Links der Woche – KW 40

Meistens möchte man sich zu Tode schämen für die Österreichische Flüchtlingspolitik, und manchmal ist man stolz auf die Hauptstadt: Zumindest kurzfristig bereitete Wien dem entwürdigenden Hin und Her ein Ende. Übrigens senken auch Spenden das Schamgefühl, zum Beispiel an eine von diesen Organisationen. Zum Wochenausklang gibt es im Gegenzug die Links der Woche. Der berührende Nachruf zum ersten Todestag von Eric Hobsbawm von seiner Tochter und das faszinierende Interview von Freda Meissner-Blau sind zwei Highlights. Schönen Abend!

Bildung

Universitäten: Aus der Krise nichts gelernt

Wenn der Vorsitzende des Fiskalrats, Bernhard Felderer, sagt, „er könne sich nicht mit jeder Kritik beschäftigen“, spätestens dann ist klar, wie wichtig ökonomische Ansätze jenseits des Mainstrams in der universitären Lehre sind. Die Plurale-Ökonomik-Bewegung versucht hier Bewusstein zu schaffen.

Quelle: derstandard.at

The damage boarding schools do

Dieser Artikel über das „Public School“- System im Allgemeinen und den Missbrauch in diesem – von oft schon im Alter von 6 Jahren weggeschickten Kindern – sind neben Weltanschauung ein interessanter Hintergrund zum Verständnis Britischer Politik, denn die meisten Parlamentarier (aller couleurs) und Mitglieder der Britischen Elite haben eine solche Schule besucht.

Quelle: theguardian.com

Sind Lehrer wie Kiffer?

In Deutschland gibt es seit ca. zwei Jahren eine Debatte zum Thema, wie Lehr- und Lernunterlagen in der digitalen Gesellschaft gestaltet sein sollen – nämlich offen lizenziert und frei zugänglich. Derzeit ist es nämlich eher so, dass „Lehrer wie Kiffer“ sind. Warum, das erklärt Sebastian Horndasch von Wikimedia Deutschland hier.

Quelle: open-educational-resources.de

Wirtschaft

In Österreich ist das Gedränge in der Mitte besonders groß

Die NZZ schreibt sehr datenfundiert über Mittlestandsbegriff, Umverteilung und Abgaben in Österreich. Der Teil zum Brain Drain ist allerdings diskutabel.

Quelle: nzz.ch

Demokratie als Problem

Letzte Woche ein Beitrag vom Theorieblog, dieses Mal aus der Zeit: Hayek’s „Weg zur Knechtschaft“ neu gelesen. Es markierte für Hayek einen Rollenwechsel vom Wissenschaftler zum öffentlichen Intellektuellen, der mithalf, seinen Gesellschaftsentwurf über Thinktanks zur Realität werden zu lassen. Die in „Weg zur Knechtschaft“ offensichtliche autoritäre Tendenz von Hayek’s neoliberaler Gesellschaftsordnung fand in der Umsetzung neoliberaler Reformen durch die Diktatur Pinochet’s eine reale Entsprechung.

Quelle: zeit.de

„5000-Euro-Scheck für jeden Europäer“

Ökonom Engelbert Stockhammer im Profil-Interview: Er glaubt nicht, dass die geldpolitischen Instrumente zur Bekämpfung der Eurokrise schon ausgeschöpft wurden und fordert „Quantitative Easing“ nicht für Geldinstitute, sondern Wirtschaftssubjekte – Menschen sollen von der EZB direkt Geld bekommen. Ein lesenswertes Interview über den Stand der Dinge in der europäischen Wirtschaftskrise. Spannend auch seine Sicht zur in Österreich geforderten Lohnsteuersenkung: Sie würde das Problem der zu geringen Lohnsteigerungen in den Leistungsbilanz-Überschussländern nicht lösen.

