Gemeinsame Anleihen für ein gemeinsames Europa

von Nikolaus Kowall*

In Deutschland gab es in den letzten Wochen in Wissenschaft, Politik, Medien und der Kulturszene eine intensive Diskussion über ein gemeinsames europäisches Vorgehen gegen die Corona-Krise. Dabei hat sich der Mainstream in der öffentlichen Meinung im Vergleich zur Finanz- und Eurokrise 2008 verschoben. Vor zehn Jahren unterstellte man den südeuropäischen Ländern pauschal einen Schlendrian bei Budgetpolitik und Lohnentwicklung. Im Jahr 2020 hört man hingegen ganz andere Töne: die höhere Betroffenheit durch Covid 19 von Italien oder Spanien wird als unverschuldeter Zufall anerkannt. Deshalb wird auch in Kreisen, die bisher eine finanzielle Haftung des Nordens für den Süden ablehnten, einem europäischen Vorgehen plötzlich mehr Bedeutung eingeräumt, als nationalen Vorurteilen und altliberalen Dogmen.

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Von Arbeitern und Bäuerinnen

Alpensaga“ und „Arbeitersaga“. Filme für die Krise.

von Andreas Handler*

Die Siebziger Jahre waren das Jahrzehnt des großen Aufbruchs, eines gesellschaftlichen Wandels, einer Modernisierung. Die Zukunft sah gut aus. Gleichzeitig begann zu dieser Zeit auch in Österreich langsam aber doch eine kritische Auseinandersetzung mit der eigenen Zeitgeschichte. Mit Monarchie Kitsch wie in den Sissi Filmen wollten sich viele nicht mehr zufrieden geben. Auch zur Rolle Österreichs im Nationalsozialismus wurden erste zaghafte Fragen gestellt. Das Verlangen nach mehr Informationen schlug sich auf vielen Kanälen wieder. Film und Fernsehen waren dafür zentrale Medien, weil sie auch das Verlangen nach Bildern und (scheinbarer) Authentizität stillen konnten.

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