Links der Woche 15/2020

Horror-Computerspiele und Politik, realer Horror in Amerikas Gesellschaft, horrende Zahlungen an Gesundheitskonzerne, der vergessene Horror des KZ Gusen und Heidi Horten – Die Stimmung der vergangenen Woche spiegelt sich auch in den Links der Woche.

PODCAST Rotfunk: Im Reich der Videospiele: Wo Politik konstruiert und kommuniziert wird – mit Eugen Pfister

Der Historiker und Politikwissenschafter (manche bezeichnen ihn flapsig als „Computerspiele-Forscher“) sowie Sektion Acht Aktivist Eugen Pfister erforscht an der Hochschule der Künste in Bern die Schnittstelle zwischen Videospielen (speziell des Horror-Genres) und Politik. Er beschreibt sie als Ort, an dem Politik konstruiert und kommuniziert wird. Im Rotfunk-Podcast mit Maria Maltschnig beschreibt er das oft von Individualismus und Effizienzdenken geprägte Weltbild, und wie sich die ausgeprägte Mysogynie der Szene zwar verbessert hat, aber immer noch ein Problem darstellt.

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How Western media would cover Minneapolis if it happened in another country

Nach der erneuten Tötung eines unbewaffneten Schwarzen durch Polizeikräfte erschüttern Proteste die ganzen USA. Donald Trump gießt, wie zu erwarten, ständig neues Öl ins Feuer der amerikanische Gesellschaft. Doch wie würden die Berichte darüber aussehen, wenn Vergleichbares in einem anderen Land passieren würde? Karen Attiah von der Washington Post versucht sich daran:

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Wealthiest Hospitals Got Billions in Bailout for Struggling Health Providers

Ein weiterer Dauerbrenner der Probleme der US-Gesellschaft ist das durch völlige Marktorientierung und bis ins absurde gesteigerten Individualismus dysfunktionale Gesundheitssystem. Doch weil viele der Gesundheitskonzerne offiziell als Non-Profit Organisationen geführt werden, können sie ihre Milliardengewinne zwar einerseits ungeniert in Hedge-Fonds investieren, erhalten andererseits aber staatliche Zuschüsse im Umfang von hunderten Millionen pro Firma. Selbstverständlich sind sie zusätzlich auch steuerbefreit. Da die staatlichen Zuschüsse absurderweise vom Umfang eines Krankenhauses mit versicherten PatientInnen abhängen, erhalten jene Spitäler mit einem hohen Anteil an armen PatientInnen lediglich Peanuts an COVID-Unterstützung.

Jesse Drucker, Jessica Silver-Greenberg und Sarah Kliff berichten für die New York Times.

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Das KZ-Gusen – Die Vergessene Hölle

In einer fünfteiligen Serie widmet sich der Addendum Podcast dem ehemaligen KZ Gusen, das von der SS als Außenlager des KZ Mauthausen geführt wurde, auf Grund seiner Größe bzw. der Anzahl der Häftlinge und Ermordeten aber eine besondere Stellung einnimt. Im kollektiven Gedächtnis Österreichs ist das KZ Gusen dennoch weitgehend vergessen.

Die Folgen sind sowohl als Podcast als auch als Transkript verfügbar.

Zur Serie

Hortens Nazi-Makel

Seit Auftauchen des Ibiza-Videos steht Heidi Hortens Vermögen verstärkt im Fokus. Die Herkunft ihres Vermögens, das Ende der 1960er-Jahre durch Steuerflucht vermehrt wurde, wurzelt in der Arisierungspolitik der Nazis. Es entstand auf den Trümmern jüdischer Existenzen. Olga Kronsteiner im Standard:

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