Links der Woche – KW 17

Europa, Europa, Europawahl – nur noch ein knapper Monat! Zwischen Hausbesuchen, Blogeinträgen und Diskussionen lesen wir uns auch quer durch das Internet. Wem hat die EU eigentlich geholfen? Wie findet Jürgen Habermas Martin Schulz so? Dazu: Viele BürgerInnen haben in Schweden den privatisierten Wohlfahrtsstaat satt. Wer auf geschlechtsspezifisches Marketing reinfällt, bringt den Unternehmen ordentliche Umsätze. Und: OMG die Frauenquote! Wo kommen wir da bloß hin, wenn Männer in Aufsichtsräten nicht mehr unter sich sind?

Europa

EU and I

Neue Woche – neue Wahlkabine: Das European University Institute in Fiesole hat ebenfalls eine neue mehrsprachige Wahlkabine eingerichtet. Neben den herkömmlichen Einstellungen kann man hier auch herausfinden welche Partei, in welchem Land am meisten mit einem übereinstimmt und in welchen Regionen Europas die meisten menschen ähnlich wie man selbst abgestimmt haben.

Quelle: euandi.eu

The Eurodividend: Why the EU should introduce a basic income for all

Philippe Van Parijs, Professor für Sozialethik an der Université de Louvain argumentiert auf dem Blog der LSE für ein Basiseinkommen für jedeN EuropäerIn. „Is this not utopian? Of course it is, in the sense in which the European Union itself was utopian until not so long ago, and also in the sense in which the social security system was utopian before Bismarck put together its first building blocks. But Bismarck did not create his pension system out of the kindness of his heart. He did so because people started mobilising in favour of radical reforms across the whole of the Reich he was trying to unify. What are we waiting for?“

Quelle: blogs.lse.ac.uk/europpblog

Juncker, Schulz – oder doch ein ganz anderer? Die Chancen im Wettstreit um die Kommissionspräsidentschaft

Wie sicher ist es, dass Schulz oder Juncker bei ihrer Wahl auch tatsächlich zum Kommissionspräsidenten bestellt werden? Was werden in Zukunft wahrscheinliche Koalitionen im Europaparlament sein? Wer gewinnt im Machtstreit zwischen Parlament und Rat. Der Politologe Manuel Müller gibt Antwort.

Quelle: foederalist.blogspot.de

Electio2014

Zur Orientierung für die Europawahlen bietet Electio 2014 bietet einen schönen Überblick, wie die verschiedenen Parteien im Europaparlament abgestimmt haben

Der Wert der Union

Drei Ökonomen um Nauro Campos von der Brunel University in London wollen eine wichtige Frage beantworten: Hat sich der Beitritt zur Europäischen Union für Länder wie Großbritannien, Dänemark oder Portugal gelohnt? Die Aufnahme in die Union habe beispielsweise die britische Wirtschaft um insgesamt 25 Prozent wachsen lassen, die österreichische um knapp 8 Prozent schlussfolgern sie in ihrer Studie. Nur Griechenland ist in dieser Studie der große Verlierer der EU.

Quelle: zeit.de

danamanescu.eu

Dana Manescu hat eine Crowdsource Datenbank eingerichtet, auf der alle Wahlplakate und Slogans aller europäischen Parteien für die Europawahl 2014 gesammelt werden

„Das eigentliche Ziel ist die Transnationalisierung der Demokratie“

Seit Jahren ist der deutsche Philosoph Jürgen Habermas besonders aktiv, wenn es um die Zukunft Europas geht. In den Frankfurter Heften lobt er diesmal besonders Martin Schulz: „Bei aller Skepsis können uns aber leidenschaftliche und erfahrene Politiker wie Martin Schulz Zuversicht geben, die die richtige Perspektive haben und die Entscheidungskompetenzen, die das Europäische Parlament ja heute schon besitzt, für eine Weiterentwicklung aktiv nutzen wollen.“

Quelle: frankfurter-hefte.de

Wirtschaft

Der rostende Kapitalismus

Mit Geldpolitik lässt sich die Konjunktur nicht mehr anwerfen. Sie trifft nicht den Kern des Problems: Gesellschaftliche Ungleichheit. Amerikanische Unternehmen sitzen auf 2.800 Mrd. Dollar an Vermögensbeständen, die sie nicht inverstieren, die Schere zwischen Arm und Reich erreicht spektakuläre Ausmaße. „Wenn die reichsten Bürger ihr Vermögen nicht durch Produktionswachstum mehren, sondern durch eine immer stärkere Abschöpfung von Mehrwert, geht das stets auf Kosten des Wachstums. Damit vernichtet das System die Grundlagen seiner eigenen Reproduktion.“

Quelle: monde-diplomatique.de

How Underpaid German Workers Helped Cause Europe’s Debt Crisis

Die Leistungsbilanzdefizite der südeuropäischen Länder und die deutsche Lohnzurückhaltung sind zwei Seiten derselben Medaille. New York Times Journalist Neil Irwin beschreibt dieses Phänomen anhand empirischer Daten und sieht den entscheidenden Vorteil diese Kriseninterpretation: Wenn zu niedrige Löhne in Deutschland eine Krisenursache sind, ist diese viel leichter zu lösen, als gedacht. „Higher incomes for working-class Germans would mean a more prosperous, financially stable Europe — and it wouldn’t be too shabby for German workers, either. Altogether, that would be positively wunderbar.“

Quelle: nytimes.com

Kernkompetenz: Männlich

Sie wird jeden Versuch, Unternehmen umfassend und qualitätsvoll zu leiten, zunichte machen – ungefähr so beschreiben ihre GegnerInnen die Frauenquote. Wo kämen wir denn da hin, wenn 2016 wie von der Koalition gefordert, ein Drittel der Aufsichtsräte deutscher Großunternehmen Frauen sein müssen? Angela Hornberg, selbstständige Personalberaterin, setzt sich mit diesem echt oagen Szenario auseinander. OMG, kann man da nur sagen.

Quelle: sueddeutsche.de

Gendered Marketing

Ein sehr, sehr cooles Video von @checkouttv über gegendertes Marketing bei Kinderspielzeugen und Kosemtikprodukten für Erwachsene!

Quelle: youtube.com

Gesellschaft

Sweden’s Great Welfare Heist

Der schwedische Wohlfahrtsstaat gilt als Modell für fortschrittliche Sozialpolitik, doch die Privatisierungen der 90er Jahre haben schwerwiegende Folgen nach sich gezogen. Schulen gehören Private Equity Fonds und werden geschlossen, wenn sie nicht mehr profitabel sind. Kindergärten kürzen die Kosten für Mittagessen auf einen Euro pro Kind, Pflegeheime sind dreckig und gefährlich. Gleichzeitig schreiben die privaten Wohlfahrts-Dienstleister Gewinne, die doppelt so hoch wie der schwedische Unternehmensdurschnitt sind. In dieser Reportage wird die Genese der schwedischen Wohlfahrsstaats-Privatisierung und die Rolle der dortigen SozialdemokratInnen dargestellt.

Quelle: europe.redpepper.org.uk

„Our Own Brand of Socialism“

Letzte Woche verstarb der kolumbianische Schriftsteller Gabriel García Márquez, der auch politisch sehr aktiv war. Anlässlich seines Todes hat das Jacobin online-Magazin ein Interview ausgegraben, das 1983 im New Left Review publiziert wurde und in dem er über seine politischen Einstellungen spricht.

Quelle: jacobinmag.com

 

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