Archive | Links der Woche

Links der Woche 29/2019

Es geht um Geld, Macht- und Besitzverhältnisse. Nein, wir berichten nicht live aus der Lichtenfelsgasse 7, sondern widmen uns – in den heutigen Links der Woche – der Scheidungsanwältin und „feministischen Kampfmaschine“ Helene Klaar. Außerdem beschäftigen wir uns auch mit dem Thema Frauenbild und Schwangerschaft, dem österreichischen Autofetisch und der Sozialversicherung.

Scheidungsanwältin Helene Klaar

„Dass man auf Unrecht hinweist, das insbesondere Frauen widerfährt, genügt offenbar, damit man als streitbare, männerfressende Emanze definiert wird.“

Es gibt ein neues Interview mit Scheidungsanwältin Helene Klaar! Wie immer ein Lesegenuss, egal ob Single, glücklich verheiratet oder mit Scheidungsabsicht – man lernt was übers Leben: >>Wiener Zeitung<<

Es ist auch die perfekte Gelegenheit, in ihren älteren Interviews zu schmökern:

Wie z.B. in der >>Süddeutsche Zeitung<<
„Sie sind noch mit dem Vater der schreienden Bälger verheiratet. Was ist Ihnen gelungen, was anderen nicht gelingt?
– Wir haben nie geglaubt, dass uns das pure Glück erwartet. Wir haben nicht an die Fernsehwerbung geglaubt, die einem vormacht, wenn man den Kindern nur die richtige Windel umschnallt, tanzen sie Cancan, schreien nie, und man kann wunderbar kochen und hübsch sein und aufregenden Sex haben. Außerdem haben mein Mann und ich feste politische Überzeugungen und sind der Meinung, dass an allem wirklich Schlechten der Kapitalismus schuld ist. Daher lassen wir uns nicht gegeneinander hetzen.“

… oder auch im >>Profil<<
„Das Problem ist, dass der Staat Hausfrauen für die Ehemänner so billig macht. Müsste der Ehemann Kranken- und Pensionsversicherung zahlen, würde er sich eine solche Entscheidung überlegen. So braucht er seine Hausfrau nur beheizen und beleuchten, ihr zweimal im Jahr zwei Kleider kaufen, und in Wahrheit zahlt die öffentliche Hand diese für ihn so günstige Arbeitskraft.“

„Schwanger-Werden-Können“

Die wunderbare Antje Schrupp hat ein Buch über Schwanger-Werden-Können geschrieben (bzw über all die Implikationen, dass dies nicht alle Menschen können). In einem ersten Interview dazu: >>Spiegel<<

„In unserer Kultur verlieren Menschen, die schwanger sind, das Recht auf körperliche Selbstbestimmung. Die Gesellschaft hat Anspruch auf einen Teil dieses Körpers, den Embryo. Das wurzelt noch immer in der alten aristotelischen Beschreibung des Vorgangs, laut der die Schwangere und der Uterus lediglich als Gefäß angesehen werden für den männlichen Samen. Bis heute sagt man ja etwa: Sie hat einen Braten im Ofen. Die Frau erbringt eine Dienstleistung für andere. Der Embryo gilt als ein von ihr getrenntes, eigenständiges Wesen, das eigentlich anderen gehört.“

Autofetischnation Österreich

Helge Fahrnberger zerpflückt in diesem Artikel den Autofetisch in Österreich. Ausgehend von den tragischen Unfall letzte Woche zerpflückt er die mediale Berichterstattung und zeigt auf, wo überall das Auto in Österreich Vorrang hat: >>Die Presse<<

Wer zahlt schafft an!

Ich hab mich hier Mal wieder mit der Sozialversicherung auseinander gesetzt. Konkret unterziehe ich die Argumentation „Wer zahlt schafft an!“ in der Krankenversicherung einem faktcheck: >>Reflektive<<

Spoiler: Das geht sich nicht aus.

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Links der Woche 27/2019

„Sommer, Sonne, Donauinsel“ heißt es auch für viele unserer fleißigen Link-Sammler, aus diesem Grund gibts auch heute wieder nur eine Kinder-Portion Links der Woche! Diesmal mit Sebastian Kurz, Österreich-Hass und Foucault.

Kritik? Nein danke!

