Links der Woche – KW 46

Erneut können wir euch an dieser Stelle ein paar spannende Artikel zu Trump bzw. zum Aufstieg der neuen Rechten empfehlen. Des Weiteren gibt es ein Interview mit der Ökonomin Mariana Mazzucato, einen Artikel von Paul Magnette – dem wallonischen Ministerpräsidenten – zu den CETA-Verhandlungen, einen Bericht zur Einführung einer „Demokratieklausel“ bei der schwedischen Presseförderung und einiges mehr nachzulesen.
Schönes Wochenende und viel Spaß beim Durchklicken!

Trump und die neue Rechte

Die wie immer geniale Margarete Stokowski zum Ausgang der US-Wahlen:
„Wir haben keinen Grund, uns zu beruhigen. Nicht jede Beunruhigung ist Hysterie, manche ist schlicht notwendige Wachsamkeit und begründete Anspannung. Wir haben sehr gute Gründe, in akuter Alarmbereitschaft zu sein und gleichzeitig gründlich zu überlegen, wofür wir stehen und wo wir damit hinwollen, und das ist eine abgefahren harte Herausforderung.“ Zu lesen im Spiegel.

Der deutsche Internettheoretiker Michael Seemann hat zwei bemerkenswerte Texte zum Aufstieg einer „globalen Klasse“ und das Wirken von „Netzwerkmacht“ in Zeiten der Globalisierung als Erklärung für den Aufstieg neuer Nationalismen geschrieben:
a) Die Globale Klasse – Eine andere Welt ist möglich. Aber als Drohung.
b) Netzwerkmacht: Macht in Zeiten der Globalisierung

Paul Mason nimmt im Guardian die amerikanische Filmindustrie in die Pflicht und schreibt über das Versäumnis Hollywoods, die politische Lage zu thematisieren: „Blockbuster superheroes and cartoons won’t save us – we need real stories on Screen“

Wirtschaftspolitik

Die Ökonomin Mariana Mazzucato hat dem Profil ein spannendes Interview gegeben:
„Der unternehmerische Staat sollte sich darauf konzentrieren, gesellschaftliche Herausforderungen wie Ungleichheit, Klimawandel oder Überalterung in konkrete Missionen umzusetzen, die von Innovation gelöst werden können. Dafür braucht er eine Vision. Er muss dort eine führende Investitionsrolle spielen, wo es für den Privatsektor zu risikoreich ist.“

Joseph Stiglitz und Mark Pieth sind aus der Expertenkommission zu den Panama Papers ausgestiegen. Sie nehmen Europa in die Pflicht. Und fordern eine komplette Austrockung von Steueroasen. Nachzulesen in der Süddeutschen.

Der wallonische Ministerpräsident Paul Magnette schreibt über die CETA-Verhandlungen und den Widerstand seiner Region und vieler BürgerInnen in ganz Europa. Nachzulesen im Guardian.

Christoph Baumgarten erklärt auf seinem Blog ausführlich, warum er nicht über Red Bull veranstaltungen berichtet: „For short: The brand rights to Red Bull are owned by a man who’s a union busting scoundrel. The guy’s also an authoritarian character (…) with some dubious people on his payroll whose media outlets have increasingly been a platform for right wing radicals in the past couple of weeks. Last but not least, the whole chic Red Bull promotes, the brand’s entire image, is based on neoliberal narratives that have a neo-macho taint as well.“

Medienpolitik

Nicht nur bei uns verändert sich die Medienlandschaft, die Probleme sind international ähnlich. Ausgedünnte Redaktionen, Aufstieg der Hetzmedien, Ratlosigkeit beim digitalen Geld verdienen. Schweden krempelt nun seine Presseförderung um. Die Bindung der Förderung an eine „Demokratieklausel“, gemäß der nur noch Medien Gelder erhalten, die „vom Prinzip des gleichen Werts aller Menschen geprägt sind“, erntet Kritik – auch von Links. Die taz berichtet.

Feminismus

Dass die berufliche Emanzipation teilweise erst dadurch möglich wurde, indem Care-Jobs an andere, schlecht bezahlte und durch ihre Herkunft benachteiligte Frauen ausgelagert wurden, stellt ein Dilemma dar, dem FeministInnen dringend mehr Aufmerksamkeit schenken sollten. „Middle-class feminism has a blind spot over female cleaners“, heißt es im Guardian.

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