Das neue Dienstrecht der LehrerInnen und die Mär vom Untergang des bildungspolitischen Abendlandes

Das neue Dienstrecht für LehrerInnen bedeutet in erster Linie eine markante Besserstellung für den Pflichtschulbereich. Überdies lassen sich auf dieser Basis künftige strukturelle Vereinheitlichungen im Bildungsbereich besser umsetzen. Insgesamt trägt das neue Dienstrecht eindeutig sozialdemokratische Handschrift.

von Lisa Schindler


Der Beruf der Lehrerin beziehungsweise des Lehrers ist von enorm hoher Bedeutung. Die Fähigkeiten der LehrerInnen sind für den Bildungserfolg entscheidend. Deswegen sieht der Entwurf für das neue Dienstrecht vor, dass in Zukunft alle LehrerInnen ein 8-semestriges Bachelorstudium und zusätzlich einen 2-semestrigen Master machen. Für den Pflichtschulbereich ist das eine immense Qualitätssteigerung,für den AHS/BMHS-Bereich bedeutet das  keine Veränderung zum Status Quo. Die derzeit von den LehrerInnen geführte Debatte um das Wohl der Kinder verdeckt dabei, um was es wirklich geht: Den Abbau von einer nicht zu rechtfertigenden Schlechterstellung von LehrerInnen im Pflichtschulbereich.

Der Prozess der Harmonisierung auf Ebene des Dienstrechts dauert bereits länger als die gesamte vergangene Regierungsperiode. Über Jahre hinweg wurden hierbei BildungsexpertInnen herangezogen und internationale Modelle verglichen. Dass hierbei kein Modell gefunden wurde, dem auch die Gewerkschaften zustimmen konnte, ohne die budgetären Möglichkeiten zu sprengen, ist extrem bedauerlich, wurde aber offensichtlich nicht leichtfertig entschieden: Nach 35 Verhandlungsrunden und immer neuen Kompromissvorschlägen war absehbar, dass auch 20 weitere Runden keine Zustimmung zur Vereinheitlichung des Dienstrechts ergeben hätten.

Die bereits beschlossene neue LehrerInnenbildung sorgt nun dafür, dass alle LehrerInnen nach dem gleichen Standard ausgebildet werden und das bisher geltende, aber unerklärliche Prinzip, dass Entlohnung und Arbeitsbedingungen umso schlechter, je jünger die zu betreuenden Kinder sind, beendet wird: Kinder gleichen Alters mit teilweise gleichem Lehrplan wuden bislang von komplett unterschiedlich ausgebildeten und bezahlten LehrerInnen unterrichtet. Das neue Dienstrecht sieht demgegenüber eine einheitliche Verpflichtung zu 24 Wochenstunden vor, wobei 22 davon als Unterrichtsstunden erbracht werden und zwei weitere durch Tätigkeiten als KlassenvorständIn, MentroIn, durch Eltern-SchülerInnen-Betreuungsgespräche oder durch die Betreuung von Lehrmittelsammlungen.

Einige Beispiele zum Vergleich:

  • VolksschullehrerIn: Bisher 2.083,81 Euro beim Berufseinstieg bei 22 Stunden, in Zukunft: 2.420 Euro bei 22 + 2 Stunden
  • HauptschullehrerIn: Bisher 2.099 Euro bei 21 Stunden, in Zukunft 2.646,29 Euro bei 22 + 2 Stunden
  • AHS/BMHS LehrerIn Sek II, Bisher 2.293,90 Euro bei 20 Stunden, in Zukunft bis zu 3.098,86 bei 22 + 2 Stunden

Die Unterschiede zwischen Volksschule, Hauptschule und AHS entstehen durch Fächerzulagen, die die steigende Vor- und Nachbereitungsintensität von Schularbeits- und Maturafächern berücksichtigen. Bei einem Vergleich Vollzeit Alt zu Vollzeit Neu ergeben sich in allen Fällen höhere Lebensverdienstsummen. Dass der Pflichtschulbereich, in dem verhältnismäßig die meisten Frauen tätig sind, bei dieser Angleichung besonders gut aussteigt, ist  fair, es war der bisher am schlechtesten gestellte Bereich. Wer die Stellungnahmen zum Entwurf aufmerksam studiert wird sehen, dass die Empörung fast ausschließlich von Seiten der AHS/BMHS zu vernehmen war.

Ja, für insbesondere den AHS/BMHS –Bereich bedeutet der Entwurf, dass die Unterrichtsstunden steigen – auf ein im internationalen Vergleich immer noch moderates  Niveau. Die individuelle Begleitung und Betreuung der SchülerInnen scheint in anderen Ländern  auch bei höherer Unterrichtsverpflichtung zu funktionieren. Nicht zufällig wurde die Anhebung der Unterrichtsstunden in der Stellungnahme des Rechnungshofes als unabdingbar bezeichnet[1]. Zu diesem Thema wird schnell die Erwiderung laut, dass Österreich im internationalen Vergleich  viel zu wenig Unterstützungspersonal hat. Stimmt, doch die Diskussion um  das Unterstützungspersonal kann nicht Gegenstand eines Dienstrechts für LehrerInnen  sein.

Viele der anderen Argumente, die gegen das neue Dienstrecht ins Treffen geführt werden, sind zusätzlich bewusst irreführend: Häufig wird argumentiert, dass in Zukunft „wie an Pflichtschulen“ alle LehrerInnen alle Fächer unterrichten müssen. Tatsächlich existiert eine fast wortgleiche Formulierung schon bisher für die AHS/BMHS und wird jetzt für alle LehrerInnen ausgeweitet: Im Effekt handelt es sich also sogar um eine Einschränkung gegenüber dem jetzigen Zustand.

