Links der Woche – KW 4

Der EU-Themenschwerpunkt hält sich hartnäckig in den Links der Woche – entwaffnend ehrliche Wahlwerbe-Videos („The European Union is not the next superhero but it fixes shitty roads where it matters“) sind aber auch schwer zu toppen. Ansonsten im Programm: Warum wir uns vor der Deflation fürchten sollten, wer in Österreich jetzt wirklich wieviel verdient (inklusive österreichische KulturmanagerInnen), was man 2014 lesen soll, und vieles mehr.

Europa

“Populism is a necessity”

“We need to create a European project that people can identify with.” Chantal Mouffe wiederholt im Gespräch mit Julia Krobik vom “European”, was sie letztes Jahr in der Sektion 8 vorgestellt hat: Man dürfe die Gefühlsebene in der Politik nicht länger alleine den Rechten überlassen.

Quelle: en.theeuropean.eu

Same Same, but Different

Der amerikanische Politologe John McCormick erklärt uns EuropäerInnen, warum es bereits eine gemeinsame europäische Identität gibt und geben muss: Was uns vereint ist das Vertrauen in gemeinsame Lösungen gegen wirtschaftliche und soziale Ungleichheiten.

Quelle: en.theeuropean.eu

Neustart für Deutschland und Frankreich

Die Außenminister Frankreichs und Deutschlands, Laurent Fabius und Frank-Walter Steinmeier, wollen die deutsch-französische Zusammenarbeit auf zahlreichen Feldern massiv ausbauen. So könnten nach Überlegungen des Auswärtigen Amtes beide Außenminister im Europa-Wahlkampf gemeinsam auftreten.

Quelle: Sueddeutsche.de

Equal Voting Rights For All European Citizens

Natasha Marie Levanti darüber, dass das Recht von EuropäerInnen ungeachtet ihres Wohnsitzes an der Europawahl teilzunehmen noch immer nicht europaweit geregelt wurde und von Land zu Land sehr unterschiedlich ausfallen kann.

Quelle: europeanpublicaffairs.com

We are not sexy and we know it

„The European Union is not the next superhero but it fixes shitty roads where it matters.“ Ein entwaffnend ehrliches und zugleich mitreißendes Werbevideo für die Europawahl 2014 der Old Continent Agency.

Finanztransaktionssteuer – wie sie zerstückelt wird

Im Februar 2013 hat die Europäische Kommission ihren Vorschlag für eine Finanztransaktionssteuer (FTT) präsentiert. Rund ein Jahr später ist von dem Konzept wenig übrig. Die Lobby der Pensionsfonds und der Banken sowie die City of London zählen zu den Hauptgegnern. 1,7 Bio. EUR an Vermögen managen die privaten Fonds in der Eurozone. Die Branche argumentiert, dass die FTT den Bürgern viel kosten würde. Dies weist man in Brüssel zurück: In Wahrheit hätten die Fondsmanager nur Angst vor Einkommensverlusten.

Quelle: derstandard.at

Wirtschaft

Das gefährliche Ungeheuer heißt Deflation – nicht Inflation

Im einem Beitrag für den immer lesenswerten Arbeit&Wirtschaft-Blog erklärt die Leiterin der wirtschaftspolitischen Abteilung in der Arbeiterkammer Wien, warum derzeit die große Gefahr für Europa Deflation und nicht Inflation ist.

Wien will Lockerung beim Schuldenmachen

Wiens Finanzstadträtin Brauner möchte Zukunftsinvestitionen via Kredit finanzieren, weil diesen Ausgaben konkrete Werte gegenüberstehen. Das europäische Regelwerk steht solchen Überlegungen im Weg.

Quelle: wirtschaftsblatt.at

Jugend ohne Job

Der neue Jahresbericht der ILO bestätigt, dass die Arbeitslosigkeit weltweit dramatisch gestiegen ist. Als wesentliche Ursache sehen die ILO-Experten die hartnäckige Nachfrageschwäche, die durch die in vielen Ländern praktizierte Sparpolitik verstärkt wird.

Quelle: sueddeutsche.de

Academy Fight Song

“the charmingly naive American student is in fact a cash cow, and everyone has got a scheme for slicing off a porterhouse or two” – Ein Artikel von Thomas Frank über das amerikanische Hochschulsystem.

Quelle: thebaffler.com

The return of „patrimonial capitalism“

Wer sich jetzt schon auf das Erscheinen der englischen Übersetzung von Thomas Pikettys Buch „Le Capital au XXIe siècle“ (Capital in the 21st Century) im April 2014 einstimmen will, dem sei Branko Milanovic Entwurf einer ausführlichen Rezension im Journal of Economic Literature empfohlen.

