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	<title>Kommentare zu: Fairness statt „Sanftheit“</title>
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	<description>Blog der Sektion 8</description>
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		<title>Von: Jakob Huber&#8217;s Blog &#187; Blog Archive &#187; Sanfte Lenkung oder Fairness? Bessere Unis!</title>
		<link>http://blog.sektionacht.at/2009/11/fairness-statt-%e2%80%9esanftheit%e2%80%9c/comment-page-1/#comment-1080</link>
		<dc:creator>Jakob Huber&#8217;s Blog &#187; Blog Archive &#187; Sanfte Lenkung oder Fairness? Bessere Unis!</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 06 Nov 2009 12:24:09 +0000</pubDate>
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		<description>[...] anzufangen wäre. Für einige Punkte muss er (ebenfalls auf dem Blog der Sektion Acht) Kritik von Sophie Wollner, der VSSTÖ-Bundesvorsitzenden einstecken. Ich kann beiden Seiten über weite [...]</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>[...] anzufangen wäre. Für einige Punkte muss er (ebenfalls auf dem Blog der Sektion Acht) Kritik von Sophie Wollner, der VSSTÖ-Bundesvorsitzenden einstecken. Ich kann beiden Seiten über weite [...]</p>
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		<title>Von: niki kowall</title>
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		<dc:creator>niki kowall</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 05 Nov 2009 05:19:18 +0000</pubDate>
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		<description>Liebe Sophie!

Einige deiner Argumente treffen meiner Auffassung nach heikle Punkte meines Textes: 

ad Ressentiments: Natürlich werden die Konservativen versuchen Sozialwissenschaften und studentische Faulheit möglichst in einem Atemzug zu nennen, um die tendenziell linken SOWIS zu diskreditieren. Ich halte es für nur unzulässig, als Reaktion das Kind mit dem Bade auszuschütten und zu behaupten, die Leichtigkeit der SOWIS würde gar kein Anreiz für viele Studienbeginner/innen sein. Ich glaube am wichtigsten ist nicht strategisch etwas zu kaschieren, sondern die Karten auf den Tisch zu legen um glaubwürdig zu bleiben. Dazu muss man den Wahrheitsgehalt eines Ressentiments herausfiltern und abschätzen. Meine vorgeschlagene Studieneingangsphase zielt darauf ab, den Anreiz SOWI statt NAWI, Technik oder VWL aus Leichtigkeitsgründen zu wählen zu reduzieren. 

ad Sachzwang: Hier gilt dasselbe wie für die Ressentiments. Nur weil die Konservativen Sachzwänge zum Exzess instrumentalisieren, ist eine Strategie die alle Sachzwänge leugnet keine glaubwürdige Alternative. Es gibt immer knappe Mittel und man muss sich überlegen, ob man bei vielen brennenden Fragen (Umverteilung, soziale Sicherung, Pflege, Green New Deal etc.) alle für die Uni einsetzen will.      

ad gesellschaftlich gewünschte Studienfächer: Da eben nicht nur Individuen, sondern auch eine Gesellschaft existiert, ist es nahe liegend dass es neben individuellen Wünschen auch gesellschaftliche Bedürfnisse gibt. Es ist legitim, wenn eine Gesellschaft diese Bedürfnisse zum Ausdruck bringt. Die Gesellschaft darf die Individuen zu nichts zwingen, sie kann hat aber zweifellos das Recht Anreize zu setzen. Ist es ein legitimes Ziel mehr Studienanfänger/innen von den überlaufenen Studien hin zu am Arbeitsmarkt stärker gewünschten Studien (Technik und Naturwissenschaft) zu bewegen, oder bedeutet dies eine Verbeugung vor den ohnehin dominanten ökonomischen Interessen innerhalb einer Gesellschaft. Sowohl für das mittelfristige Wohlstandsniveau einer Volkswirtschaft, als auch für die ganz konkreten beruflichen Chancen der Betroffenen, ist eine Orientierung am Arbeitsmarkt natürlich sinnvoll. Gleichzeitig gibt es gesellschaftliche Kräfte die den emanzipatorischen Charakter von Bildung betonen und die Ökonomisierung derselben als Bedrohung des humboldtschen Bildungsideals betrachten. Beide Bedürfnisstränge haben ihre begründete Berechtigung. Es ist wenig zielführend diese Gedankenmuster als Gegensätze zu betrachten. Das Studium soll bilden und ausbilden, optimalerweise sollte beides unter einen Hut gebracht werden. Dazu bietet sich eine Ausweitung meiner für die Sozialwissenschaften konzipierten Eingangsphase an. Etwa ein „Studium generale“, eine Studieneingangsphase, in deren Rahmen einige besonders wichtige sozialwissenschaftliche Themenfelder für alle Studierende, angeboten werden. Dabei wäre vor allem eine Vermischung aller Studierenden der künftig aufgesplitteten Studienrichtungen wichtig.
 
ad Knock out: Der von mir gewählte Begriff war wohl zu brutal gewählt. Meine Studieneingangsphase soll anspruchsvoll, aber nicht unfair oder hinterlistig sein. Ob eine anspruchsvolle Studieneingangsphase überdurchschnittlich sozial selektiv ist weiß ich nicht, aber das sind Prüfungen und Noten ja prinzipiell. Weil der Druck von Eltern die selbst auf der Uni waren bzw. es ökonomisch leichter fertig bringen eine/n Student/in zu finanzieren geringer ist als bei Kids aus schlechter gestellten Familien. Dem kann mit Stips und Toleranzsemestern begegnet werden, zu guter letzt wird aber bei einer letztlich elitären Institution wie der Uni immer ein Rest als sozialer Selektivität bleiben. 