Auch das Problem, den Masterabschluss neben einer vollen Lehrverpflichtung absolvieren zu müssen verliert bei genauerer Betrachtung an Dramatik: Es handelt sich tatsächlich nur um ein Angebot an JunglehrerInnen, schon früher in das Berufsleben zu starten.  Auch jetzt müssen schon viele angehende LehrerInnen neben ihrem Studium Geld verdienen,  in neuen Modell könnten sie zumindest facheinschlägig tätig sein. Wer dagegen aufgrund der räumlichen Gegebenheiten oder der zeitlichen Belastung nicht berufsbegleitend Master studieren will, kann ihn selbstverständlich ganz oder auch nur teilweise vor Berufseintritt absolvieren.

Eines stimmt natürlich: Das neue LehrerInnendienstrecht ist keine Bildungsreform. Genauso wenig wäre die Reform des BeamtInnendienstrechts eine Staatsreform. Aber: Das Thema der unterschiedlichen Entlohnung und Stundenzählung von LehrerInnen fällt damit zunehmend weg. Die Reform erzeugt  Handlungsspielraum für wirkliche Strukturänderungen, da die alten Gräben zwischen Volksschule, Hauptschule und AHS/BMHS eingerissen werden, an denen alle etwas weitläufigeren Ideen schnell scheitern. Bekannt ist etwa die Situation dass bei einem verschränkten Einsatz von Landes- und BundeslehrerInnen an Neuen Mittelschulen, wo LandeslehrerInnen bei gleicher Tätigkeit für weniger Gehalt länger arbeiten müssen. Ohne dieses Korsett lässt sich eine echte Bildungsreform wesentlich freier denken. Bei wenigen Entwürfen der letzten Jahre war die sozialdemokratische Handschrift deutlicher zu erkennen als bei diesem.



[1] http://www.parlament.gv.at/PAKT/VHG/XXIV/SNME/SNME_13640/imfname_324057.pdf

21 Responses to Das neue Dienstrecht der LehrerInnen und die Mär vom Untergang des bildungspolitischen Abendlandes

  1. Andreas 2. Dezember 2013 at 13:49 #

    Frau Schindler, Ihre persönlichen Untergriffe und Unterstellungen zeigen anschaulich, dass Ihnen keine Taktik zu niederträchtig ist. Um es klarzustellen: Nein, Kinderbetreuung ist für mich keineswegs „Frauenarbeit“. Die Tatsache, dass in diesem wichtigen, schönen, aber auch sehr anstrengenden Beruf mehr als 70% Frauen tätig sind, ist einfach Realität. Daraus eine Diskriminierung oder eine Ablehnung von Kinderbetreuungseinrichtungen abzuleiten, ist einfach ungeheuerlich. Aber vermutlich ist Ihnen jedes Mittel recht, um die KritikerInnen (auf deren Argumente Sie größtenteils nicht einmal eingehen) mundtot zu machen.

    Die Gehaltserhöhung nach „etwa 5 Jahren“ ergibt sich nur bei einem idealtypischen Studienverlauf und entspricht damit wohl kaum der Lebens- und Arbeitsrealität der allermeisten JunglehrerInnen. Formulierungen wie „das Prinzip: Für jeden Handgriff eine Zulage wurde aufgegeben“ würden auch jeder Leserbrief-Schreiberin der „Krone“ zu Ehre gereichen. Es macht mich fassungslos und traurig, welche Positionen heute von jungen SozialdemokratInnen nach außen kommuniziert werden – der neoliberale Ungeist und die Neidgesellschaft haben sich längst schon in dieser Partei festgesetzt.

    Allen, die an einer inhaltlich und konstrultiven Diskussion interessiert sind, möchte ich diese Facebook-Gruppe zur Kenntnis bringen. Wehren wir uns gemeinsam gegen das Schulsparpaket auf Kosten der LehrerInnen, SchülerInnen und der Bildung: https://www.facebook.com/groups/337210069671694/?fref=ts

  2. punto 1. Dezember 2013 at 12:08 #

    Da Lukas Walcher den ganzen Sachverhalt besser dargestellt hat als ich es je könnte, beschränke ich mich auf eine Feststellung: Für Lehrer, die ihre Schüler nicht einmal richtiges Deutsch lehren können oder wollen und demonstrativ/provokant bei jeder Gelegenheit „gendern“ ist eine Gehaltskürzung höchst angebracht.
    .
    Diese Träumer, die ihr schlechtes Deutsch tatsächlich für einen Beitrag zur Gesellschaftsveränderung halten, sollten sich einmal fragen, warum sie bei der SPÖ-Basis für ihre Anliegen kein Interesse, keinen Rückhalt vorfinden.

