Links der Woche: Die Wahlen und die Situation der Sozialdemokratie

Die Wahlen sind geschlagen und das Internet hat eine Unmenge spannender Analysen zu bieten. Da verliert man schnell den Überblick. Wir haben hier eine kleine Auswahl besonders lesenswerter Artikel zusammengestellt und wünschen interessante Lektüre:

In Deutschland ist man noch nicht ganz so abgestumpft wie in Österreich. Dort empfindet man einen Rechtsruck noch als Skandal und sagt das auch klar. Darum sind die vielen deutschen Kommentare zum österreichischen Wahlergebnis oftmals pointierter als die apathischen Stellungnahmen hierzulande. Besonders sehenswert sind die Beiträge von Markus Preiß in der ARD und von Heribert Prantl in der Süddeutschen Zeitung.

„Der SPÖ-Vorsitzende und seine Partei sind zu schwach, als dass sie es sich leisten könnten, groß zu taktieren. Kern riskiert seine nächste Niederlage“, meint Johannes Huber auf diesubstanz.at.

„Schwarz und Blau sind programmatisch weitgehend deckungsgleich, ihre Stärke lässt sich auch vom gewieftesten Taktiker nicht wegverhandeln. Die Hoffnung, als Koalitionspartner von einer dieser zwei Parteien signifikante Teile des SPÖ-Wahlprogramms unterzubringen, wird sich schnell zerstreuen. Eine selbstbewusste Oppositionspartei hat aber ohnehin mehr zu sagen, als ein verzweifeltes Regierungs-Beiwagerl. Vorausgesetzt, die SPÖ beackert fünf Jahre konsequent die soziale Frage, kann die Opposition zu vielen Chancen führen, während eine Regierungsbeteiligung unter diesen Voraussetzungen nur schlecht für die SPÖ enden kann“ schreibt Eva Maltschnig am blog acht.

„Die europäische Sozialdemokratie kommt nur mit einer echten Erneuerung wieder auf die Beine.“ Claus Leggewie in der Taz mit einer an Grundwerten orientierten To-Do-Liste für die europäische Sozialdemokratie.

Das Überraschende am starken Abschneiden der Labour Party bei den britischen Wahlen ist, dass es dem Trend anderer sozialdemokratischer Parteien in Europa widerspricht. Davide Vittori fragt sich bei EUROPP, ob das schwache Abschneiden sozialdemokratischer Parteien bei den vergangenen Wahlen ein Ende der Sozialdemokratie wie wir sie kennen bedeutet. (englisch)

Ist die Demokratie in Europa verloren? Einen Auszug aus Sasha Polakow-Suranskys Buch Go Back to Where You Came From: The Backlash Against Immigration and the Fate of Western Democracy gibt es in der New York Review of Books. (englisch)

 

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