Einige Argumente beruhen glaube ich auf Missverständnissen: 

ad Restriktionen statt Expansion: das halte ich für eine Reduktion, ich spreche mich im letzten Absatz explizit für ein Dreigespann von Maßnahmen aus: Mehr Kohle von der Republik (Expansion), Kohle von Deutschland (Expansion) für seine Studierende und eine sanfte Lenkung (Restriktion). 

ad Studiengebühren: Halte ich für eine Fehlinterpretation meiner betreffenden Passage, ich sage lediglich dass Aufnahmetests tödlicher sind als Studiengebühren, nicht dass Studiengebühren gut sind.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Liebe Sophie!</p>
<p>Einige deiner Argumente treffen meiner Auffassung nach heikle Punkte meines Textes: </p>
<p>ad Ressentiments: Natürlich werden die Konservativen versuchen Sozialwissenschaften und studentische Faulheit möglichst in einem Atemzug zu nennen, um die tendenziell linken SOWIS zu diskreditieren. Ich halte es für nur unzulässig, als Reaktion das Kind mit dem Bade auszuschütten und zu behaupten, die Leichtigkeit der SOWIS würde gar kein Anreiz für viele Studienbeginner/innen sein. Ich glaube am wichtigsten ist nicht strategisch etwas zu kaschieren, sondern die Karten auf den Tisch zu legen um glaubwürdig zu bleiben. Dazu muss man den Wahrheitsgehalt eines Ressentiments herausfiltern und abschätzen. Meine vorgeschlagene Studieneingangsphase zielt darauf ab, den Anreiz SOWI statt NAWI, Technik oder VWL aus Leichtigkeitsgründen zu wählen zu reduzieren. </p>
<p>ad Sachzwang: Hier gilt dasselbe wie für die Ressentiments. Nur weil die Konservativen Sachzwänge zum Exzess instrumentalisieren, ist eine Strategie die alle Sachzwänge leugnet keine glaubwürdige Alternative. Es gibt immer knappe Mittel und man muss sich überlegen, ob man bei vielen brennenden Fragen (Umverteilung, soziale Sicherung, Pflege, Green New Deal etc.) alle für die Uni einsetzen will.      </p>
<p>ad gesellschaftlich gewünschte Studienfächer: Da eben nicht nur Individuen, sondern auch eine Gesellschaft existiert, ist es nahe liegend dass es neben individuellen Wünschen auch gesellschaftliche Bedürfnisse gibt. Es ist legitim, wenn eine Gesellschaft diese Bedürfnisse zum Ausdruck bringt. Die Gesellschaft darf die Individuen zu nichts zwingen, sie kann hat aber zweifellos das Recht Anreize zu setzen. Ist es ein legitimes Ziel mehr Studienanfänger/innen von den überlaufenen Studien hin zu am Arbeitsmarkt stärker gewünschten Studien (Technik und Naturwissenschaft) zu bewegen, oder bedeutet dies eine Verbeugung vor den ohnehin dominanten ökonomischen Interessen innerhalb einer Gesellschaft. Sowohl für das mittelfristige Wohlstandsniveau einer Volkswirtschaft, als auch für die ganz konkreten beruflichen Chancen der Betroffenen, ist eine Orientierung am Arbeitsmarkt natürlich sinnvoll. Gleichzeitig gibt es gesellschaftliche Kräfte die den emanzipatorischen Charakter von Bildung betonen und die Ökonomisierung derselben als Bedrohung des humboldtschen Bildungsideals betrachten. Beide Bedürfnisstränge haben ihre begründete Berechtigung. Es ist wenig zielführend diese Gedankenmuster als Gegensätze zu betrachten. Das Studium soll bilden und ausbilden, optimalerweise sollte beides unter einen Hut gebracht werden. Dazu bietet sich eine Ausweitung meiner für die Sozialwissenschaften konzipierten Eingangsphase an. Etwa ein „Studium generale“, eine Studieneingangsphase, in deren Rahmen einige besonders wichtige sozialwissenschaftliche Themenfelder für alle Studierende, angeboten werden. Dabei wäre vor allem eine Vermischung aller Studierenden der künftig aufgesplitteten Studienrichtungen wichtig.</p>
<p>ad Knock out: Der von mir gewählte Begriff war wohl zu brutal gewählt. Meine Studieneingangsphase soll anspruchsvoll, aber nicht unfair oder hinterlistig sein. Ob eine anspruchsvolle Studieneingangsphase überdurchschnittlich sozial selektiv ist weiß ich nicht, aber das sind Prüfungen und Noten ja prinzipiell. Weil der Druck von Eltern die selbst auf der Uni waren bzw. es ökonomisch leichter fertig bringen eine/n Student/in zu finanzieren geringer ist als bei Kids aus schlechter gestellten Familien. Dem kann mit Stips und Toleranzsemestern begegnet werden, zu guter letzt wird aber bei einer letztlich elitären Institution wie der Uni immer ein Rest als sozialer Selektivität bleiben. </p>
<p>Einige Argumente beruhen glaube ich auf Missverständnissen: </p>
<p>ad Restriktionen statt Expansion: das halte ich für eine Reduktion, ich spreche mich im letzten Absatz explizit für ein Dreigespann von Maßnahmen aus: Mehr Kohle von der Republik (Expansion), Kohle von Deutschland (Expansion) für seine Studierende und eine sanfte Lenkung (Restriktion). </p>
<p>ad Studiengebühren: Halte ich für eine Fehlinterpretation meiner betreffenden Passage, ich sage lediglich dass Aufnahmetests tödlicher sind als Studiengebühren, nicht dass Studiengebühren gut sind.</p>
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