  3. Alexander 29. November 2013 at 12:39 #

    @Lisa Schindler
    Bevor sich unsere liebe Bundesministerin Heinisch-Hosek in Sachen Biennalsprünge weiter öffentlich blamiert, seinenS doch bitte so gnädig und teilen Ihr mit, dass Biennalsprünge mittlerweile in allen großen Unternehmen völlig normal und Usus sind.
    Sogar die viel zitierte Billa-Kassiererin kommt in den Genuss von Biennalsprüngen. Ist diese, um der Logik von Heinisch-Hosek zu folgen, jetzt privilegiert?
    http://www.billabetriebsrat.at/index.php?option=com_content&view=article&id=48&Itemid=3

  4. Josef 28. November 2013 at 22:26 #

    Als Sozialdemokrat und Gewerkschafter im öffentlichen Dienst unterstütze ich den Kampf der LehrerInnen gegen das neue Dienstrecht zu 100%.
    Warum? Laut einer Reihe von Studien gibt es kaum einen Job, der psychisch ähnlich belastbar ist wie der Lehrberuf. Und die Belastbarkeit steigt weiter, da sich der steigende Stress der gesamten Gesellschaft direkt in den Klassenzimmern wiederspiegelt. Die Mehrheit der LehrerInnen ist schon bei der vorhandenen Unterrichtszeit mit ihrer Kraft am Ende, fühlt sich überlastet und überfordert. Die Folgen sind Folgekosten auf Grund von Dienstunfähigkeit und nicht zuletzt eine sinkende Effektivität des Bildungssystems.
    In so einer Situation die Unterrichtszeit, also den Kern der psychischen Belastung auszudehnen ist schlicht grob fahrlässig. Im Gegenteil die Unterrichtszeit müsste in manchen Fächern eher herabgesetzt werden.
    Ich bin froh, dass der Text von Lisa Schindler nur eine Einzelmeinung darstellt und nicht die offizielle Position der Sektion 8.
    ArbeitnehmerInnen sollten nicht gegeneinander ausgespielt werden. Nicht Männer gegen Frauen, nicht InländerInnen gegen AusländerInnen und auch nicht Privatangestellte und ArbeiterInnen gegen öffentlich Bedienstete. Nur gemeinsam sind wir stark.
    Beschäftigten im öffentlichen Dienst, die ja momentan auch von Reallohneinbußen betroffen sind empfehle ich die Webseite fsg-stat.org, die von der FSG-Gruppe der Statistik Austria betrieben wird.
    Der Parteispitze der SPÖ empfehle ich, die real existierenden Privilegien der großen VermögensbesitzerInnen, vor allem der Banken zu bekämpfen, anstatt fiktive Privilegien im Öffentlichen Dienst zu konstruieren. Manche Leute scheinen zu vergessen, dass es für heute eintretende wie auch für in den letzten 15 Jahren in den öffentlichen Dienst eingetretene ArbeitnehmerInnen schlicht keine Privilegien mehr gibt. Eher das Gegenteil ist der Fall.
    Ich wünsche allen LehrerInnen, die hier gepostet haben ein solidarisches Glück auf. Viel Erfolg in eurem Versuch, das Dienstrecht Neu in der jetzigen Form zu verhindern und die Regierung an den Verhandlungstisch zurückzubewegen.

  5. Lukas Walcher 28. November 2013 at 18:12 #

    DU MUSST WISSEN WAS AUF DICH ZUKOMMT!
    Normal case scenario eines Junglehrers in 10 Jahren!
    von K. Werlach

    Wien am 22.06.2023
    Ich (Florian Mossberger, geb. 2000) habe gerade, nach 4-jährigem Studium, meinen Bachelor in den Lehramtsfächern Bildnerische Erziehung und Informatik in Wien abgeschlossen. Nun muss ich die einjährige Induktionsphase durchlaufen. Dies bedeutet neben einer vollen Lehrverpflichtung (24 Unterrichtsstunden) ein begleitendes Studium an der PH (Seminare zu Schulrecht, Erziehung und Fachdidaktik, Reflexion). Weil viele meiner KollegInnen nach der Induktionsphase auch den Master anstreben, müssen sie in Wien bleiben, da sie sich das Pendeln zur Universität bzw. zur PH vom Waldviertel oder von Mürzzuschlag nach Wien finanziell und zeitlich nicht leisten können. In Wien findet sich deshalb auch keine einzige Schule, die eine halbe Lehrverpflichtung für BE anzubieten hat. Nur um für dieses Fach das benötigte Pensum an Stunden zu bekommen (12h) muss ich jetzt an zwei Schulen unterrichten. Doch dann muss ich ja auch noch das Fach Informatik unterbringen: Hier habe ich (vielleicht) mehr Glück und bekomme die zweite Hälfte meiner vollen Lehrverpflichtung an einer anderen Schule! Ich muss nun an DREI SCHULEN arbeiten! Da die Dienstrechtsreform 2013 bezüglich des versprochenen Unterstützungspersonals für Schulen (Administration, Psychologen, Sozialpädagogen etc.) nichts gemacht hat und Österreich weiterhin Schlusslicht diesbezüglich ist, wird mir ein diesbezügliches Engagement meinerseits selbstverständlich auch noch dreifach abverlangt, von den Konferenzen, Elternabenden, Elternsprechtagen etc. gar nicht zu sprechen. Sehr lustig ist das nicht… aber gut… Das Leben geht weiter:

    02.07.2024
    Nach einem Jahr habe ich diese Induktionsphase abgeschlossen. Ich fühle mich überfordert und ausgelaugt, zu wenig unterstützt und denke darüber nach, alles abzubrechen, entschließe mich aber dann nach dem Motto „es kann ja nur besser werden“ doch weiterzumachen… Außerdem hat ja der ehemalige Vizekanzler Spindlegger im Jahr 2013, als das Neue Dienstrecht für Junglehrer, an den Sozialpartnern vorbei, durch das Parlament gepeitscht wurde, gemeint: „Jene, die sich für den Beruf des Lehrers entscheiden, wissen nun was auf sie zukommt!“

    Tja…Ich habe mich offenbar zu wenig erkundigt.

