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	<title>blog.sektionacht.at &#187; Minarettverbot</title>
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	<description>Blog der Sektion 8</description>
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		<title>Direkte Demokratur</title>
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		<comments>http://blog.sektionacht.at/2009/12/direkte-demokratur/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 08 Dec 2009 21:09:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>leonido</dc:creator>
				<category><![CDATA[Demokratie]]></category>
		<category><![CDATA[Direkte Demokratie]]></category>
		<category><![CDATA[Freiheit]]></category>
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		<category><![CDATA[Ochlokratie]]></category>

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		<description><![CDATA[Demokratie hat Grenzen. Sie verlaufen entlang der Menschenrechte.
Leonhard Dobusch
Die Schweizer Volksabstimmung ist vor allem ein Lehrstück über die Grenzen direkter Demokratie. Sie reiht sich ein in die traurige Serie von Abstimmungen über die sogenannte „Homo-Ehe“ in zahlreichen US-Bundesstaaten – allen voran die Abstimmung über „Proposition 8“ 2008 in Kalifornien, mit der die bereits erlaubte Eheschließung [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Demokratie hat Grenzen. Sie verlaufen entlang der Menschenrechte.</strong></p>
<p><em><a title="www.dobusch.net" href="http://www.dobusch.net" target="_blank">Leonhard Dobusch</a></em></p>
<p><strong><span style="font-weight: normal;">Die Schweizer Volksabstimmung ist vor allem ein Lehrstück über die Grenzen direkter Demokratie. Sie reiht sich ein in die traurige Serie von Abstimmungen über die sogenannte „Homo-Ehe“ in zahlreichen US-Bundesstaaten – allen voran die Abstimmung über „<a title="Proposition 8 @ Wikipedia (en)" href="http://en.wikipedia.org/wiki/Proposition_8" target="_blank">Proposition 8</a>“ 2008 in Kalifornien, mit der die bereits erlaubte Eheschließung für gleichgeschlechtliche Paare wieder verboten wurde. Was ist das für eine Demokratie, in der die Mehrheit über die Rechte einer Minderheit befragt wird?</span></strong></p>
<p><strong><span style="font-weight: normal;">„<em>Demokratie ist die Entscheidungsfähigkeit der Mehrheit unter Berücksichtigung der Minderheit</em>,“ hat Heide Schmidt einmal formuliert. Genau diese „Berücksichtigung der Minderheit“ ist es, die in aufgeklärt-demokratischen Systemen auch gegen noch so überwältigende, parlamentarische oder basisdemokratische Mehrheiten verteidigt und geschützt werden muss. Denn was Karl Popper in „Die offene Gesellschaft und ihre Feinde“ für Freiheit postuliert hat, gilt auch für Demokratie: ihre Beschränkung ist Bedingung ihrer Existenz.</span></strong></p>
<p><strong><span style="font-weight: normal;">Demnach muss die Freiheit des Einzelnen begrenzt werden, um in mit Hilfe des Rechtsstaats die Freiheit des Einzelnen gegen das „Recht des Stärkeren“ zu verteidigen. Demokratie wiederum wird auch erst durch ihre Begrenzung mehr als eine bloße „Diktatur der Mehrheit“: Volksherrschaft ohne Gewaltenteilung und ohne demokratisch unantastbare Grund- und Menschenrechte ist Demokratur, oder wie die alten Griechen zu sagen pflegten: <a title="Ochlokratie @ Wikipedia" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ochlokratie">Ochlokratie</a>.<span id="more-392"></span><br />
</span></strong></p>
<p><strong><span style="font-weight: normal;">Dass auch abseits einer schrankenlos-direkten Demokratie die Durchsetzung von Minderheiten- und Menschenrechte noch schwer genug sein kann, dafür ist wiederum Österreich ein gutes (Negativ-)Beispiel: Über 30 Jahre ist der Kärntner <a title="Ortstafel-Sturm @ Wikipedia" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ortstafelsturm" target="_blank">Ortstafel-Sturm</a> nun her, zweisprachig sind heute immer noch die allerwenigsten Ortstafeln in den betroffenen Regionen. Aber nicht nur in Kärnten haben Menschenrechte und Religionsfreiheit einen schweren Stand: Als „Völlig unverständlich“ bezeichnete beispielsweise der oberösterreichische Landeshauptmann und Ex-Religionslehrer Josef Pühringer das Urteil des Europäischen Menschenrechtsgerichtshofs, der Kreuze in Schulklassen als Verstoß gegen die Trennung von Staat und Kirche verurteilt hat.</span></strong></p>
<p><strong><span style="font-weight: normal;">Wenn es etwas Gutes gibt an der Schweizer Abstimmung über das Minarettverbot, dann dass das Ergebnis eindrucksvoll demonstriert hat, wie dünn und brüchig die Fassade von Zivilisation und Freiheit tatsächlich ist. Und sie zeigt, dass die auch von vielen Linken wie dem Publizisten <a title="christian-felber.at" href="http://www.christian-felber.at/" target="_blank">Christian Felber</a> (z.B. jüngst in einem <a title="Felber vs. Ortner @ Falter" href="http://www.falter.at/web/shop/detail.php?id=30598&amp;SESSID=425d885b4a0ff64eb73bd0bbdd60a188" target="_blank">Streitgespräch mit Christian Ortner</a>) geforderte, direktere Demokratie keineswegs automatisch „mehr“ oder sogar „bessere“ Demokratie bedeuten muss.</span></strong></p>
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