Links der Woche – KW 26

Der Juni ist geschafft, und wir sind in den Sommerferien! Na gut, eigentlich gehen wir bei Sonnenschein in die Arbeit, aber auch das hebt das Gemüt. Wer sich saisongerecht gerade neue Balkonsessel bei IKEA kaufen mag, kann in den Links der Woche thematisch passend, einen Artikel zu den Steuervermeidungsstrategien des Konzerns lesen. Außerdem mit dabei: Das haarsträubende Gespann Volk und Lied und seine Apologeten, ein Süddeutsche-Außenpolitikredakteur, dem das Gespür für Demokratie verrutscht ist, und James Cameron, der irgendwie dazu beigetragen hat, die EU positiv zu verändern.

Wirtschaft

Die Macht der Ratingagenturen

Am Arbeit&Wirtschaft-Blog setzt sich der Linzer Ökonom Walter Ötsch mit der Macht der Ratingagenturen auseinander, die eine quasi-hoheitliche Funktion erfüllen.

Quelle: blog.arbeit-wirtschaft.at

Stiller Poker um Wasser und Kontodaten

Stößt man bei einem Abkommen auf Widerstand, versucht man es über eine andere Hintertüre: Parallel zu den heftig kritisierten Verhandlungen für ein Freihandelsabkommen zwischen EU und USA  (TTIP) sollen durch das TISA-Abkommen weitere globale Milliardenmärkte geöffnet werden, ohne dass es einer merkt. TISA soll die Liberalisierungen von Dienstleistungen vorantreiben. Datenschutz, Privatisierungen und Finanzmarktliberalisierung sind drei kritische Punkte, die hier in aller Stille verhandelt werden.

Quelle: sueddeutsche.de

Wem steht Michael Bradley im Weg?

„In Wirklichkeit geht es beim TTIP nicht um den Freihandel, sondern um den Versuch, der Politik Fesseln anzulegen.“ erklärt Frank Luebberding in einer fundierten Analyse zu dem geplanten Freihandelsabkommen zwischen EU und USA.

Quelle: wiesaussieht.de

Multinationale Großkonzerne prellen die öffentliche Hand: IKEA als Paradebeispiel

Und noch einmal der Arbeit&Wirtschaft-Blog mit einer aufschlussreichen – und leider gerade deshalb bedrückenden – Zusammenfassung einer Attac-Studie zum (Steuervermeidungs-)System IKEA.

Quelle: blog.arbeit-wirtschaft.at

Geschichte

Proletarier an die Front!

„Es gibt nur eines, was noch schlimmer ist als der Krieg, das ist die Niederlage.“ –  Viktor Adler im Sommer 1914. Damals sagten die SozialdemokratInnen ihren Kampf gegen den Militarismus ab. Wolfgang Maderthaner, Staatsarchiv-Direktor und bis 2012 Geschäftsführer des Vereins für Geschichte der Arbeiterbewegung, schreibt über den „historischen Sündenfall“ der sozialdemokratischen Bewegung.

Quelle: zeit.de

Gabriel Kolko’s Unfinished Revolution

Ein Nachruf auf den amerikanischen Historiker Gabriel Kolko, der zugleich eine erste gute Annäherung an diese interessante politische Forscherpersönlichkeit bietet. Kolko ist vor allem wegen seiner Umdeutung der „Progressive Era“ (1890iger – 1920iger) als „Triumph of Conservativism“ (so der Titel eines seiner Bücher) bekannt.

Quelle: jacobinmag.com

Volk und Lied

Die Enkelz überholen rechts

Die böhsen Onkelz sind zurück. Und für 200.000 treue Fans ist es als, ob Ostern, Weihnachten und Sonnwendfeuer zusammenfallen würden. Wie sehr einen das nun berunruhigen sollte beleuchtet diese eingehende Konzert/Bandkritik.

Quelle: kontextwochenzeitung.de

Man wird’s ja wohl noch sagen dürfen: es ist ein Volksverdummungs-Rock’n’Holler.

