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	<title>blog.sektionacht.at &#187; Unibrennt</title>
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	<description>Blog der Sektion 8</description>
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		<title>Uni-Besetzungen: Die Europakarte</title>
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		<pubDate>Sat, 14 Nov 2009 09:12:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bildung]]></category>
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		<description><![CDATA[Unsere Unis auf einer größeren Karte anzeigen
Tom Schaffer hat auf seinem Blog begonnen, die europäische Dimension der aktuellen Universitätsprotestbewegung mit Hilfe von Google-Maps zu dokumentieren. (via)
Legende:
Rot: Besetzt
Gelb: Geräumt
Grün: Freigegeben
Blau: Andere Proteste
Bei unklarer Informationslage ist in der Beschreibung ein Fragezeichen.
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			<content:encoded><![CDATA[<p><iframe width="425" height="350" frameborder="0" scrolling="no" marginheight="0" marginwidth="0" src="http://maps.google.at/maps/ms?ie=UTF8&amp;hl=de&amp;msa=0&amp;msid=116283369278129786033.0004778dfa81fb402d565&amp;source=embed&amp;ll=49.21042,8.876953&amp;spn=23.014452,46.582031&amp;output=embed"></iframe><br /><small><a href="http://maps.google.at/maps/ms?ie=UTF8&amp;hl=de&amp;msa=0&amp;msid=116283369278129786033.0004778dfa81fb402d565&amp;source=embed&amp;ll=49.21042,8.876953&amp;spn=23.014452,46.582031" style="color:#0000FF;text-align:left">Unsere Unis</a> auf einer größeren Karte anzeigen</small></p>
<p>Tom Schaffer hat auf seinem <a title="Tom Schaffer" href="http://zurpolitik.com/2009/11/10/unsere-unis-eine-karte/" target="_blank">Blog </a>begonnen, die europäische Dimension der aktuellen Universitätsprotestbewegung mit Hilfe von Google-Maps zu dokumentieren. (<a title="Commandantina" href="http://bureau.comandantina.com/archivos/2009/11/die_unis_brennen_1.php" target="_blank">via</a>)</p>
<p><em>Legende:</em><br />
Rot: Besetzt<br />
Gelb: Geräumt<br />
Grün: Freigegeben<br />
Blau: Andere Proteste<br />
Bei unklarer Informationslage ist in der Beschreibung ein Fragezeichen.</p>
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		<title>Sanfte Lenkung oder Fairness? (Forts.)</title>
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		<pubDate>Fri, 06 Nov 2009 12:34:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bildung]]></category>
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		<description><![CDATA[Nachdem Nikolaus Kowall in diesem Blog &#8220;Für eine sanfte Lenkung an der Uni&#8221; eingetreten ist und VSStÖ-Bundesvorsitzende Sophie Wollner mit einer Replik unter dem Titel &#8220;Fairness statt &#8216;Sanftheit&#8217;&#8221; gekontert hat, versucht sich nun der Linzer SPÖ-Bildungsvorsitzende Jakob Huber auf seinem Blog an einer Art Synthese. Titel: Sanfte Lenkung oder Fairness? Bessere Unis!
