-Fiasko ÖVP: näheres im Profil.

Ein sehr empfehlenswertes Interview mit Lukas Oberndorfer auf fm4 über das wirtschaftliche Scheitern der Sparpolitik, rechtliche Grundlagen des Rettungsprogramms, Menschenrechte in der EU-Krisenpolitik, historische Vergleiche mit den 30er Jahren und der Nachkriegszeit, und vieles mehr.

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