Wieder sehr lesenswert: Martin Blumenau, der zwischen seine WM-Live-Blogeinträge einen Beitrag über den ZiB-24-Auftritt des „Testimonial der Trachten-Marketing-IG“ zur Causa Bundeshymne geschoben hat.

Quelle: fm4.orf.at

Hochmut großer Söhne

Anatol Stefanowitsch, Sprachwissenschaftler an der FU Berlin, befasst sich auf seinem Blog mit dem „Hochmut großer Söhne“ und findet am Text der österreichischen Nationalhymne, „wie es bei Texten von Nationalhymnen nun einmal so ist, wenig Erhaltenswertes.“

Quelle: sprachlog.de

Gesellschaft

Über Michel Foucault: „So wollen wir nicht leben“

Der Sozialwissenschaftler Alex Demirović in spex anlässlich des 30. Todestages von Michel Foucault über „unterschiedliche Rezeptionsschübe sowie entpolitisierte Lesarten, neue Angst- und (Un-)Sicherheitsdispositive und aktive Intoleranz.“

Quelle: spex.de

Reclaiming liberalism

Interessanter Essay über die gegenwärtige Krise des Liberalismus und wie sie überwunden werden kann. Im historischen Abriss liberalen Denkens und Handelns stellt der Autor die These auf, dass auch Sozialdemokratie und Sozialstaat Produkte einer Umdeutung liberaler Ideen sind.

Quelle: aeon.com

Europa

Stefan Kornelius als Miniaturausgabe Otto von Bismarcks

Wer im Zusammenhang mit der Bestellung Junckers zum Kommissionspräsidenten von einem „Putsch des Parlaments“ spricht, wie der Außenpolitikredakteur der Süddeutschen Zeitung Stefan Kornelius, kann sich kaum noch Demokrat nennen.

Quelle: wiesaussieht.de

Thank you, Mr. Prime Minister

Zur Nominierung Junckers: Bernhard Schinwald im European. „Juncker ist als Kommissionspräsident nominiert. Die EU steht damit am Beginn einer neuen Ära – auch dank eines unfreiwilligen Helden aus London.“ 

Quelle: theeuropean.de

Das große Geschacher: Inhaltliche und personelle Weichenstellungen für die neue EU-Kommission

Manuel Müller gibt auf seinem Blog „Der europäische Föderalist“ einen Ausblick auf die nahe Zukunft der EU: „Ein Sieg für die europäische Demokratie? Zweifellos. Was auch immer man von Juncker halten mag. […] Im Vergleich mit den Hinterzimmer-Verhandlungen, die Junckers Vorgänger José Manuel Durão Barroso (PSD/EVP) ins Amt brachten, ist das ein gewaltiger Fortschritt.“

Quelle: foederalist.blogspot.de

Cameron’s attempt to block Juncker is a masterclass in how to lose friends in Europe

Eunice Goes, von der Richmond American International University analysiert auf „The Conversation“ die gescheiterte EU-Diplomatie von Cameron: „The appointment of the new president will be decided at a European summit in the Brussels, but regardless of the outcome David Cameron and his government have managed to look weak, isolated and a bit clueless about how EU politics works.

Quelle: theconversation.com

Auszug aus Nimmerland

Juliane Mendelsohn schreibt im European einen eingehenden Aufruf zu mehr europäischer Solidarität: „Ist man in Berlin auf einer Mittzwanziger-Party, wird mit großer Wahrscheinlichkeit über Start-ups und Praktika gesprochen. Auf einer ähnlichen Party in Athen werden Arbeitslosigkeit, Sorgen und Verzweiflung die dominanten Themen sein. In beiden Fällen sind die Gäste vermutlich gut ausgebildet, gewissenhaft und aufgeschlossen. Plötzlich ist die sogenannte Geburtslotterie, also das Privileg, an einem bestimmten Ort geboren worden zu sein, innerhalb der europäischen Grenzen wieder so relevant wie über sie hinaus.“

Quelle: de.theeuropean.eu

 

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