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Nachdem Nikolaus Kowall in diesem Blog &#8220;<a title="Niki Kowall &quot;Für eine sanfte Lenkung an der Uni&quot;" href="http://blog.sektionacht.at/2009/11/fur-eine-sanfte-lenkung-an-der-uni/" target="_blank">Für eine sanfte Lenkung an der Uni</a>&#8221; eingetreten ist und VSStÖ-Bundesvorsitzende Sophie Wollner mit einer Replik unter dem Titel &#8220;<a title="Fairness statt &quot;Sanftheit&quot;" href="http://blog.sektionacht.at/2009/11/fairness-statt-%e2%80%9esanftheit%e2%80%9c/" target="_blank">Fairness statt &#8216;Sanftheit&#8217;</a>&#8221; gekontert hat, versucht sich nun der Linzer SPÖ-Bildungsvorsitzende Jakob Huber auf seinem Blog an einer Art Synthese. Titel: <a title="Sanfte Lenkung oder Fairness? Bessere Unis!" href="http://blogs.webzeilen.net/huber/2009/11/06/sanfte-lenkung-oder-fairness-bessere-unis/" target="_blank">Sanfte Lenkung oder Fairness? Bessere Unis!</a></p>
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		<title>Fairness statt „Sanftheit“</title>
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		<pubDate>Wed, 04 Nov 2009 08:10:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sophie</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Eine Replik auf Nikolaus Kowalls &#8220;Für eine sanfte Lenkung an der Uni&#8220;
Sophie Wollner* 
„Die Uni brennt“ und der Diskurs um die österreichischen Hochschulen treibt Blüten. Bundeskanzler Faymann verstärkt durch seine Aussagen in den letzten Tagen das Bild der unklaren SPÖ-Position in Sachen Zugangsbeschränkungen und Hochschulpolitik. Niki Kowall argumentiert in seinem Blogbeitrag für eine sanfte Lenkung [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Eine Replik auf Nikolaus Kowalls &#8220;<a title="Niki Kowall &quot;Für eine sanfte Lenkung an der Uni&quot;" href="http://blog.sektionacht.at/2009/11/fur-eine-sanfte-lenkung-an-der-uni/" target="_blank">Für eine sanfte Lenkung an der Uni</a>&#8220;</strong></p>
<p><em><a title="sophie wollner bloggt" href="http://sophiewollner.wordpress.com/" target="_blank">Sophie Wollner</a>* </em></p>
<p>„Die Uni brennt“ und der Diskurs um die österreichischen Hochschulen treibt Blüten. Bundeskanzler Faymann verstärkt durch seine Aussagen in den letzten Tagen das Bild der unklaren SPÖ-Position in Sachen Zugangsbeschränkungen und Hochschulpolitik. Niki Kowall argumentiert in <a title="Niki Kowall &quot;Für eine sanfte Lenkung an der Uni&quot;" href="http://blog.sektionacht.at/2009/11/fur-eine-sanfte-lenkung-an-der-uni/" target="_blank">seinem Blogbeitra</a><a title="Niki Kowall &quot;Für eine sanfte Lenkung an der Uni&quot;" href="http://blog.sektionacht.at/2009/11/fur-eine-sanfte-lenkung-an-der-uni/" target="_blank">g</a> für eine sanfte Lenkung an der Uni – die Instrumente die er vorschlägt und der Weg den er einschlagen möchte sind, wenn auch bei ähnlichem Ziel, fragwürdig. Die Argumentationsweise schlägt – trotz expliziter Kritik an der Politik der SPÖ – in eine ähnliche Kerbe wie die Bundespolitik: eine Hochschulsicht der Restriktion anstatt der Expansion. Im folgende eine Antwort auf Niki Kowalls &#8220;fünf Anmerkungen&#8221;:</p>
<p><strong>Aufnahmetests, Studiengebühren: Schlimmer wird’s nimmer</strong></p>
