Links der Woche – KW 11

Habt ihr euch auch schon mal gefragt ob das vielzitierte Mantra der Chancengleichheit wirklich reicht um gesellschaftliche Ungleichgewichte zu beseitigen? Oder wie eine europäische Agenda gegen Rechtspopulismus konkret aussehen könnte? Oder ob die heilige Kuh des Bruttoinlandsprodukts wirklich eure Lebensrealität widerspiegelt? Antworten auf diese und andere Fragen findet ihr in unseren neuen Links der Woche. Viel Spaß beim Lesen!

Wirtschaftspolitik und Verteilung

Schon länger ist das BIP im Verruf, nicht der Weisheit letzter Schluss zu sein. Großbritannien erlebt gerade eine lebhafte Diskussion, was die zu enge Betrachtung des gesellschaftlichen Wohlergehens für Auswirkungen hatte und welche statistischen Maßzahlen statt bzw zusätzlich zum GDP Abhilfe schaffen würden. Der Fokus liegt auf der Qualität der Jobs anstatt der reinen Anzahl von Jobs, sowie auf regionalen Maßzahlen statt einer landesweiten Zahl, die die großen Unterschiede innerhalb des Landes verwischt.

Um Ungleichheit und Umverteilung geht’s! Nicht um Gerechtigkeit und Chancengleichheit. Die Frankfurter Rundschau führte ein hochinteressantes Interview mit dem deutschen Soziologen Oliver Nachtwey, Autor des Buches „Die Abstiegsgesellschaft“. Er erklärt warum das vermeintliche Ideal der Chancengleichheit ein wirtschafts-/neoliberales und kein sozialdemokratisches Modell ist und kritisiert den Begriff der Leistung sowie das falsche Versprechen von Bildung als einziger Lösung für sozialen Aufstieg.

Der politisch engagierte Armutsforscher Christoph Butterwege spricht bei Deutschlandradio Kultur Klartext über die deutsche Sozial- und Arbeitsmarktpolitik und zeigt anschaulich auf, wie Agenda 2010 und Hartz IV in einem der reichsten Länder der Welt Armut befördert haben. Angesichts der auch in Österreich diskutierten bzw geplanten Änderungen im Arbeits- und Sozialrecht sollten wir hellhörig werden.

Die BBC hat eine Reportage veröffentlicht über die Arbeitsbedingungen der Menschen, die unsere IKEA Pax-Schränke durch Europa fahren. Es gibt keine Toiletten, kein fließendes Wasser und keine Übernachtungsmöglichkeiten für die, die oft monatelang in Westeuropa unterwegs sind und dafür einen Hungerlohn erhalten.

Rechtspopulismus und Medien

Nikolaus Kowall hat für Zeitschrift spw seine Forderung einer „Europäischen Agenda gegen Rechtspopulismus“ beschrieben, der Beitrag ist jetzt als Volltext am Blog von Robert Misik online verfügbar.

In seiner Video-Kolumne auf derstandard.at widmete sich Robert Misik der Frage, wie FPÖ und Krone Hand in Hand unsere Freiheit bekämpfen

Groß war die Aufregung um Cambridge Analytica, als ruchbar würde dass ihre neuen, auf BigData und Social media Daten beruhende Werbemechanismen den​ Wahlsieg Trumps erst ermöglicht haben sollen. Niemand zweifelt an der theoretischen Möglichkeit solcher Werbung, doch momentan wird stark zurückgerudert, wie die Zeit berichtet. Cambridge Analytica dürfte speziell die Gesetze der Selbstvermarktung sehr gut beherrschen.

International

Charles P. Pierce beschreibt auf Esquire das Ausmaß der Korruption unter Trump, etwa die Absetzung aller Generalstaatsanwälte sowie aktuelle laufendene Fälle die das Umfeld Trumps betreffen.

Die VerfassungsexpertInnen des Europarates (sogenannte „Venedig-Kommission“) kritisiert  die geplante Verfassungsänderung in der Türkei als einen „gefährlichen Rückschlag“ für die Demokratie. Hier gibt es alle Informationen dazu.

Erich Möchel berichtet auf fm4 über den CIA-Leak und den möglicherweise schon in Haft befindlichen „Leaker“ der Dokumente.

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