Links der Woche – KW 24

Diese Woche in den Links der Woche: Wie Fußball und Sexismus zusammenhängen, warum die EZB die österreichische Vermögensungleichheit nach oben korrigiert und wie das neue Parteiprogramm von Podemos aussieht. Außerdem: Woher die deutsche Ordnungspolitik kommt, Kritik am amerikanischen Vice-Magazin und einiges mehr. Viel Spaß beim Lesen!

Fußball-EM

Ob bei der EM mitgefiebert wird oder nicht bleibt jeder/jedem selbst überlassen. Leider bedeutet die EM aber auch, dass – wie bei jedem maskulin konnotierten Sportereignis – wir mit noch mehr Sexismus aller Art konfrontiert werden: Das ZDF hat es gewagt, eine Frau ein EM-Spiel kommentieren zu lassen und das Internet rastete danach aus (Vice berichtet).  Auch die Werbung spart derzeit nicht mit Klischees und der Abwertung von Frauen – Pinkstinks hat eine kleine Zusammenstellung vorgenommen.

Wie die Zeit schreibt spielen in keiner europäischen Fußballmannschaft so viele Schwarze wie in der französischen. Wenn die Mannschaft gewinnt, ist sie glorreich und französisch. Wenn sie verliert, ist sie zu schwarz. Das offizielle Frankreich drückt sich – wie auch in der Integrationspolitik – vor solchen Diskussionen mit dem Hinweis auf die strikte Neutralität, dergemäß der Staat keine Farben kenne.

Ökonomie und Verteilung

Wie sind die Vermögen in Österreich verteilt? Wieviel am Gesamtvermögen halten die obersten 5 Prozent? Wieviel das oberste eine Prozent? Fragen wie diese konnten für Österreich, jedenfalls nach Abschaffung der Erbschafts- und Schenkungssteuer, nicht einmal ansatzweise beantwortet werden. Mit der europaweiten Erhebung des HFCS (Houshold Finance and Consumption Survey) ist dies seit 2010 anders. Nun haben wir eine harmonisierte Erhebung der Vermögensdaten, die jedoch – wie bei jeder auf Freiwilligkeit beruhenden Umfrage – stark in die Mitte verzerrt ist, da gerade die reichsten aber auch die ärmsten Haushalte oft die Mitarbeit verweigern. Wie der Arbeit-Wirtschafts-Blog berichtet, hat die EZB nun eine Bereinigung dieser Daten vorgenommen und kommt für Österreich auf eine weit höhere Vermögenskonzentration, als die unbereinigten HFCS-Daten vermuten lassen: das reichste Prozent der Haushalte verfügt über 41% des Gesamtvermögens. Ein ähnliches Ergebnis wurde auch bereits vor zwei Jahren von einer Studie der Universität Linz präsentiert, die eine ähnliche Bereinigungsmethode anwandte. By the way: Am 20.6. werden die Ergebnisse der zweiten Erhebungswelle des HFCS an der OeNB präsentiert. Hier sind weitergehende Erkenntnisse zu erwarten.

Wie wir letzte Woche bereits berichtet haben, hat der IWF vor kurzem eine (für IWF-Verhältnisse) kritische Bilanz über den Neoliberalismus aufgestellt. Der bekannte linke Ökonom Heiner Flassbeck nimmt dazu auf seinem Blog Stellung.

Der Ökonom und Wirtschaftsweise Peter Bofinger erklärt auf dem Portal VOX warum die deutsche Wirtschaftspolitik im Unterschied zu anderen Ländern so stark auf die sogenannte Ordnungspolitik (ausgeglichener Staatshaushalt, Preisstabilität und Lohndrückung) fixiert ist und wie die deutsche Wirtschaft derzeit auf Kosten anderer Länder davon profitiert.

Linke Politik und Köpfe

Die spanische Linkspartei Podemos hat ihr Programm im Format eines Ikea-Katalogs präsentiert und verfolgt ein hehres Ziel: Es soll das meistgelesene Parteiprogramm in der Demokratie werden. Hier mehr dazu.

In der fünften Ausgabe unserer Serie „Linke Köpfe“ porträtieren wir die große Kämpferin, Revolutionärin und Feministin Louise Michel.

Medienpolitik

Auf diesem Blog kritisiert der Autor das amerikanische VICE-Magazin, weil sie branded content nicht als solches klassifizieren, obwohl es eindeutig Beweise gibt, dass sie branded content verkaufen. Weiters wird kritisiert, dass VICE sich als objektiv ausgibt, aber bezahlt subjektiv schreibt.

One Response to Links der Woche – KW 24

  1. Christoph Staffner 14. Juni 2016 at 21:57 #

    Zuerst, danke für die hilfreichen und aufschlussreichen Links.

    Zu Ökonomie und Verteilung: Mir kommt so vor als würde man die Vermögensverteilung zu Tode analysieren. Ob das reichste Prozent der Gesellschaft nun 23%, 30%, 37% oder 41% des gesamten Vermögens besitzt, ist im Grunde egal. Riesige Vermögen sind in den Händen weniger Menschen und klassische Vermögenssteuern à la Millionärssteuer, Erb- und Schenkungssteuer genügt nicht mehr. Es braucht ein ganzes Paket mit Börsenumsatzsteuer, Finanztransaktionensteuer usw. Beim „usw“ frage ich mich ob es da noch weitere Ideen gibt, die nicht so bekannt sind. Arbeitet ihr an einem solchen Artikel, oder habt ihr es vor?

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