Den meisten Politikinteressierten auf Twitter ist #NatsAnalyse vermutlich ein Begriff. Die Politikwissenschafterin und Rechtsextremismus-Forscherin Natascha Strobl analysiert unter diesem Hashtag autoritäre Sprachmuster. In einem „Kommentar der Anderen“ für den Standard beschreibt sie, wie sich die ÖVP gegen Kritik immunisiert. Ihrer Einschätzung nach „führt Sebastian Kurz keinen Wahlkampf mehr, sondern hält religiöse Weihefeiern ab“: >>Klick<<

Österreich-Hass

Alexandra Stanić schreibt wöchentlich darüber, wie sie Politik, Rassismus und Sexismus erlebt. In ihrem VICE-Beitrag „Warum ich Österreich hasse“ wirft sie einen kritischen Blick auf Österreich und auf die Erfahrungen die sie im täglichen Leben durch ihrem bosnischen Migrationshintergrund macht. >>Klick<<

Youtube-Serie: Michel Foucault

Dr. Barberi versucht in seiner aktuellen Youtube-Serie das Wichtige am gauchisme radicale des Prof. Dr. Michel Foucault: >>Klick<<

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Links der Woche 24/2019

Datenanalysen und die interaktive Darstellung dieser können so unglaublich cool sein! Aus diesem Grund gibts heute von uns ganz viele Daten und Fakten verpackt in netten anschaulichen Tools zum Thema Redezeit von Frauen, Wohnen, Nationalratsmandate und Klimawandel. Jedoch keine Sorge, auch Sebastian Kurz‘ Sparlügen und die Nachteile der schönen neuen digitalen Schulwelt kommen nicht zu kurz!

Wer redet länger?

Wie ist die Verteilung der Redezeit in Eurem Lieblingsfilm? Stimmt es wirklich, dass Schauspielerinnen über 40 von der Bildfläche verschwinden während ihre männlichen Kollegen weiterhin Karriere machen? Hier rausfinden:
>>The Pudding<<

Wer profitiert vom Berliner Mietmarkt?

In einem interaktiven Artikel präsentiert der Tagesspiegel das Ergebnis einer ausführlichen Recherche:
>>Tagesspiegel<<

Vergabe der Nationalratsmandate

Wers genau wissen will: Wie werden eigentlich die Nationalratsmandate nach der Wahl auf die Parteien verteilt? Welche Rolle spielen Regionalwahlkreise, Landeswahlkreise? Und was genau ist noch einmal ein Grundmandat?
>>Strategieanalyse<

Klimawandel trifft Heimatstadt!

Die >>New York Times<< zeigt euch sehr anschaulich wie hart der Klimawandel eure Heimatstadt trifft.

Sparen im System?

Bei sozialpolitisch sinnvollen Maßnahmen rechnen die Wirtschaftsliberalen gerne vor, welche Unsummen diese angeblich kosten würden. Die Regierung ‚Kurz‘ hat in nur 17 Monaten fast 230 Mio. Euro im wahrsten Sinne des Wortes verbrannt: Für Polizeipferde, Unmengen an Posten für Günstlinge und natürlich für massig PR:
>>Kontrast<<

Digitale Schulwelt nur für Reiche

Die Süddeutsche diskutiert mögliche Nachteile, die der digitalen Wandel in der Schulwelt mit sich bringt: Große Konzerne machen den Nachwuchs zu zukünftigen Kunden, und Kinder aus Familien die sich das teure Zubehör nicht leisten können laufen in Gefahr abgehängt zu werden:
>>Süddeutsche<<

Alles übers Staatsbürgerschaftsrecht:

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Links der Woche 22/2019

Diese Woche hat sich wieder einiges getan, in der deutschen Sozialdemokratie: Die neue Parteiführung wird nun per Mitgliederbefragung entschieden – das finden wir sehr löblich!
Weiters empfehlen wir euch noch Julia Herrs Artikel zum Wahlkampf der SPÖ, freuen uns über Julia Strojs Analyse zur Pflegeverischerung und beobachten die Geisteswelt des Rechtsextremismus.

SPD und jetzt?

Die SPD ist verzweifelt auf der Suche nach einer neuen Parteiführung. Mike Szymanski sieht in seinem Kommentar in der Süddeutschen eine Mitgliederbefragung als richtigen Weg: „Im besten Fall belebt ein solches Verfahren die gesamte Partei – und zwingt sie am Ende auch dazu, die Neue oder den Neuen an der Spitze zu unterstützen. Notwendig wäre das.“
Hier zum Nachlesen!

Ein Interview mit Lino Leudesdorff, dem stellvertretenden Bundesvorsitzenden der DL21 in der SPD, zum Rücktritt von Andrea Nahles und zum Zustand der Partei gibt es hier zum Nachlesen!

Gekommen um zu siegen!

Julia Herr skizziert in einem Kommentar im Standard, wie der sozialdemokratische Wahlkampf aussehen sollte. Ihr Resümee:
„Der Weg zu einer sozialdemokratischen Regierungsbeteiligung führt nicht über eine Unterwerfung unter den abgewählten Sebastian Kurz. Sondern über die Abwahl des von ihm vertretenen Systems einer käuflichen Politik. Dafür, und nur dafür lohnt es sich die nächsten drei Monate zu streiten.“
Hier zum Nachlesen!