<p>Niki Kowall argumentiert, Studiengebühren seien Zugangsbeschränkungen vorzuziehen. Das erinnert ein wenig an eine Wahl zwischen Pest und Cholera. Fakt ist: Beide Maßnahmen verstärken die ohnehin schon extrem große soziale Selektivität beim Universitätszugang noch zusätzlich – und sind deshalb abzulehnen. Gerade die abschreckende Wirkung von Studiengebühren auf potenzielle Studierende aus sozial schwachen Familien ist eben nicht trivial, sondern traurige Realität. Dass sie die meisten der derzeit Studierenden (großteils aus der oberen Mittelschicht stammend) nicht „umbringen“, wie Niki schreibt, darüber kann man/frau diskutieren: jedenfalls verstärken sie die Abhängigkeit von den Eltern und jedenfalls verstärken sie den Teufelskreis, den wir als „Nebenjob &#8211; weniger Zeit zum Studieren – Beihilfenverlust &#8211; Ausweitung der Erwerbstätigkeit – noch weniger Zeit zum Studieren“ beschreiben können. „Niemanden umbringen?“ Ein solches Ziel wird in der Bildungspolitik (vor allem der sozialdemokratischen) wohl nicht ernsthaft diskutiert.<span id="more-371"></span></p>
<p><strong>Sanfte Lenkung?</strong></p>
<p>Die Einteilung in gesellschaftlich wünschenswerte Studienfächer und solche, deren AbsolventInnen eigentlich niemand braucht, ist weiterhin abzulehnen. Gleichzeitig sollten wir uns bewusst sein, dass die Studienwahl der NeuinskribientInnen nicht vom Himmel fällt, sondern auch das reflektiert, was Jugendliche an gesellschaftlichen und milieubezogenen Wertvorstellungen mitbekommen. In Teilbereichen kann eine politische Intervention in diese Vorstellungen durchaus sinnvoll sein: etwa wenn Frauen auch die Perspektiven aufgezeigt werden, die in technischen Berufen liegen. Der Unterschied in der Herangehensweise ist aber zentral: Sage ich den Menschen, was sie studieren sollen, weil das „die Gesellschaft“ wünschenswert findet, oder versuche ich, auch neue Möglichkeiten aufzuzeigen.</p>
<p>Das Problem mit dieser Lenkung ist auch ein ganz pragmatisches: Sie funktioniert schlecht. Generationen von MaturantInnen wurden von Elisabeth Gehrer gewarnt, bitte ja nicht Lehramt zu studieren – was kam war ein LehrerInnenmangel. Darüber hinaus geht die Argumentation auch von einem recht eindimensionalen Arbeitsmarkt-Ausbildungsbegriff aus: Natürlich werden nicht alle PublizistikstudentInnen später „PublizistInnen“ oder JournalistInnen, und die PolitikwissenschafterInnen stellen sich auch selten in den Nachwuchsabteilungen der Parteien vor. Aber die AbsolventInnen verfügen über eine sozialwissenschaftliche Grundbildung, die durchaus in einer Vielzahl an Berufen einsetzbar ist.</p>
<p>Daher hat es auch wenig Sinn, darüber zu diskutieren, durch welche Schikane die Studierenden am menschenfreundlichsten wegzuschrecken sind. Abseits davon werden gewisse, gerade gesellschaftlich relevanter scheinende Studien (z.B. Naturwissenschaften) schon jetzt mehr gefördert als andere; die geforderte  Distinktion der Studienbedingungen ist also bereits jetzt traurige Realität.</p>
<p><strong>Knock-Out-Prüfungen: Der Traum der Leistungseliten?</strong></p>
<p>Die Darstellung von Knock-Out-Prüfungen als „fairste und freundliche“ Hürde sollte sich eigentlich von selbst richten. Deshalb nur so viel: Das Ziel einer Knock-Out-Prüfung ist es, einen bestimmten Prozentsatz der Antretenden rauszuprüfen. Eine Knock-Out-Prüfung, die alle schaffen, hat ihren Zweck verfehlt. Wenn also argumentiert wird, es „können“ alle schaffen, liegt darin schon ein Denkfehler – irgendwer soll es eben nicht schaffen. Das könnten jene sein, denen ihre Studienwahl nicht ganz so wichtig ist – aber zu einem größeren Teil werden es wohl jene sein, die aus welchen Gründen auch immer nicht über die notwendigen Ressourcen verfügen, sich das Geforderte in kurzer Zeit anzustrebern. Prüfungsangst, schlechtes Lerntraining in der Schule, Zusatzbelastung durch Behinderung, Betreuungspflichten, Erwerbstätigkeit: es gibt viele Faktoren, die das zu einem äußerst ungerechten „Wettrennen“ machen.</p>