    Ich bin nun in einer Zwickmühle, ich will nicht aus Wien raus, muss aber und kann dann aber doch wieder nicht.Warum das? Vom Lehrermangel spürt man in der Bundeshauptstadt sowie in den anderen Universitätstädten aus bereits erwähntem Grund (alle wollen den Master machen!) nichts. Ich sehe mich in den öffentlichen Stellenanzeigen um: Mir fällt auf, es gibt in den ländlichen Gebieten sehr viele offene Stellen. Und vor allem in der Peripherie (aus rein kartografischer Sicht), wie in Schärding, Rohrbach, Bludenz, also Orten die nahe an der Grenze zu Bayern oder zur Schweiz liegen. Dass man dort das Doppelte bis Dreifache verdient, hat sich schon längst herumgesprochen. Viele meiner wiffen KollegInnen aus den ersten Semestern sind längst dorthin oder weiter weg ausgewandert. „Ich sehe hier keine Zukunft für mich“, so lautete ihr Tenor, bevor sie das Land verlassen haben.
    Doch was soll ich in Schärding? Ist zwar sicher eine schöne Stadt aber ich habe dorthin erstens keine Beziehungen, zweitens muss ich dort immer mit dem Gefühl arbeiten gehen, dass ich, wenn ich 40km weiterfahre 2Mal soviel verdienen würde und drittens, das ist der Hauptknackpunkt: Wie soll ich von dort aus jemals meinen Masterabschluss machen?

    Schärding, 01.10. 2024.
    Da die Hoffnung bekanntlich zuletzt stirbt, habe ich es gewagt und bin nach Schärding übersiedelt. Ich bin seit einem Monat hier. Die Stadt gefällt mir recht gut, die Butter mundet und die Menschen sind auch sehr nett. Doch die Schule wurde schon länger nicht mehr modernisiert und ich darf mir im Lehrerzimmer den Platz mit einer sehr sympathischen, gutaussehenden jungen Kollegin teilen. Sie unterrichtet Englisch und Spanisch. Bereits nach einem Monat in Schärding wird mir klar, es ist eine absolute Unmöglichkeit mein Studium zu beenden. Ich versuche es, schaffe es aber neben meiner vollen Lehrverpflichtung (24 h Unterricht) gerade mal mich zu erholen. Das Curriculum in Linz, so habe ich den Eindruck, wurde absichtlich nicht an die Arbeitszeiten der JunglehrerInnen angepasst, weshalb es abends kaum Vorlesungen gibt. Ich schaffe es nie und nimmer mein Masterstudium abzuschließen und ich werde das Gefühl nicht los, dass dies ein konkreter Plan der Regierung Faymann/ Spindelegger im Jahr 2013 war.

    Immer mehr habe ich das Gefühl, dass ich meiner Zukunft beraubt wurde, meine Motivation schwindet, weil das Gros der Bürger uns Lehrer immer noch hasst. Hauptgrund scheinen diese unsäglichen Pisa-Testungen zu sein, von denen ich persönlich wenig halte, da Bildung meiner Meinung nach zu komplex ist (oder eben sein sollte) um sie in ein standardisiertes quantifizierendes Schema zu pressen. Jedenfalls nehmen die üblichen Medien und deren gewohnt unkritische Konsumenten es offensichtlich zum Anlass uns Lehrer die Schuld zu geben für die jährlich schlechter werdenden Ergebnisse in denen Österreich europaweites Schlusslicht ist.

    Es gibt keine Lichtblicke in meinem Leben. Ganz im Gegenteil: Ich bin, dadurch, dass ich Bachelor bleiben muss, ewig kündbar, erpressbarer und als billige Arbeitskraft ewig an Kettenverträge gebunden! Wäre ich noch einmal 18, dann würde ich einen anderen Weg einschlagen, aber in Österreich Lehrer zu sein (oder zu werden), dass würde ich mir nicht ein zweites Mal antun!

    02.10.2025
    Koh Lipe, Thailand. Wir haben uns entschlossen aus unserem wohlverdienten Urlaub nicht mehr zurückzukommen. Hier in der Dorfschule wird dringend ein Informatiker und eine Englischlehrerin gesucht…

  6. Franz 28. November 2013 at 17:02 #

    Die wehleidigkeit mancher gym-lehrer ist schon beträchtlich. In meiner schulzeit war es eine handvoll engagierter pädagogen die etwas mehr als das absolute minimum in den unterricht u die schüler investiert haben, die erfahrungen von freunden, bekannten u verwandten aus ganz ö decken sich mit dem. Dort wo es am notwendigsten ist, im pflichtschulbereich, geht die reform mit erheblichen verbesserungen für das personal einher. Engarierte junglehrer im ahs bereich werden besser entlohnt und für alle die es ach so hart trifft gibt es die übergangsfrist. Das gesempere ist wirklich mehr als entbehrlich

