VIE BXL (6): Aus der Lobby: Nationale Wirtschaftslobbys behindern europäischen Fortschritt

VIE-BXL ist eine Serie von Beiträgen am Blog 8 im Vorfeld der Europawahlen 2014.

Nikolaus Kowall

Die aktuelle wirtschaftliche Misere in Europa ist ein politisches Desaster, weil sie einer falschen Antwort auf die Krise geschuldet und somit selbst verschuldet ist. Die Lösung der Probleme Europas scheitert an der deutschen Export-, der britischen Finanz- und der französischen Energielobby. Nur wenn diese Interessen untergeordnet werden, hat der Kontinent eine Chance. Weiterlesen auf european.com.

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2 Responses to VIE BXL (6): Aus der Lobby: Nationale Wirtschaftslobbys behindern europäischen Fortschritt

  1. Heinrich Elsigan 9. April 2014 at 02:08 #

    Noch eines:
    Der Süden hat kein Geld um deutsche Waren zu kaufen.
    Der deutsche Arbeiter hat zu wenig Kaufkraft um deutsche Waren zu kaufen.
    Die USA, Japan, Australien, China werten ab um sich gegen das niederexportieren der Deutschen zu schützen.
    An wem zum Geier wollen die Deutschen dann noch exportieren? Deutsche haben sich schon einmal zu Tode gesiegt und diesmal sind sie drauf und dran sich zu Tode zu exportieren.
    Es ist ja auch nicht so, dass der deutschen Wirtschaft die Qualität im Moment fehlt, aber ohne reinvestitionen und Beteiligung der Arbeiter am Erfolg, bleibt die Kaufkraft der deutschen nieder
    Einige deutsche Ökonomen, die meinen, in Deutschland könnte es jetzt schon viel höhere Zinsen vertragen irren. Die braucht es erst dann, wenn in einer bestimmten Masse so viel Geld vorhanden ist, dass es zu einer Massengeldschwemme kommt und die Preise und Löhne plötzlich immer mehr wachsen. Wenn man sich das Verhalten der Industrie hier ansieht, dann haben zur Zeit des niedrigen Zins, die Konzerne mit Geld im Ausland investiert, aber nicht verlagert, sondern abgesichert und hier par neue Lehrstellen geschaffen.
    Trader nutzten den billigst Zins für Carry-Trades. Familie Porsche-Piech hat in den VW-XL1 (1l Auto) ohne Kosten zu scheuen investiert. Aber es muss zig in Summe Reiche geben, die weder in Aktien noch in Sekundärmärkte gegangen sind, noch in die reale Wirtschaft investiert haben. Kann jemand feststellen, wer zum Geier die sind?

    Der niedrige Zins sollte eben animieren Geld wieder in die Wirtschaft zu investieren, die realen Konzerne so machten dies auch, die trader spielten ihre NULL-Summenspiele in den Sekundär und Tertiär-Märkten und so eine Hausse merkte ich eigentlich an den Aktienmärkten nie, die entsprechen noch ziemlich genau dem Zustand der Unternehmen, auch wenn sie oft unterkühlen oder überhitzen, aber über 5-10 Jahre gesehen stimnts hier ausgeglättet.
    Wo ist das Geld? China, Russland, Saudia Arabien haben viele Devisen, aber es muss hier irgendwo Geld sein. Die Konzerne und Industriellen sind zwar reich, aber die horten es nicht so ohne zu investieren. Die Trader nehmen sich alles auf Kredit und haben nur Kapital als Sicherheit irgendwo, aber die Zockerei ist Kredit finanziert. Die Banken haben negative Bilanzen, die Deposits sind wesentlich geringer als die Loans. Wo ist das gehortete Geld?

  2. Heinrich Elsigan 9. April 2014 at 01:26 #

    Ein sehr guter Artikel von Nikolaus Kowall!
    Ich möchte keinesfalls die Strukturprobleme von Österreich und den südlichen EU-Ländern kleinreden, aber Deutschland verursacht eine Menge Probleme in der EU.
    Es sind sich glaube ich im Moment die meisten Ökonomen einig, dass Deutschland zu viel und andere EU-Staaten zu wenig wettbewerbsfähig sind. Dennoch hält Deutschland sowohl bei den Löhnen, als auch bei den Pensionen an einer krankhaften Wettbewerbsideologie fest, die selbst neoliberale sonst überall nie in diesem.Ausmaß vertreten. (Also bei uns regt sich die Industrie zwar regelmäßig über die zu hohen Steuern auf Arbeit und über die Privilegienpensionen auf, aber nicht über die Mindestrente und kollektivvertraglichen Nettolohn und ich glaube hier denkt Kowall als linker sogar ähnlich. Auch in Bezug auf Bildung, Zukunftsinvestitionen herrscht hier relativer Grundkonsens zwischen links und liberal)
    In Deutschland fehlt dieses Denken ziemlich, da auch kaum Infrastruktur und Bildungsmaßnahmen als Investitionen in Erwägung gezogen werden, um in Deutschland die Teuerung durch mehr Arbeitsplätze und mehr Kaufkraft in Folge der so erzeugten Hochkonjunktur etwas anzukurbeln. Zusätzlich herrscht in Deutschland ein krankhafter Hartgeldfetischmus, der nahezu unnatürlich krankhaft ist. Mich ärgert zwar auch das Verkonsumieren statt investieren, aber sind die Zinsen niedrig, dann ist die beste Zeit für Investitionen nach der Konjunkturlehre. (Im Hoch wird voll produziert, im Tief antizyklisch investiert) Aber statt zu investieren und die niedrigen Zinsen mit Realvorfinanzierungen zu schlagen, jammern Sparer und Lebensversicherer in Deutschland dass es kaum noch mehr auszuhalten ist oder gehen in totes Kapital.

    Ich frage mich ehrlich, ob die Deutschen etwas irre sind?

    1. Sie wollen die Schulden, die der Süden an sie im Moment nicht zahlen kann, keinesfalls abschreiben.
    2. Sie wollen hohe Geldguthaben trotz niedrigst Zins nicht zukunftsträchtig im Land investieren und damit auch die Binnenkonjunktur an regen.
    3. Sie wollen auch keine Zentralbankintervention und dreschen immer aber wirklich unbegründet auf Mario Draghi ein.
    4. Sie wollen auch keine Vermögensabgabe, mit der sie die Abschreibungen finanzieren können.
    5. Sie wollen nur Wohlfahrtsstaatliche Leistungen noch mehr kürzen, aber ohne jede Vernunft.

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