Archive | Theorie

Faschismus als Reaktion auf marktliberales Chaos

POLANYI-KARL-The-Great-Transformation

Der Sozialwissenschaftler Karl Polanyi hat in seinem Klassiker „The Great Transformation“ zeitlose Erkenntnisse über den Zusammenhang zwischen dogmatischem Wirtschaftsliberalismus und autoritären politischen Reaktionen auf denselben beleuchtet: Im Zuge der Polarisierung der sozialen und politischen Krise in Europa scheint das Werk wieder brandaktuell. Fürs Makroskop habe ich die wichtigsten Thesen Polanyis zusammengefasst. Dieser Text entstand für den Blog Makroskop.

Nikolaus Kowall

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Linke Köpfe #10: Antonio Negri

lk10Linke Köpfe #9: Antonio Negri

von Roman Sturm*

We Are The 99% that will no longer tolerate the greed and corruption of the 1%.
occupywallstreet.org[1]

image00Die Zivilgesellschaft, die Flüchtlinge über die Grenze geleitet und diese mit Kleidung und dem Notwendigsten versorgt. Ärzte und Ärztinnen, die ohne Bezahlung Kliniken führen und Menschen behandeln, ohne dafür entlohnt zu werden. Gemeinschaftlich organisierte Obst- und Gemüse Bauern, die ganze Communities mit dem Notwendigsten versorgen jenseits der kapitalistischen Pfade. Mitmenschen, die demonstrieren und passiven Widerstand leisten um Wohnungsräumungen zu verhindern. Die operaistische Strategie “der Verweigerung” findet in unterschiedlichen gegenwärtigen Kämpfen und Ausformungen ihre Anwendung. Diese unterschiedlichsten Singularitäten sind bei Antionio Negri Teil der Multitude. “Sie bleiben verschieden, was Ethnie, Geschlecht, Sexualität und so weiter angeht. Es geht darum zu verstehen, welche kollektive Intelligenz aus der Kommunikation und Kooperation einer solchen bunten Vielfalt entstehen kann.”[2] Diese Vielheit kämpft unter anderem für das Recht auf Schutz vor Verfolgung und Krieg, das Recht auf Arbeit und eine angemessene, existenzsichernde Entlohnung und das Recht auf Teilhabe am kulturellen Leben. Diese Kämpfe schaffen somit Raum für ein gutes Leben der 99%. “Multitude ist daher nicht so sehr als Sein denn als Werden (und Gemacht-Werden) zu verstehen – oder vielmehr als ein Sein, das nicht fixiert oder statisch ist, sondern einem ständigen Schaffensprozess transformiert, bereichert konstituiert wird. Es ist allerdings ein besonderes Schaffen, denn es gibt keinen Schöpfer, der hinter dem Prozess steht.”[3]

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Linke Köpfe #9: Rosa Luxemburg

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Linke Köpfe #9: Rosa Luxemburg

von Silviu Six*

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Rosa Luxemburg, geboren am 5. Marz 1871 in Zamość (damals im russisch besetzten Teil Polens), war eine bedeutende sozialistische Schriftstellerin und Politikerin, politische Theoretikerin, Pazifistin und Vertreterin des Internationalismus.  In ihrem Hauptwerk Die Akkumulation des Kapitals ergänzt sie die Marxsche Theorie der ursprünglichen Akkumulation1 durch eine  breitere Perspektive auf die imperialistische Politik.

Das politische Erbe Rosa Luxemburgs wird aber von einer wichtigen – wenn auch falschen – Frage überschattet, nämlich der Frage: Reform oder Revolution? Die Bedeutung Rosa Luxemburgs für die moderne Linke geht jedoch weit über diese Frage hinaus.

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Linke Köpfe #8: Jean-Paul Sartre

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Linke Köpfe #8: Jean-Paul Sartre

von Mario Holzner*

Jean-Paul_Sartre_FP„Die Geschichte des politischen Sartre ist die Geschichte eines Scheiterns“, fasst der ihm über Jahrzehnte zugeneigte Schriftsteller Jean Améry zusammen und fügt rasch hinzu: „Freilich, das Scheitern war ehrenvoller und geistreicher, als jede Reüssite es hätte sein können.“ Dabei liegt es Sartre ursprünglich fern, zum homo politicus zu werden: Als Philosoph Phänomenologe, als Prosaist dem Individualismus verpflichtet, ist er in den zwanziger und dreißiger Jahren weitgehend unpolitisch. Erst während des Zweiten Weltkriegs, der ihn unfreiwillig als Soldat nach Lothringen und in Kriegsgefangenschaft bei Trier bringt, wendet er sich dem Kollektiv zu, wie er später der New Left Review berichtet.  

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Linke Köpfe #7: Hannah Arendt

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Linke Köpfe #7: Hannah Arendt

von Silviu Six*

Bildquelle:http://hac.bard.edu/about/hannaharendt/

Bildquelle:http://hac.bard.edu/about/hannaharendt/

War Hannah Arendt links? Das ist die falsche Frage. Wesentlicher ist, was für einen Einfluss Arendts Werke und Ideen auf die (undogmatische) Linke gehabt haben und wie sie die zeitgenössische Linke beeinflussen.