  7. Alexander 28. November 2013 at 16:39 #

    @Lisa
    Hier wird wohl der vierjährige Überstellungsverlust angesprochen. Den gibt es zwar, wodurch das 9 semestrige Lehramtsstudium bis auf 1 Semester für die Gehaltsvorrückung nicht angerechnet wird. Das ändert aber nichts daran, dass das Unterrichtspraktikum, der Zivildienst und die Zeit vom 18. Lebensjahr bis zur Matura voll angerechnet werden. Im meinen Fall wären das bereits ca. 36 Monate an Vordienstzeiten. Hier wäre ich theoretisch in der Gehaltsstufe 2, aber leider nur in der Theorie 🙂
    Hinzu kommt nämlich, dass im AHS/BHS-Bereich die von der SPÖ verteufelte Kettenvertragsregelung ganz normal angewendet wird. Die ersten fünf Dienstjahre bekommt man nur einjährige Kettenverträge, erst dann gibt es einen unbefristeten Vertrag mit Biennalsprüngen!
    (Man notiere sich hier: Die Kettenvertragsregelung ist für die SPÖ in der Privatwirtschaft ganz, ganz böse, im Öffentlichen Dienst aber ist sie ganz, ganz toll für die SPÖ.)
    In meinem Fall sind es dann insgesamt sieben Dienstjahre, wo nichts mehr abgezogen werden kann. Daher werde ich wohl kaum jemals in Gehaltsstufe 2 landen. Diese Gehaltsstufe wird wohl nur Personen treffen, die das Pech hatten, erst am Tag ihrer Matura ihren 18. Geburtstag zu feiern.
    Eines stimmt aber. Wenn die SPÖ sich an die Gesetze halten würde, die sie für die Privatwirtschaft fordert, dann würden wirklich alle AHS/BHS-Lehrer in der von Ihnen genannten Gehaltsstufe landen.

  8. Lisa Schindler 28. November 2013 at 15:04 #

    Einige Anmerkungen zu den Kommentaren mehr dazu noch später

    @ Alexander

    Zum Ausmaß der Lehrverpflichtung für AHS: Die 20 Wochenstunden sind in § 2 Abs. 1 Bundeslehrer-Lehrverpflichtungsgesetz vorgesehen. Damit sind sie der Ausgangspunkt der Lehrverpflichtung bei einer Vollbeschäftigung.

    Und zu den Gehaltsstufen: Genau genommen sind die 2.293 bereits die Gehaltsstufe 2 (nachzulesen in § 41 Vertragsbedienstetengesetz). Die Vordienstzeiten werden zwar angerechnet, aufgrund des § 15 VBG aber wieder abgezogen…. In der Gehaltsstufe 2 zu landen ist damit schon großzügig gerechnet.

    @ Andreas

    Gerade das Argument der Frauenfeindlichkeit kann ich absolut nicht nachvollziehen. So kann nur jemand argumentieren, der Haushalt und Kinderbetreuung für Frauenarbeit hält. Die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben sollte seitens des Staates für Männer und Frauen durch Anreize zur gleichmäßigen Verteilung der Belastung und ein ausreichendes Angebot an Kinderbetreuungsplätzen hergestellt werden – nicht durch weniger Arbeitsstunden für sogenannte „Frauenberufe“

    Das Argument, dass die Gehälter 12 Jahre nicht ansteigen ist schlicht und einfach unwahr. Die 12 Jahre ergeben sich lediglich aufgrund der Vorgaben für die Berechnung der Vordienstzeiten. Da die Ausbildung ab Ende der Schulpflicht angerechnet wird, ist der erste Sprung nach etwa 5 Jahren zu erwarten, was dem neuen Schema: weniger aber größere Sprünge entspricht.

    @ Irene

    Wie schon oben geschrieben: Niemand muss den Master neben einer vollen Lehrverpflichtung absolvieren. Hier sind die unterschiedlichsten Kombinationen möglich. Siehe dazu: ursprünglicher Text des Blogeintrags. Das Gegenteil, dass dann keineR mehr einen Masterabschluss machen würde, halte ich für unplausibel: Die im Gesetzesentwurf vorgesehene Kündigungsmöglichkeit ist doch ein sehr starkes Argument, diese Dienstpflicht nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. Kaum eineR wird nach fünf Jahren eine Kündigung riskieren wollen.

    Ja, das Prinzip: Für jeden Handgriff eine Zulage wurde aufgegeben. Dafür gibt es mehr für aufwändigere Unterrichtsfächer und weiters Zulagen für die Arbeit als MenorIn, Bildungsberatung, Berufsorientierungskoordination, usw. Andere Tätigkeiten, wie Kustodiate oder KlassenvorständIn reduzieren werden als Stunden angerechnet. Insgesamt werden massive Mehrkosten verursacht, in den Spitzenzeiten 400 Millionen Euro im Jahr.

    @ Susanne

    Die 8-semestrigen Bachelorstudien werden in Zukunft mit der neuen LehrerInnenbildung auch an der Universität angeboten.

