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	<title>blog.sektionacht.at &#187; Unterrichtszeit</title>
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	<description>Blog der Sektion 8</description>
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		<title>Schüler und Lehrer gegen &#8230;</title>
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		<pubDate>Sat, 28 Feb 2009 22:45:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>yussi</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[Österreich]]></category>
		<category><![CDATA[LehrerInnengewerkschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Unterrichtszeit]]></category>

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		<description><![CDATA[Yussi Pick
Vor allem anderen eine Frage: Warum kann der zweite Nationalratspräsident weiter GÖD-Vorsitzender bleiben? Ich hatte schon so gehofft, dass jetzt, wo ihn das Parlament am Hals hat, wenigstens die Schulpolitik ihn los ist. Nichts sagt so deutlich Blokadepolitik wie Fritz Neugebauer. 
Wenn man sich allerdings die Reaktionen der anderen PlayerInnen ansieht, dann kann man [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.yussipick.net"><em>Yussi Pick</em></a></p>
<p>Vor allem anderen eine Frage: Warum kann der zweite Nationalratspräsident weiter GÖD-Vorsitzender bleiben? Ich hatte schon so gehofft, dass jetzt, wo ihn das Parlament am Hals hat, wenigstens die Schulpolitik ihn los ist. Nichts sagt so deutlich Blokadepolitik wie Fritz Neugebauer. <span id="more-213"></span></p>
<p>Wenn man sich allerdings die Reaktionen der anderen PlayerInnen ansieht, dann kann man ruhig schlafen: Selbst ohne Neugebauer sind LehrerInnen wohl die systemerhaltendste Gruppe Menschen seit Honecker, die blockierendste Berufsgruppe nach den österreichischen Militärs, die Reform unwilligste Partie seit die katholische Kirche nichts mehr zu sagen hat (oh&#8230;wait) schlicht: Der erste Grund, warum österreichische Schulen so versagen, wie sie versagen. Zu diesem Zeitpunkt in einem Text muss man anerkennen, dass es natürlich Ausnahmen gibt. Natürlich gibt es tolle, engagierte, gute LehrerInnen blablabla, aber die sind damit beschäftigt, SchülerInnen zu unterrichten und haben daher offenbar keine Zeit, sich in Schulpolitik einzumischen.</p>
<p>Ich will nicht in eine „Lehrer hackln nix“ Argumentation verfallen und man braucht sich angesichts früherer Erfahrungen über den Aufschrei nicht wundern, wenn Bildungsministerin Schmied die LehrerInnen ab jetzt zwei Stunden (1) mehr arbeiten lassen will.  Was mich allerdings wundert, ist dass, wenn es um LehrerInnenarbeit geht, nicht endlich über die entscheidende Frage diskutiert wird. Nicht „Wie viel arbeiten LehrerInnen?“ sondern „Wo arbeiten LehrerInnen?“. Ob LehrerInnen zwei Stunden mehr oder weniger arbeiten beeinflusst nicht die Qualität des Unterrichts, sehr wohl aber, wo sie arbeiten.Das Privileg von LehrerInnen zu Hause (vermeintlich) arbeiten zu dürfen gehört abgeschafft.</p>
<p><strong>Nichts spricht dagegen, alles dafür</strong></p>
<p>Das erste schlaue Gegenargument ist: „Aber im Konferenzzimmer ist nicht genug Platz!“ Das stimmt. Gut, dass am Nachmittag ein ganzes Schulhaus zur Verfügung steht. Ich bin mir sicher, dass in einem Haus mit 30 leeren Räumen jedEr LehrerIn einen Arbeitsplatz finden wird. Computer, um Arbeitsblätter von 4teachers auszudrucken, sollte es im Informatikraum mehr als genug geben. Die armen LehrerInnen müssten dann auch nicht mehr ihre Privatcomputer, Kopierer, ect. zu Arbeitszwecken nutzen. Sie müssten nicht mehr tausende Stapel Hefte, Kopien und Zettel aus der Schule nach Hause und wieder zurück tragen. Die gemeinsame Arbeit, sowohl innerhalb der Fächer als auch interdisziplinär, würde automatisch anwachsen, weil sich die LehrerInnen nicht mehr nur in den 5 Minuten zwischen den Stunden, sondern auch am Nachmittag in Ruhe sehen würden. Berufstätige Eltern hätten die Möglichkeit am Nachmittag und ausführlicher über die Schulprobleme ihres Kindes zu sprechen.  Kurz: Selbst wenn die LehrerInnen den ganzen Nachmittag Kaffee trinken würden, es wäre schon eine Verbesserung.</p>