<p>Der Kommentar ist gespickt mit Ressentiments, zum Beispiel dort, wo faule Lehrende und verfallendes Niveau konstatiert werden. Dass endlose Referatsmarathons nicht der Weisheit letzter Schluss sind, dass manche Lehrende ihr Interesse auf alles andere und als ihre Studierenden richten? Geschenkt. Eine „Anstreberphase“ (noch dazu mit Selektionscharakter) macht dennoch kein Referat spannender und keineN LehrendeN motivierter – noch dazu, wenn wir wissen, wie schnell sich rasch auswendig gelerntes Wissen verflüchtigt.</p>
<p>Was zweifelsohne stimmt: das „Problem“ deutsche Studierende wird durch Zugangsbeschränkungen nicht gelöst; mit dem Finger auf die Deutschen zu zeigen hilft aber niemandem und macht die Studienbedingungen auch nicht besser.</p>
<p>Die Debatte um die Hochschulen wird – weniger sanft – in eine Richtung gelenkt: mit dem Ziel, die Unis zu beschränken, weil es angeblich keine andere Lösung für die Misere gibt. Sich dieser Sachzwanglogik hinzugeben ist neuerdings offenbar en vogue – und dennoch plädiere ich weiterhin für öffnende und fördernde Maßnahmen im Hochschulbereich anstatt für Beschränkungen wo es nur geht.</p>
<p><em>* Sophie Wollner ist Bundesvorsitzende des <a title="VSStÖ" href="http://www.vsstoe.at/" target="_blank">VSStÖ</a></em></p>
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		<title>Für eine sanfte Lenkung an der Uni</title>
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		<pubDate>Mon, 02 Nov 2009 19:54:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>niki</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bildung]]></category>
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		<description><![CDATA[Nikolaus Kowall
Wenn man keinen Plan hat, sollte man besser nichts sagen. Dem Schweigekanzler Schüssel wäre das Faymann-Glamourstück nicht passiert. Sich erst mit den Studierenden zu solidarisieren um drei Tage später ihre Hauptforderung abzulehnen, so einen perfekt inszenierten Zick-Zack-Kurs hinzulegen muss man sich einmal trauen. Die SPÖ schwenkt in Richtung Zugangsbeschränkungen. Dem gilt es eine Alternative [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a title="Exilnik" href="http://exilnik.blogspot.com" target="_blank"><em>Nikolaus Kowall</em></a></p>
<p>Wenn man keinen Plan hat, sollte man besser nichts sagen. Dem Schweigekanzler Schüssel wäre das Faymann-Glamourstück nicht passiert. Sich erst mit den Studierenden zu solidarisieren um drei Tage später ihre Hauptforderung abzulehnen, so einen perfekt inszenierten Zick-Zack-Kurs hinzulegen muss man sich einmal trauen. Die SPÖ schwenkt in Richtung Zugangsbeschränkungen. Dem gilt es eine Alternative entgegenzusetzen. Weil es das Paradies in der Dose nicht gibt, werden jedoch nicht alle Forderungen der Audimax-Besetzer/innen erfüllbar sein. Fünf Anmerkungen, wie eine vernünftige, aber trotzdem menschenfreundliche Lösung aus sozialdemokratischer Sicht aussehen könnte:</p>
<p><strong>Anmerkung 1: Zugangsbeschränkungen lösen die Frage mit den deutschen Studierenden nicht </strong></p>
