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	<title>Kommentare zu: Bildung is fucking awesome</title>
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	<description>Blog der Sektion 8</description>
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		<title>Von: Christoph Baumgarten</title>
		<link>http://blog.sektionacht.at/2009/03/bildung-is-fucking-awesome/comment-page-1/#comment-143</link>
		<dc:creator>Christoph Baumgarten</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 24 Mar 2009 13:48:51 +0000</pubDate>
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		<description>Niki,
Da geb ich dir großteils recht. Zum aufklärerischen Ansatz bekenne ich mich, die paternalistische Tendenz sehe ich nur sehr eingeschränkt  - aber das hängt vielleicht auch von den Proponenten ab.
Was wir leider immer wieder bei der Diskussion vergessen: Fast alle Vorurteile, die es gegen Jugendliche mit Migrationshintergrund gibt, sind nicht sonderlich neu. Praktisch das gleiche hat man in den 50ern über die &quot;Halbstarken&quot; bzw. &quot;Plattenbrüder&quot; auch gesagt. Gewaltbereitschaft, hohe Delinquenzrate, Lärm, akzeptieren die Normen der Gesellschaft nicht, etc. Die hatten einen ähnlichen sozialen Hintergrund. Mittlerweile haben sich die sozialen Trennlinien zum überwiegenden Teil auf ethnischer Basis verschoben, sprich: Das neue (Sub-)Proletariat kommt von irgendwo anders her. Die typisch kleinbürgerlichen Stereotypen wurden angereichert mit neuen Begriffen und sind zu einer rein argumentativ nur schwer zu durchdringenden Masse geworden. Jetzt kommt noch die &quot;Kultur&quot; ins Spiel, die leider nicht nur die Konservative gebrauchen, sondern auch der rechte Rand. Und mittlerweile tw. auch Leute unserer Partei und sogar von den Grünen. Die gesamte &quot;Integrations&quot;debatte dreht sich in Wahrheit um die Pauschalunterstellung, Menschen mit Migrationshintergrund müssten sich an &quot;unsere&quot; Gesellschaft anpassen, weil &quot;ihre&quot; Gesellschaft eben anders sei. Die sozialen Faktoren, die das Verhalten v.a. der zweiten und dritten Generation erklären können, werden so weit es geht ausgeblendet. Dass die Argumentation heute auf politisch fruchtbareren Boden fällt als vor 50 Jahren führe ich auf eine weitgehende Ver(klein)bürgerlichung der heimischen Arbeiterklasse zurück, die ironischerweise der wesentlich besseren ökonomischen Situation der österreichischen Arbeiterinnen und Arbeiter geschuldet ist, die sie der SPÖ zu verdanken haben.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Niki,<br />
Da geb ich dir großteils recht. Zum aufklärerischen Ansatz bekenne ich mich, die paternalistische Tendenz sehe ich nur sehr eingeschränkt  &#8211; aber das hängt vielleicht auch von den Proponenten ab.<br />
Was wir leider immer wieder bei der Diskussion vergessen: Fast alle Vorurteile, die es gegen Jugendliche mit Migrationshintergrund gibt, sind nicht sonderlich neu. Praktisch das gleiche hat man in den 50ern über die &#8220;Halbstarken&#8221; bzw. &#8220;Plattenbrüder&#8221; auch gesagt. Gewaltbereitschaft, hohe Delinquenzrate, Lärm, akzeptieren die Normen der Gesellschaft nicht, etc. Die hatten einen ähnlichen sozialen Hintergrund. Mittlerweile haben sich die sozialen Trennlinien zum überwiegenden Teil auf ethnischer Basis verschoben, sprich: Das neue (Sub-)Proletariat kommt von irgendwo anders her. Die typisch kleinbürgerlichen Stereotypen wurden angereichert mit neuen Begriffen und sind zu einer rein argumentativ nur schwer zu durchdringenden Masse geworden. Jetzt kommt noch die &#8220;Kultur&#8221; ins Spiel, die leider nicht nur die Konservative gebrauchen, sondern auch der rechte Rand. Und mittlerweile tw. auch Leute unserer Partei und sogar von den Grünen. Die gesamte &#8220;Integrations&#8221;debatte dreht sich in Wahrheit um die Pauschalunterstellung, Menschen mit Migrationshintergrund müssten sich an &#8220;unsere&#8221; Gesellschaft anpassen, weil &#8220;ihre&#8221; Gesellschaft eben anders sei. Die sozialen Faktoren, die das Verhalten v.a. der zweiten und dritten Generation erklären können, werden so weit es geht ausgeblendet. Dass die Argumentation heute auf politisch fruchtbareren Boden fällt als vor 50 Jahren führe ich auf eine weitgehende Ver(klein)bürgerlichung der heimischen Arbeiterklasse zurück, die ironischerweise der wesentlich besseren ökonomischen Situation der österreichischen Arbeiterinnen und Arbeiter geschuldet ist, die sie der SPÖ zu verdanken haben.</p>
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		<title>Von: niki kowall</title>
		<link>http://blog.sektionacht.at/2009/03/bildung-is-fucking-awesome/comment-page-1/#comment-133</link>
		<dc:creator>niki kowall</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 20 Mar 2009 21:52:23 +0000</pubDate>
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		<description>Eine für mich ungelöste Frage ist es, inwieweit die Vermengung bzw. die strikte Trennung von Herkunft und Verhalten legitim ist. Die Laura entscheidet sich für eine strikte Trennung und schreibt in ihrem Artikel: 