  9. Susanne Vrchoticky 28. November 2013 at 11:51 #

    Liebe Lisa Schindler, liebe Sektion 8

    Ein achtsemestriges Bachelorstudium an einer PH ersetzt nicht das bisherige Lehramtsstudium an einer Universität. Ich gehe von meiner eigenen Ausbildung an der TU Wien aus, Lehramtsstudium Chemie und Physik. Hier habe ich in meinem Studienplan etwa zwei Drittel von zwei Diplomstudien zu absolvieren (in Physik ist es etwas „weniger hart“ als das Diplomstudium, weil es für das Lehramt eigens konzipierte LVA als Alternative zu den „Schreckensfächern“ gibt). Jedenfalls wird mir aber in beiden Fächern eine solide fachliche, an Wissenschaft orientierte Ausbildung zuteil, die weit über das an der Schule geforderte Fachwissen hinausgeht. Und das ist gut so! Zur Förderung talentierter SchülerInnen brauche ich genau das. Auch zur Betreuung der neuen Vorwissenschaftlichen Arbeiten brauche ich genau das.
    In Zukunft, das entnehme ich der neuen LehrerInnenausbildung, passiert ein großer Teil der Ausbildung ausschließlich an der PH – wo ich kein Chemielabor von innen sehe, und in zwei Semestern an der Universität soll ich dann all das nachholen? Wohlgemerkt steht das berufsbegleitende Masterstudium neben einer Indkuktionsphase, in der ich Vollzeit unterrichten soll, dezidiert im Dienstrechtsentwurf. Beides nebeneinander halte ich schlichtweg für unmöglich (Eigene Erfahrung: halbe Lehrverpflichtung und Studium eines Lehramtsfaches, das andere ist fertig studiert. Es ist richtig, dass die pädagogische Bildung bis jetzt zu kurz kommt(was viel mehr an den angebotenen Lehrfächern liegt als an der Stundenanzahl, aber das ist meine Privatmeinung)Daraus aber abzuleiten, dass in einer Ausbildung neu die Verhältnisse umgekehrt werden müssen, kommt mir ein bisschen komisch, um nicht zu sagen, irrsinnig vor.
    Die Verzinsung, mit der die Regierung das steigende Lebenseinkommen rechnet (egal, ob es drei oder vier Prozent sind), die kann ich nur als Zynismus werten, wenn ich mir das derzeitige Zinsniveau ansehe.Seien Sie bitte ehrlich genug, das zuzugeben.
    Aber mir geht es eigentlich nicht ums „Erbsenzählen“, ich arbeite derzeit mit einem Sondervertrag und mir kommen bei jedem Gehaltszettel die Tränen, wenn ich sehe, was ich für den Aufwand, den ich betreibe, bezahlt bekomme. Ich übe meinen Beruf trotzdem gerne und mit viel Engagement aus. Das Feedback meiner SchülerInnen zeigt das. Mehr Unterrichtsstunden „in der Klasse“ heißt für mich nicht mehr Unterricht in „meinen“ Klassen, sondern zusätzliche Klassen. Macht bei ca 25 Kindern pro Klasse 50 bis 75 SchülerInnen pro Woche mehr, die mich sehen, mit denen ich arbeite, deren Lebensumstände, Lerngewohnheiten, Ängste und Nöte ich kennen und verstehen will – und muss, um sie wirklich gut betreuen zu könnnen. Ergo habe ich für jede Einzelne und jeden Einzelnen weniger Zeit. Unabhängig davon, wie viel Zeit pro Woche ich in der Schule verbringe, denn auch mein Tag hat nur 24 Stunden. Das heißt auch, wenn ich mehr betreue, bleibt weniger Zeit für das Entwerfen von Klassenprojekten, Wettbewerbsbeiträgen, fächerübergreifenden Projekten usw. Genau die Unterrichtsteile, die den SchülerInnen mehr Spass machen als „nur den Stoff“ zu lernen. Die Alternative dazu wäre, weniger Stoff zu unterrichten. Wie ich es auch drehe und wende, es kommt weniger Qualität heraus. Genau das, was ich eigentlich nicht will. Dazu gehört auch der Unfug, dass ich in Zukunft dazu verpflichtet werden kann, jedes Fach in jeder Altersstufe zu unterrichten. Müsste ich meine SchülerInnen auch Mathematik oder gar Französisch (letztes Mal gebraucht bei der eigenen Matura) lehren, würde ich das Wort Unterrichtsqualität nicht mehr in den Mund nehmen wollen (und ich brauche in beiden Fächern ein gerüttelt Maß an Mathematik – aber das Anwenden und das Unterrichten sehen hoffentlich auch Sie als zwei Paar Schuhe…)
    Die Gleichstellung aller LehrerInnen im Entwurf ist das Einzige positive für mich, wenngleich es wieder nicht alle PädagogInnen erreicht. Gerade die, die mit den Allerkleinsten arbeiten und m.E. die größte Verantwortung für eine positive menschliche Entwicklung ihrer Schützlinge tragen, bleiben erheblich schlechter gestellt. Ja, ich rede hier von den Kindergärten.
    Zu einem modernen Dienstrecht gehört für mich sehr wohl ein adäquater Arbeitsplatz und ausreichendes Unterstützungspersonal. Würde eine private Firma Arbeitsplätze zur Verfügung stellen, wie sie in den meisten Schulen vorzufinden sind, und zusätzlich von den MitarbeiterInnen verlangen, ihre private Infrastruktur für die Erledigung der Arbeit zu nützen, wäre wohl sehr schnell das Arbeitsinspektorat vor Ort.

  10. Hilde Muhr 28. November 2013 at 11:12 #

    Die Besserstellung der Pflichtschullehrer ist eine Mär. Sie müssen in Zukunft eine viel aufwendigere und längere Ausbildung machen und verlieren dadurch mindestens 2 Jahresgehälter (=50000 Euro), falls sie den Master sofort machen (sonst die Hälfte). Trotzdem werden sie im Vergleich zu anderen Masterstudienabsolventen viel schlechter entlohnt, ein Vergleich mit den jetzigen Pflichtschullehrern hinkt, weil ja die neu Ausbildung viel länger ist und auch die Arbeitszeit höher sein wird. Das Lehrergehalt muss an das anderer Master angeglichen werden. 70% der Lehrerinnen sind Frauen und die arbeiten jetzt schon oft Teilzeit. Durch die Arbeitszeiterhöhung werden noch mehr junge Frauen in Teilzeit gedrängt und verdienen dann viel weniger als heutige Pflichtschullehrer. Wenn der Kanzler sagt, wir werden das Budget nicht auf dem Rücken von 60-jährigen Frauen sanieren, dann frage ich mich warum auf dem Rücken junger Frauen? Ist das die „sozialdemokratische Handschrift“?

