Wir sind wer uns wählt

Ein Mutmacher in vier kurzen Absätzen.

Tobias Schäfer*

Bei dieser Nationalratswahl sind die Wanderbalken in der Wählerstromanalyse besonders breit. Gleich sieben Balken mit deutlich über 100.000 Wechselwählern. Das hat Seltenheitswert. Vertraut man der SORA Analyse, dann hat die SPÖ mit 156.000 Wählern den mit Abstand größten Zuwachs bei den vormals Nichtwählern einfahren können. Es ist die drittgrößte Wählerbewegung der Wahl. Die SPÖ hat ordentlich bewegt!

In fast gleichem Umfang sind Wähler von der SPÖ zur FPÖ gewechselt, nämlich 155.000. Kurz gesagt, der Verlust an Wählern, die in einem Sprung nach rechts kein Problem sehen, wurde durch den Gewinn an Wählern, die Plan A überzeugend fanden oder Schwarz-Blau verhindern wollten, wett gemacht.

Insgesamt vertritt die SPÖ nun sogar mehr Menschen als vorher. Rund 100.000 Wähler mehr haben Ihr Kreuz bei der Sozialdemokratie gemacht. Aber es sind andere als bei der letzen Wahl. Es ist vielleicht eher das Klientel, das der SPÖ zusteht.

Man geht nicht unter, wenn man in Zeiten von brutalem Populismus seriöse und gerechte Konzepte anbietet. Man geht auch nicht unter, wenn man den Boulevard gegen sich hat. Und man geht auch nicht unter, wenn der Wahlkampf stolpert. Man gewinnt sogar Wähler. Das ist eine schöne Erfahrung. Und sie zeigt, da ist noch viel Luft nach oben.

*Tobias Schäfer ist Physiker und Mitglied der Sektion 8 der SPÖ Alsergrund.

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