<p>Unabhängig davon ob man für oder gegen Aufnahmetests ist, in der aktuellen Debatte unterläuft vielen ein logischer Denkfehler. Aufnahmetests sind keineswegs geeignet das Problem mit den deutschen Studierenden zu lösen. Angenommen es gibt im Studium XY zukünftig nur noch 1.000 Plätze, es bewerben sich aber 1.500 deutsche und 1.500 österreichische Studierende. Statistisch gesehen werden es rund 500 Deutsche und 500 Österreicher/innen schaffen. Ausselektiert würden also nicht nur jene 500 Österreicher/innen, für die von vornherein kein Platz bestand, sondern auch jene 500 die gegenüber deutschen Kolleg/innen den Kürzeren zogen. Was passiert wenn sich in drei Jahren 3.000 Deutsche und 1.500 Österreicher/innen bewerben? Werden dann nur noch jene 250 Österreicher/innen die sich statistisch gesehen durchsetzen aufgenommen? Oder werden, wie beim Medizinstudium Österreich-Kontingente vergeben, die 75% der Plätze für heimische Studierende sichern? Und wird diese Regelung vor dem EuGH halten?</p>
<p>Natürlich verbessern sich die Studienbedingungen wenn man mit einem Schlag nur noch halb so viele Leute aufnimmt wir zuvor. Das Problem mit den deutschen Studierenden wird damit keinen Falls gelöst. Ein 80-Millionen-Staat mit Numerus Clausus und gleicher Sprache wie  sein 8-Millionen-Nachbar, wo dieser Numerus Clausus keine Gültigkeit hat, kann sein universitäres Knappheitsproblem nicht einfach auslagern. Das Problem kann nur Deutschland lösen, indem es entweder für seine eigene studienwillige Bevölkerung Plätze in Deutschland zur Verfügung stellt, oder indem es der Republik Österreich für jeden Studierenden eine Pauschale zahlt. Sollte man bilateral zu keiner Einigung kommen, sollte die EU das Problem im Sinne Österreichs lösen. Überhaupt zeigt der Fall, dass die Universitätspolitik auf europäischer Ebene besser aufgehoben wäre.  <span id="more-369"></span></p>
<p><strong>Anmerkung 2: Aufnahmetests sind schlimmer als Studiengebühren</strong></p>
<p>Werner Faymann besteht auf der Nicht-Wiedereinführung der Studiengebühren, spricht sich aber für andere Zugangsbeschränkungen aus. Die Prioritäten sollten genau umgekehrt gesetzt werden. Studiengebühren sind vor allem eine Hürde für Kinder von Eltern aus bildungsfernen Schichten, die sich von vornherein nicht so richtig auf die Uni trauen. Das sind Aufnahmetests aber auch. Wer sich aber einmal entschieden hat zu studieren, dem erschweren die Studiengebühren zwar die Existenz, sie bringen einen aber nicht um. Aufnahmetests und Platzbeschränkungen bedeuteten definitiv das Aus für den Studienwunsch und sind somit die brutalste und am meisten abzulehnende Hürde. Hinzu kommt, dass mit der Matura bzw. dem Abitur bereits ein Aufnahmetest besteht, der ohnehin schon sozial selektiert.</p>
<p><strong>Anmerkung 3: Eine „sanfte Lenkung“ kann das Problem abschwächen</strong></p>
<p>Eine öffentliche Finanzspritze für die Unis wird das Problem alleine nicht lösen, damit hat Faymann Recht. Tatsächlich gibt es nicht zu viele Studierende, sondern einen zu großen Andrang in einigen Fächern, z.B. in Betriebswirtschaft, Medizin, Psychologie, Architektur, Publizistik und Politikwissenschaft. Andere Studienrichtungen sind hingegen unterbesetzt, so etwa einige naturwissenschaftliche und technische Fächer, aber auch beispielsweise Volkswirtschaft. Mittels einer „sanften Lenkung“, könnte man versuchen die Attraktivität der weniger beliebten aber gesellschaftlich stärker gewollten Fächer zu erhöhen und jene der sehr populären Studienrichtungen zurückzudrängen. Dass gerade die großen Sozialwissenschaften den Schwierigkeitsgrad eines Volkshochschulkurses nicht übertreffen, ist natürlich ein fataler Anreiz. Ich plädiere in völlig überlaufenen Fächern für eine anspruchsvolle