  11. Matthias Hofer 28. November 2013 at 10:21 #

    Hier scheint die SPÖ-Parlamentsklubinfo unreflektiert und wortident übernommen worden zu sein …

  12. Der Busfahrer 28. November 2013 at 02:05 #

    Eine „sozialdemokratische Handschrift“, die zum Zwecke des Abbaus nicht zu rechtfertigender Schlechterstellung von LehrerInnen im Pflichtschulbereich die Verschlechterung der Bedingungen für AHS-/BHS-Lehrer/innen vorsieht, statt die Verbesserung für Pflichtschullehrer/innen, ist schon fast eine gefährliche Drohung.

  13. Lukas Walcher 28. November 2013 at 00:24 #

    AUFWACHEN!!

    Entschuldigung aber ich habe immer gedacht, dass die Sektion 8 und ihre Schreiberlinge eine kritischere Position zu ihrer Parteispitze pflegen, dass sie anstatt unreflektierten Kadavergehorsam zu leisten, sich vor allem ein wenig mehr LINKS orientieren. Der obige Text, der anstatt an der Oberfläche dieses bildungs- und demokratiepolitischen Ungetüms zu kratzen, au ebendieser herumpoliert, wirkt ja gehorsamer und einfältiger als es jede dieser Gratisgazetten zustandegbracht hätte.

    Ich als eigentlicher Verfechter einer Gesamtschule und eines Bildunssystems, welches so wenige wie möglich zurücklässt und mit vollstem Einsatz darauf abzielen sollte, jedem Kind die gleichen Chancen zugänglich zu machen, sehe in dem Neuen Dienstrecht NICHTS dergleichen! Ganz im Gegenteil: Die besagten jahrzehntelang erhärteten Fronten werden deshalb doch nicht verschwinden! Sie werden sich ganz einfach nur verschieben!! Die Diskussion oder Frage wird in Zukunft (und darauf möchte ich sogar schwören) nicht mehr lauten: Gesamtschule oder Gymnasium (?), sie wird vielmehr als bereits jetzt lauten: öffentlich oder privat? Eine Gesamtschule wird in diesem, wie in jedem anderen Land in welchem Bildung die einzige wirklich verfügbare Ressource darstellt, auch nur dann funktionieren, wenn sie BESSER ist als jede mögliche private Alternative. Nur dann, wenn sie so gut aufgestellt ist, dass gar niemand auf die Idee kommen möchte, seine Sprösslinge woanders hinzustecken, nur in diesem Zusammenhang hat eine Gesamtschule auch wirklich Zukunft. Alles andere führt uns unweigerlich in ein noch größeres Dillemma wie es sich beispielsweise in Amerika oder Großbritannien abspielt, wo Eltern ihre letzten Cents, (falls sie überhaupt noch welche haben) opfern um ihren Kindern eine Bildung zu ermöglichen die ihnen zumindest theoretisch eine bessere Zukunft ermöglicht.

    Und mit diesem Dienstrecht wird, wenn man sich wirklich objektiv und eingehend damit befasst, der Grundstein für einen dahingehenden fatalen Abbau für den eigentlich äußerst reformbedürftigen Bildungsstandort Österreich gelegt! Hier wird einer Nivellierung nach unten einfach „der Tarnanzung der Gerechtigkeit“ übergezogen und gerade auf diesen billigen Clou fallen diejenigen von denen man Kritischeres und Weitsichtigeres erwartet, rein. Es scheint so als würde, die schon in den letzten Jahren von der kapitalistischen (Kapitalismus= auf Kosten derer, bei denen abgebaut wird und zum Nutzen derer die Abbauen) Politik forcierte Devise des Bildungsabbaus, die (nunmehr vermeintliche) linke Intellektuelle erreicht haben.

  14. Christian 28. November 2013 at 00:06 #

    Zur SPÖ-Handschrift: schon eigenartig, wenn die sozialistische Partei mit Wirtschaftsinteressen agiert. Mehr Arbeit für weniger Geld – damit wird sie wohl in Zukunft ähnliche Ansinnen in anderen Berufszweigen kaum etwas entgegenhalten können.
    Ebenso der Gleichheitsirrsinn – ein und dieselbe Ausbildung für Volksschulkinder bis zu MaturantInnen, wie wenn es keinen Unterschied zwischen Einmaleins und dem Integral oder dem Lesenlernen und einer lebenden Fremdsprache gäbe. Was nützen die besten pädagogischen Fähigkeiten, wenn man fachlich ahnungslos ist?!
    Die Sozialisten sollten von der Bildung lieber die Hände weg lassen!

  15. Alexander 27. November 2013 at 23:13 #

    Ich habe selten einen derartig schlecht recherchierten Beitrag gelesen. Außerdem erinnert er mich irgendwie an die öffentlich zur Schau gestellte Inkompetenz der Tageszeitung Österreich in Sachen Nationalteam.

    Fehler 1: Ein AHS/BHS-Lehrer mit 2 Schularbeitsfächern unterrichtet ca. 18 Stunden und keine 20. Wie diese Zahl herbei fantasiert wurde, würde mich schwer interessieren!

