Links der Woche 3/2019

Eine brutale Mordserie hat Gewalt gegen Frauen in den letzten Wochen wieder in den öffentlichen Fokus gerückt – die unterirdischen Wortmeldungen der Regierungsparteien inklusive. Zeit für Links der Woche, die sich hauptsächlich mit frauenpolitischen Themen beschäftigen. Plus: Was Zusammenräumen mit Shintoismus und Xenophobie zu tun hat, ein neuer schwarz-blauer Angriff auf Wien, und die Frage, warum Nazis immer die Bösen sein müssen! Und als Bonus: Der „Hausmeister von Wien“

Frauenmorde und ihre Hintergründe

Frauenmorde erschüttern Österreich. Während die Kriminalität seit Jahren zurückgeht, gibt es eine wachsende Zahl brutaler Angriffe gegen Frauen. Was hat das alles mit unserem Patriarchat zu tun und was bedeutet es, dass Flüchtlinge und Zuwanderer unter den Tatverdächtigen sind? Raimund Löw diskutiert mit der Konfliktforscherin Birgitt Haller, dem Soziologe Kenan Güngör, dem Bewährungshelfer Andreas Zembaty und FALTER-Chefredakteur Florian Klenk.

Hier zum FALTER Radio-Podcast

Ohne Frauen ist kein Staat zu machen

100 Jahre nach Einführung des Frauenwahlrechts führt das deutsche Bundesland Brandenburg mit dem Parité-Gesetz für alle Parteien eine Pflicht zu quotierten Wahllisten ein – und beruft sich dabei auf das deutsche Grundgsetz. Landeslisten müssen künftig zu gleichen Teilen mit Frauen und Männern besetzt sein.

Patricia Hecht sieht in der TAZ darin einen „Meilenstein für die Politik“:
Hier ihr Kommentar

Möglicherweise ist dieser Meilenstein aber auch verfassungswidrig. Christian Rath plädiert trotzdem dafür, die Klagen locker zu nehmen:
Hier seine Einschätzung

Betreuen bezahlen!

„Wenn sämtliche unbezahlte Sorgearbeit, die weltweit von Frauen verübt wird, von einem einzelnen Unternehmen organisiert würde, hätte es einen Jahresumsatz von zehn Billionen Dollar, das ist 43-mal so viel wie der von Apple.“ Das ist in einer neuen Studie der Hilfsorganisation Oxfam zu lesen. Der Bericht „Public Good or Private Health“ versucht vor allem herauszufinden, welche Mechanismen zu Geschlechterungleichheit führen – und durch welche wirtschaftspolitischen Maßnahmen man sie systematisch verkleinern könnte. Elsa Koester berichtet darüber in „der Freitag“.

Hier ihr Artikel

Wie spricht man mit jemandem über Sex, der das Wort „Sex“ nicht ausspricht?

Alexandra Stanic von Vice hat ein Interview mit der 20-Jährigen Zahra geführt, die vor 4 Jahren von Afghanistan nach Österreich geflüchtet ist, und mit ihr über Liebe, Kontakt zwischen den Geschlechtern und ihr Selbstbild als Frau gesprochen.

Zum Interview

Lebst du noch oder mistest du schon aus?

Seit Marie Kondo eine eigene Netflix-Serie hat, ist die populärkulturelle Debatte rund um ein minimalistisches Leben wieder neu entfacht. Konsumerismus, Klassismus, Kapitalismus, das volle Programm wird in den Feuilletons diskutiert. Unfreundliche Meinungen über Marie Kondo gibt es genügend (Z.B. in der TAZ: Penibelchen mit Piepsstimme). Besonders, seit sie scheinbar empfohlen hat, nicht mehr als 30 Bücher zu besitzen, ist das Internet alarmiert. Dieser Text von Margaret Dilloway in der HuffPost erklärt, was ihr „Does this spark joy?“-Ansatz mit dem Shintoismus zu tun hat, und weist darauf hin, dass einiges an Kritik stark xenophobe Züge trägt.

Zum Artikel (auf englisch)

Neun Millionen Euro Mehrkosten für Wiener Linien

Es macht mitunter fassungslos, wie offensichtlich sich die schwarz-blaue Bundesregierung die Gängelung der Bundeshauptstadt Wien auf die Fahnen geschrieben hat. Der Grund ist klar: Im nationalkonservativ regierten Österreich darf eine diverse, offene und sozial gerechte Stadt keinesfalls erfolgreich sein. Das treibt gerade eine neue Blüte: Durch eine Gesetzesänderung sollen die Wiener Linien nicht 180.000 Euro Ökostrompauschale, sondern 9 Millionen zahlen. Das wären 50% der Beiträge aller österreichischen Industriebetriebe, dabei leistet das öffentliche Verkehrsnetz einen gewaltigen Beitrag zur Reduktion des Treibhausgas-Ausstoßes.

Zum Artikel im KONTRAST-Blog

Nazis as the bad guys in videogames? How is that controversial?

Vor zwei Wochen haben wir in den Links der Woche über die „deutscheste Debatte überhaupt“ berichtet – die Frage, wie eine so selbsverständliche Aussage wie „Nazis raus“ überhaupt kontroversiell sein kann. Nun zieht die englischsprachige Welt nach: Tauriq Moosa berichtet im Guardian über eine Diskussion, ob es fair ist, dass Nazis in Videospielen immer die Bösen sind.

Hier sein Kommentar (auf englisch)

BONUS: Der „Hausmeister von Wien“

Einen „soliden Dreier“ bekommt der „Hausmeister von Wien“ – Michael Ludwig – von unserer Vorsitzenden Eva Maltschnig. Seine Haltung in der Debatte um die Mindestsicherung hat die Sektion 8 positiv überrascht. Doch sonst fehlen ihr noch die großen politischen Ansagen.

Hier der Artikel im Standard

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