<p>(1) Zwei Stunden im Sinne von zwei mal 50 Minuten, von denen jeweils 5-10 für administratorisches etc. draufgehen. Wir sprechen also von einer netto Arbeitszeitverlängerung von etwa einer Stunde zwanzig Minuten.</p>
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		<title>Fakten für mehr Unterrichtszeit</title>
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		<pubDate>Sat, 28 Feb 2009 18:55:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>jakohub</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[Österreich]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeitszeitstudie]]></category>
		<category><![CDATA[LehrerInnengewerkschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Unterrichtszeit]]></category>

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		<description><![CDATA[Gastbeitrag von Jakob Huber*
Ein Hauptinstrument der LehrergewerkschafterInnen gegen die Umverteilung der Arbeitszeit zugunsten des Unterrichts ist die Studie &#8220;LehrerIn 2000&#8243; (vulgo &#8220;Arbeitszeitstudie&#8221;). Deren Ergebnisse sind zumindest ambivalent, oder anders gesagt: Die BefürworterInnen von Schulreformen im Allgemeinen und dem konkreten Vorschlag im Speziellen sollten einen Blick in die Studie werfen. Angesichts der dummen und schädlichen &#8220;In-der-Krise-müssen-alle-Gürtel-enger-schnallen&#8221; [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Gastbeitrag von Jakob Huber*</em></p>
<p>Ein Hauptinstrument der LehrergewerkschafterInnen gegen die Umverteilung der Arbeitszeit zugunsten des Unterrichts ist die <a title="Arbeistzeitstudie (PDF)" href="http://www.schulpsychologie.at/fileadmin/upload/Studie_LehrerIN_2000.pdf" target="_blank">Studie &#8220;LehrerIn 2000&#8243;</a> (vulgo &#8220;Arbeitszeitstudie&#8221;). Deren Ergebnisse sind zumindest ambivalent, oder anders gesagt: Die BefürworterInnen von Schulreformen im Allgemeinen und dem konkreten Vorschlag im Speziellen sollten einen Blick in die Studie werfen. Angesichts der dummen und schädlichen &#8220;In-der-Krise-müssen-alle-Gürtel-enger-schnallen&#8221; Argumente würde das auch der Ministerin und ihrem Stab nicht schaden.<span id="more-208"></span></p>
<p><strong>Zufriedenheit und Unterrichtszeit</strong></p>
<p>Die befragten LehrerInnen verbringen 1/3 ihrer Arbeitszeit im Unterricht (28% AHS bis 41% BS), 1/3 für Vor- und Nachbereitung (28% BS bis 46% AHS) und 1/3 für sonstige Tätigkeiten. Die Wochenarbeitszeit beträgt laut Studie außerhalb der Ferien 45-50 Stunden.</p>
<p style="text-align: left;"><img class="aligncenter" title="Lehrerin2000_Zufriedenheit.png" src="http://blog.sektionacht.at/resources/Lehrerin2000_Zufriedenheit.png" alt="" width="533" height="382" /><br />
Interessant ist, was LehrerInnen zufrieden macht: An 1. Stelle kommt der tägliche Kontakt mit den SchülerInnen &#8211; im Unterricht, wo sonst. Ergo: Nichts motiviert LehrerInnen mehr als mit den Kindern und Jugendlichen zu arbeiten. Es ist also einfach falsch, dass es den GegnerInnen um die Zufriedenheit und Arbeitsbedingungen der LehrerInnen geht.</p>
<p><strong>Zufriedenheit und Arbeitszeit</strong></p>