&quot;Entscheidend für die Gewaltbereitschaft ist demnach weniger die tatsächliche Herkunft der Jugendlichen als vielmehr ein Bündel an familiären, schulischen und sozialen Rahmenbedingungen.&quot;

Nun, genau dieses Bündel ist eben schon von der Herkunft abhängig. Natürlich nicht im genetischen aber im soziokulturellen Sinne. Schlaue (National-)Konservative würden es auch an der &quot;Kultur&quot; festmachen und auf einmal die Frauenrechte entdecken. Ich denke bei der Analyse sollten wir bei aller Abwehr von xenophoben Stereotypen es mit der strikten Trennung zwischen Herkunft und Soziokultur nicht übertreiben. Der Unterschied zu den Konservativen ist ja nicht dass wir bei der Zwangsehe den Kopf in den Sand stecken, sondern dass wir prinzipiell an die Veränderbarkeit von Zuständen mittels Integration, Bildung, sozialem Aufstieg etc. glauben.  

Uns sollte klar sein, dass dieser Argumentation zu Grunde liegende Bildungsvorstellungen einen traditionell aufklärerischen und tendenziell paternalistischen Ansatz haben (&quot;Das Licht der Vernunft in die sozial benachteiligten Schichten tragen&quot;). Stört mich aber auch nicht.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Eine für mich ungelöste Frage ist es, inwieweit die Vermengung bzw. die strikte Trennung von Herkunft und Verhalten legitim ist. Die Laura entscheidet sich für eine strikte Trennung und schreibt in ihrem Artikel: </p>
<p>&#8220;Entscheidend für die Gewaltbereitschaft ist demnach weniger die tatsächliche Herkunft der Jugendlichen als vielmehr ein Bündel an familiären, schulischen und sozialen Rahmenbedingungen.&#8221;</p>
<p>Nun, genau dieses Bündel ist eben schon von der Herkunft abhängig. Natürlich nicht im genetischen aber im soziokulturellen Sinne. Schlaue (National-)Konservative würden es auch an der &#8220;Kultur&#8221; festmachen und auf einmal die Frauenrechte entdecken. Ich denke bei der Analyse sollten wir bei aller Abwehr von xenophoben Stereotypen es mit der strikten Trennung zwischen Herkunft und Soziokultur nicht übertreiben. Der Unterschied zu den Konservativen ist ja nicht dass wir bei der Zwangsehe den Kopf in den Sand stecken, sondern dass wir prinzipiell an die Veränderbarkeit von Zuständen mittels Integration, Bildung, sozialem Aufstieg etc. glauben.  </p>
<p>Uns sollte klar sein, dass dieser Argumentation zu Grunde liegende Bildungsvorstellungen einen traditionell aufklärerischen und tendenziell paternalistischen Ansatz haben (&#8221;Das Licht der Vernunft in die sozial benachteiligten Schichten tragen&#8221;). Stört mich aber auch nicht.</p>
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