Archiv | Bildungspolitik

Das neue Dienstrecht der LehrerInnen und die Mär vom Untergang des bildungspolitischen Abendlandes

Das neue Dienstrecht für LehrerInnen bedeutet in erster Linie eine markante Besserstellung für den Pflichtschulbereich. Überdies lassen sich auf dieser Basis künftige strukturelle Vereinheitlichungen im Bildungsbereich besser umsetzen. Insgesamt trägt das neue Dienstrecht eindeutig sozialdemokratische Handschrift.

von Lisa Schindler


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Wieso Pragmatiker/innen bei den ÖH-Wahlen rot wählen sollten

Aus eigener Erfahrung als Studierendenvertreter erinnere ich mich, dass die mit Abstand größte Studierendengruppe die Pragmatiker/innen sind. Diese Gruppe weiß viel weniger gut über die ÖH Bescheid als die stärker politisierten Studierenden. Mit diesem Text möchte ich darstellen weshalb der rote VSStÖ auch für Pragmatiker/innen die beste Wahl ist.

Nikolaus Kowall

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Nicht wir, sondern das Schulsystem hat versagt

Warum Sitzenbleiben nicht nur wirtschaftlich sondern vor allem pädagogisch mehr als sinnfrei purchase levitra without a prescription ist.

Eleonora Kleibel*

Grundsätzlich sollte es der Anspruch der Schule sein, Schüler_innen bestmöglich zu fördern und individuell auf jede_n Schüler_in

einzugehen. Momentan konzentriert sich das Schulsystem aber vor allem auf die Schwächen von Schüler_innen. Das wird nicht nur, aber vor allem bei dem veralteten Konzept des “Sitzenbleibens“ offensichtlich. Klassenwiederholungen kosten laut Arbeiter_innenkammer (AK) jährlich 888 Millionen Euro. Den Hauptteil der Kosten müssen mit 580 Mio. Euro die Familien selbst tragen.

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Uni-Besetzungen: Die Europakarte


Unsere Unis auf einer größeren Karte anzeigen

Tom Schaffer hat auf seinem Blog begonnen, die europäische Dimension der aktuellen Universitätsprotestbewegung mit Hilfe von Google-Maps zu dokumentieren. (via)

Legende:
Rot: Besetzt
Gelb: Geräumt
Grün: Freigegeben
Blau: Andere Proteste
Bei unklarer Informationslage ist in der Beschreibung ein Fragezeichen.

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10 Thesen für eine bessere Lehre

Yussi Pick

Vorbemerkungen: In den letzten Tagen ist Unipolitik wieder in aller Blogs. Völlig zurecht hat Niki Kowall an dieser Stelle kritisiert (“Augenmerk auf die Lehre“), dass sich die Diskussion in der höheren Bildungspolitik nur um die „big picture“ Themen Zugangsbeschränkungen und Studiengebühren dreht, nicht aber um die Qualität der Lehre. Er hat dabei den Ball aufgenommen, den Jakob Huber in seinem Beitrag “Sanftheit oder Fairness? Bessere Unis!” gespielt hat. Während Niki vor allem den Status Quo kritisiert, habe ich aufbauend und ergänzend, 10 Thesen zur Verbesserung der derzeitigen Situation geschrieben. Es ist das Ergebniss von sechs Jahren Unierfahrung in Österreich und einem Jahr als Teaching Assistant in den USA.­

Es sind bewusst kleine, unaufwändige und wenig kostspielige Veränderungen, die meine Studienerfahrung an der Uni Wien wesentlich besser gemacht hätten. Es sind keine großen, systemüberwindenden Würfe. Das könnte auch zu Schwierigkeiten bei der Umsetzung führen: Wenige davon sind per top-down Verordnung zu erreichen; die Thesen sind kulturverändernd, plädieren für eine Änderung des Lehrverhaltens jedes/r einzelnen ProfessorIn.

Die Liste ist weder vollständig noch geordnet und aus Perspektive eines Geisteswissenschaftlers geschrieben, was dennoch nicht zu allzu vielen „bei uns ist das aber ganz anders“-Reaktionen führen sollte.

1. Referatsflut eindämmen

Es kursieren zwei Argumente für die Methode „Studierendenreferate in Seminaren“. Erstens ist ein großer Teil von akademischer Arbeit die Präsentation von Ergebnissen, was während des Studiums geübt werden soll; zweitens besteht die romantische Vorstellung, Studierende würden Teilbereiche eines Themas bearbeiten und präsentieren. Die Realität sieht anders aus. Referate blockieren echtes Lernen und echte Diskussionen. Studierende lernen nichts, wenn sie Referate von KollegInnen anhören. Referate sind durchschnittlich schlecht gehalten (Wie können sie auch gut sein, wenn Studierende nie Rückmeldung darauf bekommen) und basieren nicht auf vorangegangenem Forschen. Will man in Seminaren wissenschaftliche Konferenzen simulieren (das scheint zumindest in der CTL Veranstaltung vom 17. April 2009 Mainstream zu sein, es stellt sich die Frage, ob Seminare, wenn schon Simulation, dann jene eines ForscherInnenteams sein sollte), so müssten Studierende zuerst eine Arbeit schreiben und erst dann ihre Ergebnisse präsentieren. Stattdessen halten Studierende Referate die zwar informieren, aber dadurch das Thema nicht aus einer wissenschaftlichen Perspektive vorstellen (Wie können sie auch, wenn sie noch nicht begonnen haben das Thema wissenschaftlich zu bearbeiten). Weiterlesen →