Quelle: profil.at

An Arbeitszeitverkürzung führt kein Weg vobei

Der Bundesdachverband für Soziale Unternehmen fordert Arbeitszeitverkürzung auf 35 Stunden bei möglichst vollem Lohnausgleich: „Wir haben nicht zu wenig Arbeit in Österreich, die Arbeit ist nur sehr ungleich verteilt.“

Quelle: bdv.at

„Prekäre Arbeitswelt als politische Herausforderung“

Bericht vom Dialogforum Hirschwang der niederösterreichischen Arbeiterkammer und des ÖGB.

Quelle: p3tv.at

Gesellschaft

Internationally acclaimed barrister Amal Alamuddin marries an actor

Hochzeit des Jahres: Staranwältin Amal Alamuddin hat sich getraut! „Amal Alamuddin, a 36 year old London-based dual-qualified English barrister and New York litigation attorney who has long been a high-profile figure in international refugee and human rights law has gone against the trend for professional women in her field and married… an actor.“

Quelle: thebusinesswomanmedia.com

Neutral wie ein Hamster

Der amerikanische Autor Tao Lin verfasste mit „Taipeh“ einen von der Literaturkritik hoch gelobten Roman – hier eine der Rezensionen.

Quelle: zeit.de

„Ich wollte keine Hängematte“

Freda Meissner-Blau im Profil-Interview über das Wohnen im Alter, Umweltschutz, ihre Lebensgeschichte, welche Rolle dabei sozialistische Ideen spielte und warum „Dame“ in der Aktion Unabhängiger Frauen als Beschimpfung galt. Das tolle Gespräch macht Lust, ihre Autobiographie zu lesen.

Quelle: profil.at

International

Monsieur begehrt auf

Mit Manuel Valls hat Frankreich seit April einen neuen Premier. Die Zeit porträtiert ihn mit Schwerpunkt auf französisch-deutsche Beziehungen, die er neu gestalten will. Auch sein Standing in Frankreich wird kommentiert, dort tut er sich vor allem mit dem linken Flügel der SozialistInnen schwer.

Quelle: zeit.de

Einheitskasse mit 61 Prozent abgeschmettert

Schweizer_innen stimmen ingesamt mehrheitlich(mit teils massiven regionalen Unterschieden) gegen die Einführung einer öffentlich-rechtliche Einheitskasse der Krankenversicherung. Damit besteht weiterhin ein Wettbewerb zwischen 61 privaten Krankenversicherungen.

Quelle: 20min.ch

Are ‘Hong Kong people’ still Chinese? Depends on how you define ‘Chinese’

Alan Chin am reuters.com Blog über das eigene Nationalbewustsein der Hongkonger Bevölkerung. 

Quelle: blog.reuters.com

Brüssels Milliardengeschenk an die Atomlobby

Wer Unternehmen subventionieren will, unterliegt innerhalb der EU strengen Regeln, die Wettbewerbsverzerrung verhindern sollen. Der zuständige Kommissar Joaquin Almunia entschied nun, dass die britische Regierung ausgerechnet den Neubau eines Atomkraftwerks mit Milliarden subventionieren darf.

Quelle: spiegel.de

Geschichte

Remembering Dad

Vor zwei Jahren starb Eric Hobsbawm nach einem langen Leben, währenddessen er viele Menschen durch sein akademisches Werk als Historiker, seine Musikkritiken als Jazzfan sowie vor allem seine Menschlichkeit im Umgang mit anderen nachträglich beeinflusste. In diesem sehr persönlichen Nachruf seiner Tochter Julia wird ein Mann beschrieben, der bis ans Ende trotz seiner Bekanntheit nie prätenziös von Neugierde, ehrlichem Interesse, Anteilnahme und Respekt allen Menschen gegenüber geprägt war, und der fehlen wird. Mit viel Liebe und Verständnis wird auch ein Vater beschrieben, der aus seiner Haut nicht heraus konnte und anders war.

Quelle: ft.com

Die Farbe Rot

Die Farbe als Symbol ist deutlich älter als die sozialdemokratische Partei und Bewegung: Zur Geschichte der Farbe Rot im Politischen.

Quelle: steinocher-archiv.at

 

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