<p>Die GegnerInnen begründen ihre Ablehnung auch mit der bereits hohen Belastung der LehrerInnen und den vielen Burnout-Fällen. Diese Grafik zeigt, dass Burnout erstaunlich wenig mit der Arbeitszeit zu tun hat:</p>
<p><img class="aligncenter" title="LehrerIn2000_Burnout.png" src="http://blog.sektionacht.at/resources/LehrerIn2000_Burnout.png" alt="" width="559" height="342" /><br />
Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass es &#8220;signifikante (&#8230;) aber nicht sehr starke Zusammenhänge&#8221; zwischen Zufriedenheit und Arbeitszeit gibt. Das heißt: Das Ergebnis ist &#8220;robust&#8221; im Sinne von verlässlich und zeigt klar, dass Zufriedenheit wenig mit der Arbeitszeit zu tun hat. Interessant: &#8220;Was mit zunehmender Arbeitsleistung steigt, ist die Zufriedenheit mit dem täglichen Kontakt mit Kindern und Jugendlichen.&#8221; Je länger LehrerInnen in der Klasse arbeiten, desto motivierter sind sie und (!) desto motivierender ist der Unterricht für sie.</p>
<p><img class="aligncenter" title="LehrerIn2000_Arbeitszeit.png" src="http://blog.sektionacht.at/resources/LehrerIn2000_Arbeitszeit.png" alt="" width="508" height="316" /><br />
<strong>Belastungen für LehrerInnen</strong></p>
<p>Dass die Ministerin die Bedürfnisse der LehrerInnen mehr berücksichtigt als ihre PersonalvertreterInnen zeigt zuletzt auch diese Übersicht der wichtigsten Belastungsfaktoren:</p>
<p><img class="aligncenter" title="LehrerIn2000_Belastungen.png" src="http://blog.sektionacht.at/resources/LehrerIn2000_Belastungen.png" alt="" width="449" height="229" /></p>
<ul>
<li><em>Kompensation gesellschaftlicher Missstände:</em> Meiner Meinung nach eine sinnlose Kategorie. Der deutschnationale Lehrer, der Kinder mit migrantischem Hintergrund als Missstand sieht, sagt hier ja. Die katholische Lehrerin mag die vielen muslimischen Kinder nicht, also ist sie auch dabei. Und die eher Fortschrittlichen, die an der äußerst mangelhaften Förderung von Kindern mit nicht-deutscher Muttersprache in Kindergärten und Schulen leiden, fühlen sich hier auch verstanden.</li>
<li><em>Hohe KlassenschülerInnenzahlen:</em> Exakt deswegen soll die Unterrichtszeit erhöht werden.</li>
<li><em>Verhaltensauffälligkeiten und Störungen des Unterrichts:</em> Das ist sicher belastend, ich kann mir aber nicht vorstellen, dass das a) mit der Arbeitszeit zusammenhängt und b) je anders war.</li>
<li><em>Stark unterschiedliches Leistungsniveau</em>: Genau hier liegt das pädagogische Hauptproblem. Unsere Schule, die auf 150 Jahre alten Grundlagen beruht und sich in den letzten 80 Jahren nicht bedeutend verändert hat, braucht die Gleichschaltung der SchülerInnen um einigermaßen zu funktionieren. Und das ist ein aussichts- und sinnloser Kampf der LehrerInnen gegen Windmühlen, die LehrerInnen müssen endlich lernen in ihrem Unterricht die Verschiedenheit zu nutzen anstatt zu bekämpfen (Mehr zum Thema in meinem letztjährigen <a title="Momentum-Beitrag Huber" href="http://momentum09.org/images/beitraege/track4/beitrag_huber.pdf " target="_blank">Beitrag</a> zum Kongress &#8220;<a title="momentum08" href="http://www.momentum08.org" target="_blank">momentum08: gerechtigkeit</a>&#8220;). Daran ändert die Erhöhung der Unterrichtszeit nichts, richtig. Da die Schule an vielen Stellen erneuert werden muss und das nicht mit einem einzigen Reformschritt getan sein kann, ist auch das kein Argument gegen den Schmied-Vorschlag.</li>
</ul>
<p><em>* Jakob Huber ist Bildungsvorsitzender und Kandidat für den Gemeinderat der der SPÖ-Bezirksorganisation Linz.  Von 2001-2002 war Jakob Huber für die <a title="aks.at" href="http://www.aks.at" target="_blank">aktion kritischer schülerInnen</a> Bundesschulsprecher.</em></p>
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