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Augenmerk auf die Lehre

Zwei Aspekte stehen im  Vordergrund der durch die Uni-Besetzungen losgetretenen Debatte: Die Finanzierung der Hochschulen sowie der Kampf gegen Zugangsbeschränkungen. Völlig unterbelichtet wird eine Diskussion über die Qualität der Lehre. Jakob Huber hat eine diesbezügliche Diskussion in seinem Beitrag “Sanftheit oder Fairness? Bessere Unis!” begonnen, das Thema möchte ich nun an Hand meiner persönlichen Studienerfahrungen aufgreifen.

Nikolaus Kowall

Wenn man der Auffassung ist, dass weder punktuelle Tests noch die Maturanoten eines irrwitzigen Schulsystems über die Zukunftschancen eines jungen Menschen entscheiden sollten, kann man nur gegen universitäre Zugangsbeschränkungen sein. Wenn man der Auffassung ist, dass Kinder aus sozial oder geographisch benachteiligten Regionen, deren Eltern noch nie eine Uni von innen gesehen haben ermutigt werden sollten den Sprung auf die Uni zu wagen, kann man nicht für Studiengebühren sein. Wenn man der Auffassung ist, dass sie bestmögliche Bildung für alle ein sinnvolleres und gerechteres Konzept ist als ein System privater Eliteunis und wenn man möchte dass sich universitäre Bildung sich nicht nur an Hand ökonomischer Verwertungskriterien orientiert, muss man für eine ordentliche öffentliche Finanzierung der Universitäten eintreten. In einer rechtsliberal dominierten Meinungsöffentlichkeit, ist es notwendig für alle diese Forderungen zu kämpfen. Für den Studienalltag der Studierenden stehen aber oft andere Fragen im Vordergrund, als jene organisatorischen Rahmenbedingungen, die beim Sprung auf die Uni ausschlaggebend waren.

Der folgende Text ist ein Plädoyer dafür den Fokus nicht nur auf die Organisation, sondern auch auf die Qualität der Universität zu lenken. Dabei gehe ich von meinen persönlichen Erfahrungen mit Volkswirtschaft an der WU und Geschichte an der Uni Wien aus und konzentriere mich auf die Sozial- und Geisteswissenschaften. Bei den anderen Studienrichtungen kenne ich mich nicht aus. Jakob Huber hat einige konkrete Ideen für Innovationen im Bereich der Lehre gebracht, so schlägt er etwa ein Grundstudium der Sozial- und Geisteswissenschaften und plädiert für mehr Elemente des Selbststudiums mittels neuer Medien. An diese Ausweitung der Diskussion auf die Lehre möchte ich anschließen. Da ich derzeit in Argentinien lebe und mit vielen Studierenden der Sozial- und Geisteswissenschaften diskutiere, werden die Argumente – dort wo es Sinn macht – im Vergleich mit der Situation in Buenos Aires herausgearbeitet. Weiterlesen →

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Sanfte Lenkung oder Fairness? (Forts.)

Nachdem Nikolaus Kowall in diesem Blog “Für eine sanfte Lenkung an der Uni” eingetreten ist und VSStÖ-Bundesvorsitzende Sophie Wollner mit einer Replik unter dem Titel “Fairness statt ‘Sanftheit’” gekontert hat, versucht sich nun der Linzer SPÖ-Bildungsvorsitzende Jakob Huber auf seinem Blog an einer Art Synthese. Titel: Sanfte Lenkung oder Fairness? Bessere Unis!

