Archive for Oktober, 2008
Infektionsherde für die österreichische Wirtschaft
Mittwoch, Oktober 29th, 2008 | Finanzmarktkrise | 1 Kommentar
Simon Sturn
Es scheint nahe liegend davon auszugehen, dass das Mutterland dieser Finanzkrise die USA auch jenes Land ist, welches am Meisten davon betroffen sein wird. Neuerdings mehren sich aber die Hinweise, dass es ein zweites Epizentrum geben wird: die sogenannten „emerging markets“ (siehe bspw. Krugman, Rodrik und Roubini). Diese zweite Erschütterung wird laut Stephen Jen von Morgan Stanley in Europa deutlich stärker zu spüren sein als in den USA. › Continue reading
Die Abstimmung über Martin Graf – eine neue Konfrontationspolitik gegenüber der FPÖ?
Mittwoch, Oktober 29th, 2008 | Österreich | 1 Kommentar
Clemens Kaupa
109 von 183 Abgeordneten haben gestern für Martin Graf als dritten Nationalratspräsidenten gestimmt. Demnach haben also 74 Abgeordnete ihre Stimme gegen ihn abgegeben. Die Grünen mit ihrem Gegenkandidaten VdB machen davon 20 aus. Nachdem der SPÖ-Klub die Abstimmung freigegeben hat, ist davon auszugehen, dass die Mehrheit der Gegenstimmen von SPÖ-Abgeordneten kam.
Änderung der Realverfassung?
Mittwoch, Oktober 29th, 2008 | Wahl08 | Keine Kommentare
Neue Wahlergebnisse erfordern neue Rollen für Präsident und Parlament
Die österreichische Bundesverfassung erlaubt dem Bundespräsidenten nur eine wichtige Handlung ohne Vorschlag und damit aus freien Stücken vorzunehmen: Die Ernennung (oder Entlassung) der Bundskanzlerin. Schon für die Ernennung der restlichen Regierungsmitglieder ist er dann auf deren Vorschläge angewiesen. Auch den Nationalrat kann der Bundespräsident (nur) auflösen, indem er den Umweg über eine Kanzlerin nimmt, der ihm ebendiese Auflösung empfiehlt. › Continue reading
Propheten der Immobilienblase
Freitag, Oktober 24th, 2008 | Finanzmarktkrise | 1 Kommentar
Simon Sturn
Wenige ÖkonomInnen haben in mehr oder weniger klaren Worten schon vor einigen Jahren vor den Gefahren der Immobilienblase gewarnt. Hier eine Auswahl:
- Stephen Roach: Dezember 2004
- Robert Shiller: Jänner 2005
- Paul Krugman: Mai 2005
- Michael Roberts: Juni 2005
- Thomas Palley: März 2006
- George Soros: Juni 2006
- Nuriel Rubini: September 2006
Ebenfalls lesenswert:
- Wynne Godley: 1999
Anmerkungen zur Krise (2): Zu den Ursachen
Montag, Oktober 20th, 2008 | Finanzmarktkrise | 1 Kommentar
Simon Sturn
Der Komplexität der Ereignisse entsprechend gibt es unterschiedlichste Erklärungen für diese Krise. In der medialen Berichterstattung dominiert eine Sichtweise, die auch von ATTAC Deutschland vertreten wird. Demnach sind undurchsichtige Anlageprodukte der Finanzdienstleister/innen, mangelnde politische Regulierung, kombiniert mit gierigen Banker/innen, hauptsächlich Schuld an der Misere: › Continue reading
Versagen und Primat der Politik
Montag, Oktober 20th, 2008 | Finanzmarktkrise | Keine Kommentare
Auch wenn derzeit weitestgehend Einigkeit darüber herrscht, dass die Finanzkrise ein klarer Fall von Marktversagen ist, so kommt die Politik bei alledem keineswegs ungeschoren davon. Auf jeden Satz der Anerkennung für „verantwortungsvolles Handeln“ folgt unweigerlich ein vorwurfsvolles „aber“ die staatlichen Aufsichtsbehörden, die staatliche Regulierung oder die auch die staatlichen Banken hätten versagt. Offensichtlich ist Markt- nicht ohne Staats- oder Politikversagen denkbar. Gleichzeitig liegen hier zwei unterschiedliche Typen von Politikversagen vor: Hinter der Kritik fehlender oder falscher Regulierung von Märkten verbirgt sich die Erkenntnis, dass Märkte für ihr Funktionieren auf das des Staates angewiesen sind. Die Kritik am Scheitern einiger öffentlicher Kreditinstitute – Stichwort: deutsche Landesbanken (vgl. Leitartikel in der Frankfurter Rundschau sowie Replik dazu auf den Nachdenkseiten)– aber ist das altbekannte Argument, der Staat und staatseigene Betriebe seien ineffiziente Akteure auf Märkten und zwar unabhängig von deren Regulierung. Mit diesem Argument werden auch seit mehreren Jahrzehnten immer neue Wellen von Privatisierungen gerechtfertigt. › Continue reading
Anmerkungen zur Krise (1): Der Turm stürzt ein
Sonntag, Oktober 19th, 2008 | Finanzmarktkrise | 1 Kommentar
Simon Sturn
Vom IWF, über die Financial Times und The Economist, zu bekannten Ökonom/inn/en wie Joseph Stiglitz, Barry Eichengreen, Alan Greenspan, etc. sind sich alle einig: diese Finanzkrise ist die schlimmste seit der Großen Depression 1929. › Continue reading
Konzepte gegen die Angst: Hoffnung statt Sicherheit
Donnerstag, Oktober 16th, 2008 | Sozialdemokratie, Wahl08, Österreich | 9 Kommentare
Gastbeitrag von Julia Lemonia Raptis
Günther Ogris vom SORA Institut hat im Zuge seiner Analyse der Nationalratswahl 2008 im BSA am 30.9.2008 einen Satz gesagt, der für eine neue Politikrichtung der SPÖ richtungsweisend sein sollte: „Angst kann nicht durch mehr Sicherheit bekämpft werden, sondern nur durch Hoffnung.“ › Continue reading
Organisation schafft Resistenz
Freitag, Oktober 10th, 2008 | Sozialdemokratie, Wahl08 | Keine Kommentare
Nikolaus Kowall
Die SPÖ hat ihr schlechtestes Ergebnis eingefahren, seit es freie Wahlen gibt. Sie lag seit 1919 noch nie unter 30 Prozent. Rot-Grün verzeichnet ebenfalls einen Negativrekord, gemeinsam erhielten die Parteien keine 4 von 10 Stimmen. Die Rechtsparteien sind mit 54 Prozent im Rücken so stark wie das letzte Mal 1949, als der VdU neu gegründet wurde. Der „Sieg“ der SPÖ kaschiert die enorme strukturelle Schwäche des alten roten Tankers. Muss die Sozialdemokratie gar neu erfunden werden? › Continue reading
„Keine ernsthafte Theorie“
Freitag, Oktober 10th, 2008 | Finanzmarktkrise | Keine Kommentare
Das Interview mit „Yale-Wirtschaftswissenschaftler Robert Shiller, 62, über Ursachen und Folgen der Finanzkrise“ in der aktuellen Ausgabe des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ offenbart eine ganze Menge über den Zustand der Volkswirtschaftslehre. Denn als in mathematische Modelle auf Basis von absurden Annahmen verliebte Disziplin verbreitet der ökonomische Mainstream derzeit vor allem eines: Ratlosigkeit. › Continue reading