Die Geisteswelt der Rechten

Das Radiokolleg auf Ö1 widmet sich diese Woche ausführlich der Geisteswelt der (neuen) Rechten und geht der Geschichte, Philosophie und dem Aktivismus dieser Bewegung auf den Grund. Ideologisch unterfüttert ist sie auch von der linken Ideengeschichte. So wird zB Antonio Gramscis Konzept der „kulturellen Hegemonie“ aufgegriffen und im Sinne eines „Rechten Gramscismus“ weitergedacht.
Hier zum Nachlesen!

So verschiebt man Debatten nach rechts

„Wenn Hitler wiederaufersteht, nennen Sie ihn ‚der in manchen Kreisen als rechtsnational verschriene Adolf Hitler‘.“

Eine praktische Anleitung, wie man die Debatte nach rechts verschiebt.
Von Sascha Lobo im Spiegel: Hier zur Anleitung!

Pflegeversicherung? Nein danke!

Unsere Frauenreferentin hat sich der Sinnhaftigkeit von einer Pflegeversicherung gewidmet: Hier zum Nachlesen!

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Links der Woche 20/2019

Letzte Woche hat uns der Angriff auf ein lesbisches Pärchen in der Londoner U-Bahn besonders schockiert. Die Woche meldete sich Chris, eine der beiden, zu Wort mit einer kritischen Frage: Wären wir genauso schockiert gewesen, wenn es sich dabei nicht um zwei weiße weibliche cis-gender Personen gehandelt hätten? Im Guardian-Artikel am Ende dieser Ausgabe der Links der Woche versuchen wir der Frage dahinter auf den Grund zu gehen. Auf dem Weg zum Ende unseres Beitrags denken wir außerdem laut über öffentlich-rechtliches Social Media, den Anträge in der SPÖ und Fortnite nach!

Öffentlich-rechtliches Facebook?

Der Kommentar „Facebook & Co. brauchen eine öffentlich-rechtliche Organisation“ von Hartmut Gieselmann im aktuellen c’t magazin ist jetzt auch frei im Netz: „In Zusammenarbeit mit Soziologen müsste an Stelle der Likes und Follower ein neues Bewertungssystem entstehen, das nicht auf Aufmerksamkeits- und Profitmaximierung ausgerichtet ist, sondern konstruktive Beiträge nach oben spült und Teilnehmer belohnt, die respektvoll mit ihrem Gegenüber umgehen.“
Hier zum Nachlesen!

Wer oder was ist „Fortnite“?

So muss sich Oma fühlen, wenn man ihr das Tablet erklärt, aber es gehört zum Allgemeinwissen: Was hat es eigentlich mit Fortnight auf sich? Ein super Falter Podcast mit Bildungs-Kolumnistin Melissa Erkurt, Fortnight Spieler Thomas und Computerspieleforscher Eugen Pfister.
Hier zum Nachhören!

Die SPÖ und ihre Aktivist*innen

Anträge bei Parteitagen sind ein klassisches Mittel in der SPÖ, um Vorschläge der Basis an die Führung heranzutragen. Auch die Sektion 8 bedient sich häufig (mal mehr, mal weniger erfolgreich) dieses Mittels.
Doch was passiert wirklich mit diesen Anträgen, und wovon ist der Erfolg abhängig?
Matthias Kaltenegger, Katharina Heugl und Wolfgang C Müller haben über 3000 Anträge bei SPÖ-Bundesparteitagen über 70 Jahre analysiert.
>>Hier<< eine Zusammenfassung von Laurenz Ennser-Jedenastik und >>hier<< das Paper im Volltext.

Wann schockiert Homo- und Transphobie?

Wer hat es nicht gesehen? Das Foto von zwei zerschundenen, blutigen Frauengesichtern, die dem Vernehmen nach dafür in der Ubahn geschlagen wurden, weil sie sich weigerten sich zur Belustigung von ein paar Halbwüchsigen zu küssen. Eine der beiden wendet sich nun in einem klugen Kommentar an die Öffentlichkeit. Der riesige Aufschrei hätte nur deswegen stattgefunden, weil sie zwei feminine, weiße, cis-Frauen sind. Doch dieselbe Aufmerksamkeit verdienen alle marginalisierten Gruppen, die um ihre Rechte und Sicherheit gebracht werden: „Learn the names and stories of Muhlaysia Booker, Dana Martin, Chanel Scurlock. Elevate those who have been advocating for the basic rights and safety of communities marginalised by our existing political, economic and social structures long before I got punched in the face.“
Hier zum Nachlesen!

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