Marxismus
Umdeutung der Wirtschaftswissenschaften?
Mittwoch, Februar 4th, 2009 | Sozialdemokratie | Keine Kommentare
Anmerkungen zu „Der Marxismus der Konservativen“ von Leonhard Dobusch und Nikolaus Kowall
Simon Sturn und Klara Zwickl*
„Me-ti sagte: Wenn man Bronze- oder Eisenstücke im Schutt findet, fragt man: Was waren das in alter Zeit für Werkzeuge? Wozu dienten sie? Aus den Waffen schließt man auf Kämpfe; aus den Verzierungen auf Handel. Man ersieht Verlegenheiten und Möglichkeiten aller Art.
Warum macht man es mit den Gedanken aus alten Zeiten nicht auch so?“
(Bertolt Brecht: Me-ti. Buch der Wendungen)
Der Beitrag „Der Marxismus der Konservativen“ von Leonhard und Niki (im Folgenden LN genannt) beschäftigt sich scheinbar mit dem ersehnten Niedergang des Neoliberalismus, dies wird zumindest durch die Überschriften und den Schlussabsatz nahe gelegt. Der Text liest sich aus unserer Sicht aber anders. Wichtigste Kernthese scheint zu sein: neoklassische Ökonomik ≈ orthodox-marxistische Ökonomik = böse und dumm; keynesianische Ökonomik = toll. Zuweilen wird das ökonomische Terrain auch in Richtung des polit-philosophischen verlassen, wobei wir nur auf ersteres Bezug nehmen. › Continue reading
Wenn Männer um den Bart streiten
Montag, Januar 12th, 2009 | Sozialdemokratie | 2 Kommentare
Über kaum existente Differenzen und ihre rhetorische Aufblähung
Gastbeitrag von Manuela Hiesmair und Jakob Kapeller*
Dem (Wahn-)Sinn marxistischen Denkens aus österreichischer Perspektive widmeten sich zuletzt zwei Artikel auf TELEPOLIS (nämlich “Der Marxismus der Konservativen” und “Der Konservatismus der selbsternannten Reformisten“). Dabei gelang den Autoren, fünf Männern, vor allem eines: Aneinander vorbei zu schreiben und kaum existente Differenzen in der politischen Praxis bei der theoretischen Betrachtung als unüberwindbare Gräben darzustellen. › Continue reading
Reaktionen auf “Marxismus der Konservativen”
Montag, Dezember 22nd, 2008 | Sozialdemokratie | Keine Kommentare
Vor ziemlich genau einem Monat haben Leonhard Dobusch und Nikolaus Kowall in TELEPOLIS und diesem Blog unter dem Titel “Der Marxismus der Konservativen” theoretische Parallelen in orthodoxem Marxismus und neoliberalem Marktfundamentalismus aufgezeigt. Ein Monat später haben nicht nur Ludwig Dvork, Armin Puller und Florian Wenninger ebenfalls in TELEPOLIS eine fulminante Replik aus neomarxistischer Perspektive veröffentlicht, sondern es hat sich auch der renommierte Ökonomieblog WEISSGARNIX an einer Synthese versucht.
Der Marxismus der Konservativen
Donnerstag, November 20th, 2008 | Finanzmarktkrise, Sozialdemokratie | 3 Kommentare
Der Marktradikalismus ist die doktrinäre Orthodoxie der Konservativen. Es ist ihre Aufgabe, mit ihm fertig zu werden
Leonhard Dobusch und Nikolaus Kowall
Die beiden stärksten Waffen in jeder argumentativen Auseinandersetzung sind einander auf den ersten Blick fundamental entgegensetzt: Auf der einen Seite stehen Sachzwänge, intersubjektiv anerkannte und damit quasi objektive Notwendigkeiten, an denen Wunschdenken und Weltverbesserung zerschellen. Auf der anderen Seite steht der Idealtypus, die Utopie. Die Anziehungskraft ihrer Perfektion (ver)führt dazu, allen Sachzwängen zum trotz Weltverbesserungsstreben nicht völlig aufzugeben. > Weiterlesen bei TELEPOLIS