    Fehler 2: Es gibt zwar eine Gehaltsstufe 1 (2.293€) für AHS/BHS-Lehrer, allerdings steigt kein Lehrer nach Abschluss seines Studiums in diese Gehaltsstufe ein, da die Studienzeiten, der Zivildienst und das Unterrichtspraktikum als Vordienstzeiten angerechnet werden. Daher hat man druchschnittlich bereits 6 Jahre Vordienstzeiten angesammelt, was 3 Biennalsprüngen entspricht. Ergo steigt man in Gehaltsstufe 3 (Frauen) oder 4 (Männer) ein.

    Bevor man derartig schlechte Beiträge verfasst, sollte folgende Regel beachtet werden: Nicht unnötig posten, wenn man keine Ahnung hat.

  16. Andreas 27. November 2013 at 12:38 #

    Rafael: Wie oben erwähnt sprechen wir von einer Erhöhung von 200 Euro brutto, die nächste Erhöhung kommt dann nach zwölf Dienstjahren. Trotz der (höchst spekulativen) „Abzinsung“ sinkt die Lebensverdienstsumme deutlich.

    Vor allem benachteiligt werden LehrerInnen, die Teilzeit arbeiten und nicht die volle Unterrichtsverpflichtung ableisten – also zB Mütter mit kleinen Kindern.

    Und weil es mir so wichtig ist nochmals meine Frage: Wie viele Dienststellen werden in Zukunft durch die steigende Unterrichtsverpflichtung eingespart – wie viele Arbeitsplätze fallen weg?

  17. Patrick Hacker 26. November 2013 at 22:35 #

    Bitte ausbessern:
    AHS/BHS SekII:
    Alt: 17 Stunden (Englisch) bis 21 Stunden (Turnen)
    Neu: 22+2 Stunden egal welches Fach.

  18. Rafael 26. November 2013 at 22:19 #

    Gibts einen Link zu den genauen Gehaltskurven nach altem und neuem Modell, hab beim googel nur spärliche Information gefunden.

    @Andreas: Wenn ich diesen Bericht zugrunde lege: http://www.krone.at/Oesterreich/Das_aendert_sich_durch_das_neue_Lehrerdienstrecht-Kurs_in_Freizeit._etc.-Story-322371 dann ist das Einstiegsgehalt sowohl bei Pflicht als auch bei BundesschullehrerInnen höher. Das Endgehalt bei BundeslehrerInnen rund 800€ niedriger. Ich gehe davon aus, dass sie sich hauptsächlich am niedrigeren Endgehalt stossen. Wenn man das Einkommen über den gesamten Zeitraum vergleicht und zukünftige Gehälter entsprechend abzinst, sieht man, dass das Gewicht (bzw. der Barwert) für Gehälter im Jahr 33 ziemlich gering ist (knapp 37% bei 3% Zins p.a.). Ich kanns leider ohne die Zahlen nicht genau rechnen aber dieses Beispiel allein macht mich ziemlich sicher, dass das Lebenseinkommen steigt. Das kann man kritisieren, wenn man meint eine steile Gehaltskurve ist gut weil man dann viel verdient wenn mans eigentlich nicht bracht (nicht wenn man zb. eine Familie gründet). Aber Zynismus kann ich hier keinen erkennen, eher das Gegenteil.

  19. Irene 26. November 2013 at 21:23 #

    Ich bitte sie etwas objektiver zu recherchieren!!
    Denn gerade als ÖH Vertreterin sollte man die Meinungen der Lehramtsstudierenden vertreten und der Großteil derer meint dass das neue Dienstrecht eine Blamage ist…

    – den Masterabschluss neben einer vollen Lehrverpflichtung absolvieren zu müssen- ja das werden wir dann leider zu spät präsentiert bekommen, wenn es niemand mehr für nötig hält den Master zu studieren (wenn man ohnehin alle LeherInnen in der Schule halten muss, die man noch hat)

    – Lesen sie sich bitte die propagierten ZULAGEN genau durch, Fakt ist
    – Dienstzulage Erziehungsleiter gestrichen
    – Dienstzulange Fachkoordinator gestrichen
    – Kustodiaten und Klassenvorstandsverwaltung gestrichen
    – Lernbegleiter und Betreuungszulange für Studierende gestrichen

    – Die Zahlen kann man so oft drehen und wenden wie man möchte- Fakt ist es bleibt ein Sparpaket!

    Wie kann man so etwas nur zustimmen??? (Diesen HandlugsspielTraum würd ich auch gern träumen!)

  20. Andreas 26. November 2013 at 16:59 #

    Aha, und wie viele Dienststellen werden wohl eingespart? Bisher war der Beruf „Lehrerin“ (über 70% sind Frauen) einer der wenigen, die eine Vereinbarkeit von Familie und Beruf ermöglichten. Jetzt also mehr Unterrichtsverpflichtung – weniger LehrerInnen, die mehr Klassen unterrichten müssen. BA-Studierende sollen neben der vollen Unterrichtsverpflichtung (ab dem ersten Tag des Schuleintritts) den MA-Abschluss berufsbegleitend nachholen. Das „Abendland“ wird nicht untergehen – aber die Regierung im Verbund mit der Kronen Zeitung fährt über die LehrerInnen und ihre Gewerkschaft einfach drüber.

    Um 200 Euro steigt das Einstiegsgehalt – wie gesagt bei einer deutlich erhöhten Unterrichtsverpflichtung. Dannach steigt es 12 Jahre nicht mehr an und die Endgehälter werden um bis zu 1.000 unter dem alten Besoldungsschema liegen: Also mehr Arbeit für weniger Gehalt – ein solches Dienstrecht als „Fortschritt“ zu verkaufen ist einfach zynisch.

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