Links der Woche 34/2019

Nein, es sind nicht die Alten, die unsere Gesellschaft durchfüttern muss; Nein, es war nicht immer schon so, dass die Reichsten absurd wenige Steuern zahlen; Ja, mit DNA-Tests steht uns eine neue Welle des biologisierten Abstammungsgedankens vor der Tür; Ja, wir sollten angesichts des Klimawandels in Panik ausbrechen. Und sind die Rechten jetzt besiegt?

How the young get more than the elderly out of society – but not out of the state

Jung gegen Alt? Alt vor Jung? Die Begriffe ‚grey power‘ und ‚Gerontokratie‘ fallen häufig im Zusammenhang mit Wahlen, auch in Österreich. Doch es ist alles ganz anders. Es sind Kinder und Jugendliche, die am meisten Transfers erhalten – und zwar dann, wenn nicht nur finanzielle (wohlfahrtsstaatliche) Transfers, sondern auch Zeitressourcen berücksichtigt werden. Es folgt daraus, dass Eltern besser dabei unterstützt werden sollten, Kinder großzuziehen – Kinder als ‚öffentliche Güter‘ also. Ein attraktiverer Ansatz als der Kampf der Generationen jedenfalls, findet Pieter Vanhuysse, Professor of Comparative Welfare State Research an der University of Southern Denmark. Hier sein Artikel in The Conversation.

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The Rich Really Do Pay Lower Taxes Than You

Anhand der Daten des in kurze erscheinenden Buches von Emmanuel Saez und Gabriel Zucman „The Triumph of Injustice“ analysiert David Leonhardt in der New York Times die Steuersätze der Reichsten in den USA. Seit den 1950ern, als die Reichsten in Amerika noch 70% Einkommenssteuer zahlten, reduzierte sich diese Steuer auf 23%. Sein Fazit: Das Steuersystem der Vereinigten Staaten ist in den letzten 75 Jahren radikal weniger progressiv geworden. Emmanuel Saez und Gabriel Zucman sind aber überzeugt, dass wir dagegen etwas tun können und sollen.

Hier zum Artikel (auf Englisch)

Biologisierter Antirassismus. Wie DNA-Ethnizitätstests ein falsches Verständnis des modernen Rassismus (re)produzieren

In zahlreichen Youtube-Spots werden sie beworben, und gerade AmerikanerInnen sind ganz verrückt nach ihnen: DNA-Tests die angeblich die eigene Herkunft untersuchen. Das ganze hat jedoch auch eine relevante Schattenseite: „… Biologisch definierte Vorstellungen von Rasse und Ethni­zität müssen als solche dechiffriert und kritisiert werden. Das beinhaltet auch, die Prak­tiken zu analysieren, die diese Vorstellungen hervorbringen. Dazu gehören die Ethnizitätstests, die den Abstam­mungs­ge­danken (wieder) in die Natur des Menschen einschreiben.“, analysiert Philipp Kröger in der Geschichte der Gegenwart.

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Warum die große Klimapanik ausbleibt

Warum bricht angesichts der erdrückenden Fakten zum Klimawandel nicht schon längst eine Massenpanik aus? Damit beschäftigt sich Jonathan Safran Foer („Tiere essen“) in seinem aktuellen Buch „Wir sind das Klima“. Er schreibt „[Es]ist ein Paradoxon: Man weiß, die Fakten stimmen, glaubt es aber irgendwie innerlich doch nicht; vor allem auch deshalb nicht, weil wenn es wirklich stimmen würde, dann würden doch alle etwas tun, dann würde es doch eine Massenpanik geben. Aber mit der Panik fängt eben keiner an, und Greta Thunberg wird ausgelacht, wenn sie vor der internationalen Politik schreit und weint.“ Ein lesenswerter Artikel dazu von Simon Hadler auf ORF.at.

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BONUS-Video: Die Rechten sind besiegt? – Moment mal!

Die FPÖ verliert die Wahlen, Boris Johnson verliert eine Abstimmung nach der anderen und Donald Trump steht vor seinem Impeachment. Der Rechtspopulismus ist am Ende! Oder? Moment mal, der Videokommentar mit Barabara Blaha!

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