Wer verdient wieviel in Österreich?

Der nächste Freund’sche Verrechner

Verdienen ArbeiterInnen wirklich 2.000 Euro, wie in den Medien allerorts behauptet wird? Schon, aber nur wenn sie Vollzeit arbeiten und das ganze Jahr durchgehend beschäftigt sind. Auf mehr als die Hälfte trifft das nicht zu und diese Menschen tragen deshalb im Monat deutlich weniger nach Geld nach Hause. Die Wiener Zeitung hat sich die Verdienste im Detail angesehen.

Quelle: wienerzeitung.at

Eugen Freund, Sonnenkönig?

Eugen Freund ist kein Sozialdemokrat. Denn er ist abgehoben, weil er reich ist. Und aufzudecken wie reich er ist, ist die wichtigste Aufgabe der innenpolitischen Journalisten. Oder?

Quelle: neuwal.at

Massive Gehaltssteigerungen für Kulturmanager

Ein Einkommensbericht des Rechnungshofs legt offen: Nicht nur im internationalen Vergleich, sondern auch im Verhältnis zu den Angestellten sind die Einkommen von Direktorinnen und Direktoren im Kulturbetrieb exorbitant gestiegen.

Quelle: profil.at

Gesellschaft

12. Februar 1934

Was geschah am 12. Februar 1934 in Linz? Die Februarkämpfe waren der Höhepunkt der Auseinandersetzung um Demokratie im Österreich der Zwischenkriegszeit. Eine fundierte Aufbereitung mit interaktiver Karte und allen historischen Hintergründen.

Quelle: 12februar1934.at

Pornos: Salonfähige Brutalität

Der Artikel bespricht das Buch „Pornland – How Porn Has Hijacked Our Sexuality“ der amerikanischen Soziologin Gail Dines. Das Buch behandelt die sich rapide vergrößernde Sparte der gewalttätigen Pornos und deren immer leichtere Zugänglichkeit. Es beschreibt, wie gesellschaftsfähig Pornos geworden sind und welch unbeachtete gesellschaftliche Sprengkraft es hat, wenn ein Junge im Durchschnitt mit elf Jahren seinen ersten Porno zu Gesicht bekommt – lange bevor er das erste Mal überhaupt ein Mädchen im Arm hält.

Quelle: tagesanzeiger.ch

Wer ist in Österreich eigentlich bürgerlich?

„Soignierter Umgangston, gediegene Kleidung mit dem Alzerl Nachlässigkeit, das den Herrn vom Parvenu unterscheidet.“ – Ein Streifzug durch Wiens bürgerliche Kultur, die sich unter anderem im Philharmoniker-Abo offenbart.

Gesundheit

How Vaccine Fears Fueled The Resurgence of Preventable Diseases

Während Masern in Europa zum zunehmenden Problem werden, steigt in den USA die Rate an Keuchhusten-Infizierten. Die Ursache: Die Impfraten der Kinder in entwickelten Ländern sinken. In einer beeindruckenden animierten Weltkarte wird die zunehmende Häufigkeit dieser Krankheiten dargestellt.

Quelle: NPR.org

Literatur

Will #readwomen2014 change our sexist reading habits?

Wer schrieb die letzten fünf Bücher, die ihr gelesen habt? Männer oder Frauen? Autorin Joanna Walsh beschloss, etwas gegen die systematische Unterrepresentation von Frauen in der literarischen Welt zu tun und lenkte mit dem Hashtag #readwomen2014 die Aufmerksamkeit des Internets auf das Thema. Im Guardian beleuchtet sie den Seximus in der Buchwelt (“I’ve listened to female writer friends grouse when their books are given flowery covers though their writing is not; when reviews, or even their publishers‘ press releases, describe their work as „delicate“ when it is forthright, „delightful“ when it is satirical, „carving a niche“ when it is staking a claim.”) und schildert die Genese des Hashtags.

Quelle: theguardian.com

Leonardo Padura: The man who loved dogs

Der auch auf Deutsch erhältliche Roman des kubanischen Autors Leonardo Pandura „Der Mann, der Hunde liebte“ ist eine vielschichtige Auseinandersetzung mit dem Stalinismus in Kuba und in der Welt in der Form eines literarischen historischen Romans anknüpfend an die Geschichte von Trotskys Mörder Ramon Mercader. Die ausführliche Buchbesprechung des marxistischen Publizisten Alan Woods macht wirklich Lust darauf dieses Buch (bestellt von der lokalen Buchhandlung eures Vertrauens) zu lesen.

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