Studieneingangsphase. Man soll die Leute gleich zu Beginn ordentlich fordern damit sie sich klar werden, ob ihnen dieses Studium den Aufwand wert ist. Die „Knock-out“ Prüfung im Rahmen einer kniffligen Studieneingangsphase ist im Gegensatz zu Platzbeschränkungen mit Aufnahmetests oder zum irrwitzigen Numerus Clausus immer noch die fairste und freundlichste Hürde. Sie begrenzt nicht die Anzahl an Leuten, sondern verlangt nur einen besonderen Einsatz. Schaffen können es aber alle, wenn sie sich entsprechend anstrebern. Wer es wirklich will, wird durch keine Platzbeschränkungen behindert. Außerdem ist die Eingangsphase kostengünstig, weil man ein bis zwei Semester nichts anbieten muss als große Vorlesungen und Massenklausuren. Außerdem wären die Vorlesungen innerhalb der Sozialwissenschaften ähnlich bis identisch. Auf der anderen Seite sollten in Fächern die zu wenig Zulauf haben besonders günstige Studienbedingungen ohne Eingangsphase, sowie eventuelle Zusatzstipendien angeboten werden. Damit soll eine sanfte Lenkung hinzu Technik, Naturwissenschaften und anderen unterbesetzten Studienrichtungen eingeleitet werden.</p>
<p><strong>Anmerkung 4: Zwei Fliegen auf einen Schlag </strong></p>
<p>In den großen Sozialwissenschaften hätte die Studieneingangsphase einen wünschenswerten Nebeneffekt. Die Qualität der Ausbildung in Fächern wie Politikwissenschaft, Soziologie oder Publizistik ist zumindest an der Universität Wien gelinde gesagt gering. Einige Unilehrende sind einfach extrem bequem und heilfroh, den Unterricht auf Referat auslagern zu können. Diese, oft katastrophal schlecht strukturierten und in der Regel todlangweiligen Referate der Studienkolleg/innen, sind ebenso Beurteilungsgrundlage wie die Abschlussarbeit zum Referatsthema. Letztere wird zwei Tage vor der Deadline hektisch niedergeschrieben. Wer sich nicht offensichtlich dumm anstellt bekommt jedenfalls ein Gut. Mit Massenklausuren am Studienbeginn wäre garantiert, dass sich die Studierenden zumindest in der Studieneingangsphase einmal ordentlich in eine Materie einlesen. Außerdem wird ein „Common Body of Knowledge“ geschaffen, eine inhaltliche Grundlage die ermöglicht, dass es ein gemeinsames Terrain gibt auf dem sich alle überblicksmäßig auskennen. Wenn für die Prüfungsliteratur dann auch noch Originaltexte verwendet werden, wird die inhaltliche Sinnhaftigkeit der Eingangsphase endgültig evident.</p>
<p><strong>Anmerkung 5: Keine Angst vor Bildungsmigration aus Deutschland oder sonst woher</strong></p>
<p>Die Bildungsmigrant/innen sind endlich einmal Zuwanderer/innen, deren künftige Qualifikation zweifelsfrei feststeht. Österreich und vor allem Wien sollten die Chance nützen sich als Bildungsland bzw. Bildungsmetropole in Europa zu profilieren. Das wird langfristig de facto nur Vorteile bringen. Selbst wenn ein beachtlicher Prozentsatz der Ausländer/innen nach dem Studium seine Arbeitskraft anderswo als in Österreich einsetzen sollte, die meisten der fertigen Akademiker/innen werden immer mit Österreich in Verbindung bleiben. Sie werden ein zumindest europaweites Netzwerk bilden, das noch vielen österreichischen Studierenden und Akademiker/innen zu Gute kommen wird.</p>
<p>Eine bilaterale oder von der EU vermittelte Lösung mit Deutschland, eine ordentliche Finanzspritze seitens der Republik Österreich sowie eine Politik der „sanften Lenkung“ sollten als Maßnahmenset reichen, um die Zugangsproblematik an den heimischen Unis zu lösen.</p>
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