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Fairness statt „Sanftheit“

Eine Replik auf Nikolaus Kowalls “Für eine sanfte Lenkung an der Uni

Sophie Wollner*

„Die Uni brennt“ und der Diskurs um die österreichischen Hochschulen treibt Blüten. Bundeskanzler Faymann verstärkt durch seine Aussagen in den letzten Tagen das Bild der unklaren SPÖ-Position in Sachen Zugangsbeschränkungen und Hochschulpolitik. Niki Kowall argumentiert in seinem Blogbeitrag für eine sanfte Lenkung an der Uni – die Instrumente die er vorschlägt und der Weg den er einschlagen möchte sind, wenn auch bei ähnlichem Ziel, fragwürdig. Die Argumentationsweise schlägt – trotz expliziter Kritik an der Politik der SPÖ – in eine ähnliche Kerbe wie die Bundespolitik: eine Hochschulsicht der Restriktion anstatt der Expansion. Im folgende eine Antwort auf Niki Kowalls “fünf Anmerkungen”:

Aufnahmetests, Studiengebühren: Schlimmer wird’s nimmer

Niki Kowall argumentiert, Studiengebühren seien Zugangsbeschränkungen vorzuziehen. Das erinnert ein wenig an eine Wahl zwischen Pest und Cholera. Fakt ist: Beide Maßnahmen verstärken die ohnehin schon extrem große soziale Selektivität beim Universitätszugang noch zusätzlich – und sind deshalb abzulehnen. Gerade die abschreckende Wirkung von Studiengebühren auf potenzielle Studierende aus sozial schwachen Familien ist eben nicht trivial, sondern traurige Realität. Dass sie die meisten der derzeit Studierenden (großteils aus der oberen Mittelschicht stammend) nicht „umbringen“, wie Niki schreibt, darüber kann man/frau diskutieren: jedenfalls verstärken sie die Abhängigkeit von den Eltern und jedenfalls verstärken sie den Teufelskreis, den wir als „Nebenjob – weniger Zeit zum Studieren – Beihilfenverlust – Ausweitung der Erwerbstätigkeit – noch weniger Zeit zum Studieren“ beschreiben können. „Niemanden umbringen?“ Ein solches Ziel wird in der Bildungspolitik (vor allem der sozialdemokratischen) wohl nicht ernsthaft diskutiert. Weiterlesen →

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Für eine sanfte Lenkung an der Uni

Nikolaus Kowall

Wenn man keinen Plan hat, sollte man besser nichts sagen. Dem Schweigekanzler Schüssel wäre das Faymann-Glamourstück nicht passiert. Sich erst mit den Studierenden zu solidarisieren um drei Tage später ihre Hauptforderung abzulehnen, so einen perfekt inszenierten Zick-Zack-Kurs hinzulegen muss man sich einmal trauen. Die SPÖ schwenkt in Richtung Zugangsbeschränkungen. Dem gilt es eine Alternative entgegenzusetzen. Weil es das Paradies in der Dose nicht gibt, werden jedoch nicht alle Forderungen der Audimax-Besetzer/innen erfüllbar sein. Fünf Anmerkungen, wie eine vernünftige, aber trotzdem menschenfreundliche Lösung aus sozialdemokratischer Sicht aussehen könnte:

Anmerkung 1: Zugangsbeschränkungen lösen die Frage mit den deutschen Studierenden nicht

Unabhängig davon ob man für oder gegen Aufnahmetests ist, in der aktuellen Debatte unterläuft vielen ein logischer Denkfehler. Aufnahmetests sind keineswegs geeignet das Problem mit den deutschen Studierenden zu lösen. Angenommen es gibt im Studium XY zukünftig nur noch 1.000 Plätze, es bewerben sich aber 1.500 deutsche und 1.500 österreichische Studierende. Statistisch gesehen werden es rund 500 Deutsche und 500 Österreicher/innen schaffen. Ausselektiert würden also nicht nur jene 500 Österreicher/innen, für die von vornherein kein Platz bestand, sondern auch jene 500 die gegenüber deutschen Kolleg/innen den Kürzeren zogen. Was passiert wenn sich in drei Jahren 3.000 Deutsche und 1.500 Österreicher/innen bewerben? Werden dann nur noch jene 250 Österreicher/innen die sich statistisch gesehen durchsetzen aufgenommen? Oder werden, wie beim Medizinstudium Österreich-Kontingente vergeben, die 75% der Plätze für heimische Studierende sichern? Und wird diese Regelung vor dem EuGH halten?

Natürlich verbessern sich die Studienbedingungen wenn man mit einem Schlag nur noch halb so viele Leute aufnimmt wir zuvor. Das Problem mit den deutschen Studierenden wird damit keinen Falls gelöst. Ein 80-Millionen-Staat mit Numerus Clausus und gleicher Sprache wie  sein 8-Millionen-Nachbar, wo dieser Numerus Clausus keine Gültigkeit hat, kann sein universitäres Knappheitsproblem nicht einfach auslagern. Das Problem kann nur Deutschland lösen, indem es entweder für seine eigene studienwillige Bevölkerung Plätze in Deutschland zur Verfügung stellt, oder indem es der Republik Österreich für jeden Studierenden eine Pauschale zahlt. Sollte man bilateral zu keiner Einigung kommen, sollte die EU das Problem im Sinne Österreichs lösen. Überhaupt zeigt der Fall, dass die Universitätspolitik auf europäischer Ebene besser aufgehoben wäre.   Weiterlesen →

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