Hannah Arendt wurde am 14. Oktober 1906 in Linden (heute Hannover) in eine säkulare jüdische Familie geboren und starb am 4. Dezember 1975 in New York, wo sie, nachdem sie aus Deutschland fliehen musste und zuerst als “Illegale” und “feindliche Ausländerin” in Paris lebte, ihre neue Heimat gefunden hatte. Sie studierte unter Heidegger und Jaspers, bei dem sie 1928 mit der Arbeit “Der Liebesbegriff bei Augustin” promovierte, und arbeitete nach der Emigration erst als Lektorin und freie Schriftstellerin und später als Professorin für politische Theorie in Chicago und an der New Yorker New School for Social Research.1

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Linke Köpfe #6: Julius Deutsch

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Linke Köpfe #6: Julius Deutsch

von Peter Öfferlbauer*

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Bild 1: Julius Deutsch 1931

Julius Deutsch wurde 1884 in Lackenbach im heutigen Burgenland, also im damaligen Königreich Ungarn, geboren und wuchs dort die ersten Jahre im elterlichen Wirtshaus auf. Es folgte die Übersiedlung der Familie nach Wien, wo sie in proletarischen Verhältnissen lebte. Als Deutsch zehn Jahre alt war, starb seine Mutter an Tuberkulose. Auch der Vater war von einem Arbeitsunfall als Kutscher einige Zeit schwer gezeichnet, konnte schließlich aber wieder arbeiten.
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Linke Köpfe #5: Louise Michel

lk5Linke Köpfe: Louise Michel
(29.5.1830-9.1.1905)

von Andreas Handler*

Paris, 22.Jänner 1905:
Mehr als hunderttausend trauernde Menschen versammeln sich in den Straßen der französischen Hauptstadt. Louise Michel, die große Revolutionärin, wird begraben. Vieles hat sie erlebt, eine Menge hat sie überlebt:
Schon als junge Lehrerin tritt Louise Michel kämpferisch auf. Da sie sich weigert, den Eid auf Kaiser Napoleon III. zu schwören, darf sie an keiner staatlichen Schule unterrichten. Kurzerhand eröffnet sie selbst eine freie Schule und lässt ihre Schüler dort die republikanische Marseillaise, die heutige Hymne Frankreichs, singen. Continue Reading →

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Linke Köpfe #4: Bertolt Brecht

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Linke Köpfe: Bertolt Brecht

von Matthias Gazso*

http://beautifultrouble.org/theory/alienation-effect/

Bildquelle:http://beautifultrouble.org/theory/alienation-effect/

Politisch links und damit per se ein Störenfried, bringt er den Klassenkampf auf die Bühne, prangert soziale Ungerechtigkeit an und hält denen den Spiegel vor, die auf Kosten anderer leben, aber auch denen, die sich ausbeuten lassen. So zeichnet Brecht in Die heilige Johanna der Schlachthöfe das Bild einer Schaukel, auf der nur wenig Leute auf einer Seite oben sein können, weil auf der anderen Seite viele Leute unten sein müssen.
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Linke Köpfe: #3 Joan Violet Robinson

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Joan Violet Robinson: Ökonomin

von Sarah Tesar*

„Pure unrammelled individualism is not a practicable system, and the coherence of an economy depends upon the acceptance of limitations upon it“ – Joan Robinson

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By Ramsey & Muspratt [Public domain], via Wikimedia Commons

Die Ökonomin Joan Robinson war ohne jeden Zweifel eine der außergewöhnlichsten Frauen ihrer Zeit. Sie war sowohl für ihren messerscharfen Verstand, wie ihre spitze Zunge bekannt. Robinson konzentrierte sich in ihren zahlreichen Veröffentlichungen vor allem auf die Lösung realer Probleme, der Behandlung polit-ökonomischer Machtfragen und kritisierte, trotz ihrer außergewöhnlichen analytischen Fähigkeiten, viele ihrer berühmten männlichen Kollegen für deren Flucht in die Mathematik, um die Funktionsmechanismen der Märkte nachzuweisen.
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Linke Köpfe: #2 Kofi Annan

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Kofi Annan: 
Generalsekretär der Vereinten Nationen, 1997-2006

von Lena Wanner*

Kofi Annan bei der norwegischen Arbeiterpartei, 2007. © Harry Wad

Kofi Annan bei der norwegischen Arbeiterpartei, 2007. © Harry Wad

Ich möchte jemanden vorstellen, den man vielleicht nicht im ersten Moment in dieser Reihe suchen würde: Kofi Annan.

Als Reformer und Friedenspolitiker setzt sich Annan seit Anbeginn seiner beruflichen Tätigkeit für die Stärkung des Multilateralismus ein. In dieser Funktion wurde ihm 2001 – gemeinsam mit den Vereinten Nationen – der Friedensnobelpreis verliehen.

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